Tourismus

Dorfatmosphäre mit vier Sternen

Der Berg Tabor in Galiläa Foto: Thinkstock

Von wegen Zeltplanen und Sand zwischen den Zähnen beim Frühstück: Das erste beduinische Boutique-Hotel der Welt soll mit Stil eröffnen. Und zwar in Shibli-Umm al-Ghanam am Fuße des Berges Tabor in Galiläa. Auf 14.000 Quadratmetern sollen 120 Zimmer mit Vier-Sterne-Komfort gebaut werden.

Erst vor Kurzem hatte das Tourismusministerium eine Initiative ins Leben gerufen, die Tourismus für Minderheiten und in der Peripherie fördert, sofern es Potenzial für höhere Besucherzahlen gibt. Shibli liegt am sogenannten Gospel Path in der Nähe von bedeutenden Kirchen.

Gospel Path Jedes Jahr ziehen rund eine halbe Million Pilger aus vielen Ländern auf ihrem Weg zu den Gotteshäusern auf der Bergspitze durch das 70.000-Einwohner-Dorf Shibli. Die Investment-Gruppe Epsilon Delta Holdings der Alfifi-Familie gewann die öffentliche Ausschreibung für den Bau.

»Ich bin mir ganz sicher, dass die Gäste diesen besonderen Ort genießen werden. Zusätzlich zu der Nähe der christlichen Stätten gibt es die ganz besondere und authentische Dorfatmosphäre«, sagte Tourismusminister Yariv Levin im Anschluss an die Nachricht, dass sein Ministerium 33 Prozent der Baukosten übernehmen werde. Er ist sicher: »Der Tourismus wird sich in dieser Gegend erfolgreich entwickeln.« Adiel Schimron, Chef der Behörde für Grund und Boden in Israel, sprach von der großen Bedeutung durch die zusätzlichen Arbeitsplätze für die Beduinen, die durch das neue Hotel geschaffen werden.

Küche In Israel gibt es zwei große Gruppen von Beduinen: Rund 240.000 leben in der Wüste Negev und etwa 120.000 in Galiläa. Vor allem in Galiläa haben die meisten ihren nomadischen Lebensstil aufgegeben und sind sesshaft geworden. Die Beduinen sind die ärmste Bevölkerungsgruppe im Land, ihre Geburtenrate von 5,5 ist eine der höchsten der Welt.

Das Haus soll sich ganz auf die beduinische Kultur spezialisieren und sie den Besuchern näherbringen. Besonderer Fokus wird auf die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Beduinen und die gesunde Küche mit Spezialitäten aus Galiläa gelegt. Der Leiter des Gemeinderates, Naim Schibli, ist überzeugt, dass die Besonderheit des ersten beduinischen Hotels in der Welt ausländischen und lokalen Tourismus anlocken wird. »Denn dieses Hotel wird wie kein anderes werden. Es ist Luxus auf Beduinenart.«

Israel

Gesetz: Der 7. Oktober soll nicht »Massaker« heißen

Das Büro von Premierminister Netanjahu ließ das Wort für den Titel des Gedenktages streichen. Überlebende und Angehörige außer sich vor Wut

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nahost

Israels digitale Front gegen Teheran

Hunderte Cyberattacken wurden in zwölf Monaten abgewehrt. Behörden sprechen von einer »ausgedehnten iranischen Kampagne«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Westjordanland

Bericht: Autonomiebehörde zahlt weiterhin »Märtyrer-Renten«

Eigentlich hatte Mahmoud Abbas das Ende der international verurteilten »Pay for Slay«-Praxis verkündet. Laut einem Bericht von Palestinian Media Watch hat er gelogen

 12.02.2026

Gaza

Sicherheitsstillstand

Die Terrororganisation Hamas macht auch in der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens klar, dass sie einer Entmilitarisierung nicht zustimmen wird

von Sabine Brandes  12.02.2026

Nachrichten

Botschafter, Kontrolle, Künstliche Intelligenz

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.02.2026

Meinung

Wiesbaden: Wie man dem Antisemitismus und dem Islamismus eine Bühne bietet

Im Haus der Vereine durfte die Jugendgruppe »Salehin« auftreten. Offiziell ging es um eine »kulturelle religiöse Jugendveranstaltung«. Doch tatsächlich wurde dort Propaganda für das Mullah-Regime gemacht

von Daniel Neumann  12.02.2026

Gesellschaft

Gewalt in arabischen Gemeinden eskaliert: Fünf Tote in zwölf Stunden

Die Gewalt in arabischen Gemeinden Israels eskaliert. Der Polizeichef spricht von einem »nationalem Ausnahmezustand«

von Sabine Brandes  12.02.2026

Gaza

Israel meldet Tötung eines Terror-Drahtziehers

Basel Himouni, ein Hamas-Terrorist aus Hebron, hatte einen Anschlag auf Busse in Beerscheba im Jahr 2004 organisiert. Damals wurden 16 Israelisch ermordet und über 100 Menschen verletzt

 12.02.2026

Melbourne

Herzog warnt vor Judenhass in Australien

Der Staatsbesuch des israelischen Präsidenten löste Proteste im Land aus. Herzog sagte, er habe eine Botschaft des guten Willens nach Australien gebracht und hoffe auf eine Entspannung der Lage

 12.02.2026 Aktualisiert