Weltbienentag

Domestizierte und Wilde

Obwohl sie ein nicht koscheres Insekt ist, stellt sie ein koscheres Produkt her: die Biene. Foto: Fotolia

Israel ohne Bienen? Unvorstellbar! Honig gehört traditionell auf den jüdischen Speiseplan und gilt als koscher. Bereits der große Gelehrte und Rabbiner Rambam erwähnte die hervorragenden Eigenschaften des goldgelben Saftes.

Auch steht geschrieben, dass er im Tempel von Jerusalem zu rituellen Zwecken benutzt wurde. Er ist eines der wenigen Lebensmittel, das nie verdirbt. Die UNO erkor den 20. Mai zum Weltbienentag, um die entscheidende Rolle der geschäftigen Insekten anzuerkennen. Und Israel feiert mit.

ernährungssicherheit »Bienen haben eine große Bedeutung für Israel und Juden auf der ganzen Welt«, weiß Ofi Reich, Geschäftsführer des Israel Honey Board. »Schließlich gibt es das bib­lische Versprechen auf ein Land, in dem Milch und Honig fließen.« Israel sehe die Imkerei zudem als Werkzeug für Entwicklung, Ernährung und Ernährungssicherheit.

Von Kiriat Schmona im Norden bis nach Eilat im Süden gibt es mehr als 500 Imker, die sich um über 120.000 Bienenstöcke kümmern.

Von Kiriat Schmona im Norden bis nach Eilat im Süden gibt es mehr als 500 Imker, die sich um über 120.000 Bienenstöcke kümmern. Der kleine Nahoststaat ist Heimat von rund 1100 Bienenarten, die den goldenen Saft herstellen, von dem sich statistisch jeder Israeli 600 Gramm pro Jahr schmecken lässt. Exportiert wird israelischer Honig übrigens kaum. Nicht etwa, weil er nicht gut genug wäre. Es gibt einfach nicht genug davon.

Um die vielfältige und umfangreiche Bienenpopulation zu schützen, arbeiten israelische Unternehmen seit Jahren daran, neue Methoden und Technologien zu entwickeln, von der künstlichen Bestäubung über Bienenstock-Tracker bis zu Roboter-Imkern. Biologen schützen die Lebensräume der Insekten besser und legen neue an, um die Artenvielfalt zu sichern.

landwirtschaft Vor knapp anderthalb Jahren gab es besonders gute Nachrichten für Bienenfans: Eine bislang undokumentierte Art des Insekts wurde in den sandigen Gebieten der Küstenregion Israels gefunden. Während die Bestäubung der Ernten hauptsächlich auf gezüchteten Kolonien der domestizierten Honigbiene beruht, sind auch wilde, nicht domestizierte Bienen von großer Wichtigkeit für Natur und Landwirtschaft.

Dazu gehört die neue Art namens Lasioglossum dorchini. Sie begeistert die Forscher, denn vor allem im Angesicht des Rückgangs der Bestände der wertvollen Bestäuber sei die Entdeckung eine wundervolle Nachricht.

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