Justiz

Ein Ende ist in Sicht

Die australischen Schwestern Nicole Meyer und Dassi Erlich (Mitte) kämpfen für die Auslieferung von Leifer. Foto: Flash 90

Aufatmen in Australien. Die mutmaßliche Kinderschänderin Malka Leifer soll laut dem Bezirksgericht in Jerusalem »verhandlungsfähig« sein. Damit kann der Auslieferungsprozess nach Australien wiederaufgenommen worden.

Gegen die frühere Direktorin der ultraorthodoxen Mädchenschule Adass Israel in Melbourne liegen 74 Anzeigen wegen Kindesmissbrauch vor, darunter elf wegen Vergewaltigung.

VORWÜRFE Nachdem die ersten Vorwürfe 2008 ans Licht kamen, war Leifer mithilfe von Charedim heimlich aus Australien nach Israel geflohen. 2012 stellte Australien einen Auslieferungsantrag.

Das Gerichtsdrama dauert bereits seit sechs Jahren an, 57 Anhörungen gab es dazu in Israel. Der Skandal hatte sogar die höchsten Ebenen erreicht und für einen Eklat zwischen Jerusalem und Canberra gesorgt. Der nächste Gerichtstermin ist auf den 20. Juli angesetzt.

Der ehemalige Gesundheitsminister Yaakov Litzman wird verdächtigt, Leifer geholfen zu haben, der Justiz zu entkommen.

Der ehemalige Gesundheitsminister Yaakov Litzman spielt in diesem Fall eine bedeutende Rolle. Er wird verdächtigt, Leifer und weiteren geholfen zu haben, der Justiz zu entkommen. Bei allen mutmaßlichen Sexualverbrechern handelt es sich offenbar um Ultraorthodoxe, die zu seiner Strömung der Gerer Juden gehören oder ihr nahestehen.

Die Polizei untersuchte, inwieweit der Politiker sein Amt dafür missbraucht hat, verdächtigen oder bereits verurteilten Kinderschändern Hilfestellung zu geben, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender Kan. Sie empfahl, den Minister anzuklagen. Bislang muss er sich nicht vor Gericht verantworten.

SCHWESTERN Dassi Erlich und Nicole Meyer kämpfen seit Jahren dafür, Leifer in Australien vor Gericht zu bringen. Erlich und Meyer sind zwei von drei Schwestern, die ihr vorwerfen, sie während ihrer Schulzeit sexuell missbraucht zu haben. Die beiden Frauen trafen sich sogar mit dem australischen Premierminister Scott Morrison, um ihrem Ansinnen Nachdruck zu verleihen.

Nach dem heutigen Gerichtsurteil schrieb Erlich auf Twitter: »Oh, mein Gott!! Ein Richter hat geurteilt, dass Leifer psychisch in der Lage ist, vor Gericht zu stehen. Diese Frau, die Menschen missbraucht hat, nutzt seit sechs Jahren die Gerichte in Israel aus. Absichtlich schafft sie Hürden, endlose Argumentationen und verlängert damit unser Trauma. Es sind zu viele Emotionen.«  

Der Generalstaatsanwalt Australiens, Christian Porter, begrüßte das Urteil als »gute Nachricht«. Die australische Regierung fühle sich verpflichtet, in diesem Fall für Gerechtigkeit zu sorgen. »Leifer muss ausgeliefert werden, um sich in Australien vor Gericht zu verantworten.«

EXKLUSIV

»Es geht nicht mehr«: Andreas Büttner tritt aus Linkspartei aus

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen war für Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten das Maß voll: Er tritt aus der Partei aus

von Michael Thaidigsmann  15.03.2026

Tourismus

Profitieren israelische Fluggesellschaften von der Krise?

Wie schon während des Krieges in Gaza wird der Fluglinie El Al vorgeworfen, die Situation auszunutzen. Die Kritik: »überhöhte und unfaire« Preise

 15.03.2026

Medien

Kanal 13 geht an milliardenschweren Regierungsgegner

Gruppe von Hightech-Unternehmern um Wiz-Mitbegründer Assaf Rappaport will sich für redaktionelle Unabhängigkeit einsetzen

von Sabine Brandes  15.03.2026

Prognose

Israel stellt sich auf weitere drei Wochen Iran-Krieg ein

Militärsprecher Defrin zufolge setze man auf eine langfristige Schwächung der iranischen Führung – ohne festen Zeitplan

 15.03.2026 Aktualisiert

Großraum Tel Aviv

Einschläge durch iranischen Raketenangriff

Videos zeigen brennende Fahrzeuge und Krater. Es gibt Verletzte

 15.03.2026

Teheran

Teheran droht Netanjahu mit Tod

Die iranischen Revolutionsgarden haben eine Erklärung veröffentlicht, dass man Israels Premier verfolgen wird, solange er lebt

von Sabine Brandes  15.03.2026

Medizin

Kaiserschnitt im Parkhaus

Aufgrund der Raketenangriffe aus dem Iran haben israelische Krankenhäuser sämtliche Patienten in unterirdische Bereiche verlegt – und das innerhalb weniger Stunden

von Sabine Brandes  15.03.2026

Wetter

Sandsturm zieht über Israel und Gazastreifen

Die Luftverschmutzung im ganzen Land ist aufgrund von Feinstaubpartikeln hoch bis sehr hoch

 14.03.2026

Israel

Armee meldet 400 Angriffswellen gegen Iran in zwei Wochen

Besonders Raketenanlagen und Verteidigungssysteme standen im Fokus

 14.03.2026