Jerusalem

Entspannung der Lage

Der Angriff auf den Medienaktivisten soll in der Nähe der Al-Aksa-Moschee erfolgt sein. Foto: Flash 90

Seit Wochen ist er in den Schlagzeilen: der Tempelberg in Jerusalem. Mit erschreckender Regelmäßigkeit kam es dort und in verschiedenen arabischen Vierteln zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen jungen Palästinensern und Sicherheitskräften. Obwohl die israelische Regierung stets betonte, nichts am Status quo ändern zu wollen, schlug die Wut hohe Wellen. Jetzt einigten sich Israel, die Palästinensische Autonomiebehörde und Jordanien darauf, gemeinsam die Ruhe auf dem Berg wiederherzustellen.

Am Morgen vor dem traditionellen Freitagsgebet der Muslime in der Al-Aksa-Moschee hob die Polizei jegliche Altersbeschränkung auf. Einige Male zuvor war lediglich Frauen sowie Männern ab 50 Jahren der Zugang erlaubt worden. Obwohl sich die Polizei auf eventuelle Gewalt vorbereitet, werden »als vertrauensbildende Maßnahme zum ersten Mal seit Wochen allen Muslimen die Pforten geöffnet«.

strategien Die Ankündigung folgte, nachdem sich der israelische Premier Benjamin Netanjahu, Jordaniens König Abdullah II. und der amerikanische Außenminister John Kerry in Amman getroffen hatten, um Strategien zu besprechen, wie die Situation in Jerusalem entspannt werden kann. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nahm nicht an dem Treffen teil, war allerdings bereits im Vorfeld mit Kerry zusammengetroffen.

Der erklärte anschließend auf einer Pressekonferenz, dass man sich auf bestimmte Schritte geeinigt habe, die die Spannungen zwischen der israelischen Regierung und den Palästinensern verringern sollen. Keine der Seiten wolle eine Eskalation. »Es sind klare Zusagen gemacht worden, dass der Status quo beibehalten wird. Israel und Jordanien wollen gemeinsam für Entspannung sorgen und das Vertrauen wieder aufbauen«, berichtete er weiter.

schritte Sein jordanischer Kollege Nasser Judeh versprach daraufhin, die Entscheidung, den Botschafter seines Landes aus Tel Aviv abzuziehen, überdenken zu wollen, »wenn Israel die vereinbarten Schritte einhält«. Den Vertreter zu Besprechungen nach Hause zu rufen, sei ein klares Signal gewesen, dass etwas geschehen müsse, so Judeh weiter. »Doch wir sehen, dass Israel die Vereinbarung zum Status quo einhält und respektiert.«

Trotz des Übereinkommens beider Länder ist nach Meinung von Israels Innenminister Yitzhak Aharonovitch keine völlige Ruhe in Sicht: »Die Stimmung wird vielleicht weniger explosiv sein, denn bereits in den vergangenen Tagen hat es eine Entspannung der Lage gegeben«, sagte Aharonovitch, doch »wir werden auch weiterhin derartige Vorfälle haben und Attacken von einzelnen Terroristen erleben.«

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026