Jerusalem

Ein eigener Haarsalon für Frau Netanjahu

Immer gut frisiert: Sara Netanjahu Foto: Flash90

Das Ehepaar Netanjahu ist bekannt für seinen extravaganten Geschmack. Und es ist ein offenes Geheimnis, dass sie sich den angeblich mit Vorliebe von anderen finanzieren lassen. Jetzt, veröffentlichte die israelische Nachrichtenseite Walla, soll sich Sara Netanjahu, die Ehefrau des Premierministers, angeblich einen Haarsalon neben ihrem Haus einrichten lassen. Ganz für sich allein und ganz und gar auf Kosten der Steuerzahler mitten im Krieg.

Dafür sei dem Bericht zufolge neben der offiziellen Premierminister-Residenz in Jerusalem eine spezielle Wohnung angemietet worden. Dort würden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt, schreibt Walla, inklusive dem Einbau eines Haarwaschbeckens und einem Schminktisch für Make-up und Frisur.

Sara Netanjahu ist bereits mehrfach wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder und Überschreitungen von Haushaltsausgaben angeklagt worden. Unter anderem soll sie private Mahlzeiten im Wert von rund 100.000 Dollar von Spitzenrestaurants bestellt haben, wobei der Staat die Rechnung bezahlte. Dabei arbeitete ein Koch dauerhaft in ihrer Residenz, um die Mahlzeiten der Netanjahus zuzubereiten.

Der Premier nutzt den Pool im Sommer

Auch soll sie angeblich Geschenke von Politikern aus aller Welt, die eigentlich dem Staat gehören, als persönliches Eigentum betrachten. Ihr Ehemann, der Ministerpräsident, muss sich nach wie vor wegen Korruption vor Gericht verantworten. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, er und seine Familie hätten sich von reichen Geschäftsleuten wiederholt mit teuren Zigarren, Champagner und Schmuck beliefern lassen.

»Das Land brennt - und Sara lässt sich die Haare schön machen!«

demonstranten gegen die justizreform

Während der Krieg gegen die Hamas in Gaza tobt, haben sich die Netanjahus auch eine Reparatur des Schwimmbades in ihrem Privathaus in Caesarea vom Staat finanzieren lassen, schrieb die linksliberale Tageszeitung Haaretz im Februar. Eine Quelle im Büro des Premierministers habe bestätigt: »Es ist eine Finanzierung für die Instandhaltung von Häusern, nicht für deren Verbesserung, und sie entspricht allen Regeln.« Schließlich nutze der Premier den Pool im Sommer, so die Begründung.

Der persönliche Friseursalon allerdings soll aufgrund von »Sicherheitsproblemen und hochgradigen Drohungen« gegen die israelische First Lady eingerichtet werden. In einer derartigen Situation habe sie sich am 1. März 2023 befunden - meinen zumindest die Netanjahus selbst. An diesem Tag hatten die Protestorganisationen gegen die Justizreform der Regierung zu einem »Tag der Störungen« aufgerufen. Überall im Land fanden Massendemonstrationen statt. Unter der Anweisung des rechtsextremen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, setzte die Polizei Wasserwerfer, Tränengas ein und ging zum Teil mit extremer Härte gegen die Protestierenden vor, besonders in Tel Aviv.

Binnen kürzester Zeit waren große Einheiten der Polizei vor Ort

Doch Frau Netanjahus Haare lagen an diesem Tag offenbar nicht gut. Sie musste just in dieser aufgeheizten Situation einem Friseursalon im Zentrum von Tel Aviv einen Besuch abstatten. Nachdem die Demonstranten mitbekommen hatten, dass sich die Frau des Premiers an einem derartigen Tag um ihr Aussehen kümmert, strömten sie zu Hunderten vor den Salon und skandierten: »Das Land brennt – und Sara lässt sich die Haare schön machen«.

Binnen kürzester Zeit waren große Einheiten der Grenzpolizei in voller Kampfmontur vor Ort und »retteten« die First Lady im gepanzerten Wagen aus dem Haarsalon. Das bereits kam Demonstranten mächtig merkwürdig vor. Im Anschluss postete der Ministerpräsident ein Foto in den sozialen Netzwerken, wie er eine aufgewühlte Sara im Arm hält. Dazu schrieb er: »Meine geliebte Frau Sara, ich bin so froh, dass du sicher und unversehrt zu Hause bist. Diese Anarchie muss aufhören – sie wird sonst Leben kosten.«

Spätestens jetzt waren viele Israelis sicher, dass die »Rettung vom Friseurstuhl« nichts weiter war als politisches Theater – und vielleicht sogar die perfekte Vorlage für einen eigenen Haarsalon.

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 28.08.2026

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026

Südlibanon

Erst Drohnenangriffe, dann Gegenschläge

Nachdem die pro-iranische Terror-Miliz Hisbollah mit zwei Drohnen israelische Soldaten angegriffen hatte, reagierte die IDF mit Gegenangriffen

 27.08.2026

Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

Israel kritisiert den US-geführten »Board of Peace« – und erwägt einen Ausschluss britischer Vertreter aus dem Koordinierungszentrum

von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026