Wahlkampf

Eins und eins ist vier

Zeigt mir die Vier: Likud-Chef Benjamin Netanjahu bei einer Wahlkampfveranstaltung Foto: Flash90

Mit seltsamen Botschaften und einem aus anderem Zusammenhang bekannten Handzeichen sorgt die Likud-Partei von Benjamin Netanjahu im laufenden israelischen Wahlkampf für Erstaunen und auch Kopfschütteln.

So findet sich neuerdings in zahlreichen Tweets von Likud-Anhängern die mathematisch eher zweifelhafte Gleichung 1+1=4. Was dahinter steckt, erläuterte der langjährige Ministerpräsident, der bei der Knesset-Neuwahl im November wieder das Amt anstrebt.

WAHLKAMPF Jedes Likud-Mitglied möge doch bitte eine Person, die bei der letzten Wahl zu Hause geblieben sei, zum Wahlbüro mitnehmen, dann werde es eine »starke, stabile rechte Regierung« unter seiner Führung für die kommenden vier Jahre geben, erläuterte Netanjahu vor ein paar Tagen seinen Anhängern. Dann forderte er sie auf, eine Geste mit der Zahl Vier zu zeigen, um die Botschaft auch optisch zu bekräftigen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Das Problem mit der Geste: Sie ist identisch mit dem Rabaa-Zeichen, oft auch als R4BIA dargestellt, welches auf die islamistische Muslimbruderschaft in Ägypten zurückgeht und die von deren Anhängern seit einigen Jahren verwendet wird.

Auch der türkische Präsident Erdogan wurde bei Konferenzen und Reden bereits mit dem Handzeichen fotografiert – als Ausdruck der Solidarität mit den Muslimbrüdern. Ob Netanjahu und seine Berater diese Bedeutung auf dem Schirm hatten, darf bezweifelt werden. mth

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026

Israel

Eisenkot-Lager liegt vor Netanjahu-Lager

Die Likud-Partei des Premiers wurde allerdings ersten Prognosen zufolge stärkste Kraft. Der Wahlausgang ist alles andere als eindeutig

 27.10.2026 Aktualisiert

Entscheidung

Keine längeren Öffnungszeiten trotz hoher Wahlbeteiligung

15 Stunden haben die Israelis Zeit, ihre Stimme abzugeben. Ein Antrag, die Abstimmung zu verlängern, scheiterte

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Überschwemmungen behindern Wahl im Süden Israels

Überflutete Zufahrtsstraßen, abgeschnittene Orte: Im Süden Israels kamen manche Einwohner nicht zu ihrem Wahllokal. Reicht die Zeit noch, bevor die kleinen Wahllokale schließen?

 27.10.2026

Israel

Wer wählt wen und warum?

Von unerschütterlicher Bibi-Treue bis zur Sehnsucht nach einem Neuanfang: Wir haben Israelis gefragt, wem sie ihre Stimme gegeben haben

von Sabine Brandes  27.10.2026

Israel

Wahlbeteiligung bricht Aufzeichnungsrekord

Schon mehr als drei Millionen Israelis haben am Nachmittag ihre Stimme abgegeben - das ist der höchste in den Aufzeichnungen gemessene Wert

 27.10.2026

Jerusalem

Yashar wirft Netanjahu vor, Zweifel am Wahlergebnis zu schüren

Die Partei des ehemaligen Generalstabschefs Gadi Eisenkot sagt, der Ministerpräsident wolle das Vertrauen in den Ausgang der Knessetwahl gezielt untergraben

 27.10.2026