Lebensmittelforschung

Eiweiß als Zuckerersatz: EU zeichnet israelische Forscher aus

Honig und andere traditionelle Zuckerarten könnten bald durch gesündere Süßstoffe ersetzt werden Foto: imago/photothek

Dass übermäßiger Zuckerkonsum eine der größten Gefahren für die menschliche Gesundheit ist, ist lange bekannt. Seit Jahren forschen Wissenschaftler und Unternehmen daher an alternativen Süßstoffen. Jetzt wurde in Israel ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem Zucker durch ein Süßprotein ersetzt werden soll.

POTENZIAL Das Projekt »Sugar-Out, Prot-In« der Technischen Universität Israels (Technion) in Haifa, das in Zusammenarbeit mit den Unternehmen PepsiCo, Danone und Amaï Foods vorangetrieben wird, zielt darauf ab, mit Hilfe einer neuartigen Fermentationstechnologie ein Protein zu produzieren, das nicht nur traditionellen Zucker ersetzen kann, sondern auch gesund und schmackhaft ist.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Für die Forscher in Israel hat »Sugar-Out, Prot-In« das Potenzial, den globalen Lebensmittel- und Getränkemarkt zu revolutionieren. Vor kurzem zeichnete das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) das Projekt mit seinem Food Impact Award in der Kategorie »Dietary Change« (Veränderte Ernährung) aus. Der Preis wurde erstmals vergeben.

Im Rahmen des Technion-Projekts wird, so die in Budapest ansässige EU-Agentur, »ein sicheres, nachhaltiges und skalierbares Designer-Süßprotein entwickelt, das mit Hilfe einer innovativen Präzisionsfermentationstechnologie hergestellt wird.«

AKZEPTANZ Seinen Einsatz finden soll das Eiweißpräparat in einer Reihe wichtiger Lebensmittel, darunter kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke, Joghurt, aromatisiertem Wasser und Sportgetränken. Besonders wichtig ist den Forschern dabei, dass das Protein hohe Anforderungen hinsichtlich des Geschmacks, der Stabilität und der Haltbarkeit erfüllt, um von Lebensmittelherstellern und Verbrauchern auch angenommen zu werden. 

Israel ist weltweit führend in der Erforschung und Innovation alternativer Proteine. Dabei steht nicht nur der Ersatz von Zucker im Vordergrund, sondern auch die Frage, wie eine wachsende Weltbevölkerung – bis 2050 sollen auf der Erde zehn Milliarden Menschen leben – ernährt und dabei das Klima weniger belastet werden kann.

Für Technion-Professor Uri Lesmes ist dabei auch das Potenzial von Insekten als alternative Eiweißquelle von Bedeutung. »Eine Kuh muss mit 20 kg Futter gefüttert werden, damit wir 1 kg Kuhprotein bekommen«, sagte Lesmes auf einer Konferenz in Haifa im Oktober. »Grillen brauchen dagegen nur 1,7 Kilogramm Futter, um ein Kilo Grillenprotein zu produzieren.« mth

Israel/Libanon

Erstmals seit neuer Waffenruhe Hisbollah-Drohnenangriff

Die proiranische Terrororganisation hat ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fluggerät auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert; Israels Armee: »eklatanter Verstoß gegen die Waffenruhe«

 29.07.2026

Nachrichten

Festival, Westjordanland, Wahlkampf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026

Jerusalem

Netanjahus drei Wohnsitze kosteten Israel in 18 Monaten rund 783.000 Euro

Neue Badewannen, »zubereitete Speisen« und andere Posten sowie unkenntlich gemachte Einträge sorgen für Kritik

 29.07.2026

Jerusalem

Iran verstärkt Pläne für Anschläge auf israelische Spitzenpolitiker

Die verschärfte Sicherheitslage soll auch erklären, warum Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Reise in die USA ungewöhnlich diskret organisierte

 29.07.2026

Bahnverkehr

Mehr »Regios« für Israel

Auf der gerade eröffneten »Ostroute« sollen bald neue Züge aus Deutschland fahren

von Valentin Suckut  28.07.2026

Jerusalem

Umfrage: Eisenkots Partei bleibt vor Likud

Wie viele Mandate würden »Yashar!« und Likud in der Knesset bekommen?

 28.07.2026

Gazastreifen

Morgens Krankenpfleger, nach Feierabend Terrorist

Sie waren Krankenpfleger, Ärzte und Terroristen: Anhand von Nachrufen des Islamischen Dschihad und der Hamas konnte das Doppelleben von 18 Mitarbeitern des Gesundheitswesens enthüllt werden

 28.07.2026