Nahost

»Freiheit, Sicherheit und Würde«

US-Außenminister Blinken und Israels Premier Netanjahu am Montag in Jerusalem Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

US-Außenminister Antony Blinken hat am heutigen Montag Israel besucht. Blinken sagte nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Jerusalem, Ziel sei aus Sicht der USA weiterhin, dass Israelis und Palästinenser in Zukunft in gleichem Maße »Freiheit, Sicherheit, Gelegenheiten, Gerechtigkeit und Würde genießen können. Die Zweistaatenlösung ist weiterhin der beste Weg in diese Richtung«, so Blinken.

Ferner sagte er, man wolle den »Kreis des Friedens« in der Region ausweiten. Netanjahu sagte, man hoffe auf »dramatische Durchbrüche« im Bemühen um eine Annäherung an weitere arabische Staaten.

TERROR Am Dienstag will Blinken in Ramallah mit dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas zusammenkommen. Er hatte seine Nahost-Reise in Ägypten begonnen. 

Israel setzt nach dem schlimmsten Anschlag eines Palästinensers seit 15 Jahren auf eine Politik der harten Hand. Die USA hatten den Anschlag eines Palästinensers auf Besucher einer Synagoge in Jerusalem, bei dem am Freitagabend sieben Menschen ermordet worden waren, klar verurteilt.

Israels Premier Netanjahu kündigte am Sonntag neue Schritte gegen Attentäter und deren Familien an. Er sprach auch von einer Stärkung des israelischen Siedlungsprojekts. Blinken hatte die israelische Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland aber zuletzt mit deutlichen Worten kritisiert. 

Die USA wollen die Palästinenserführung dazu bewegen, die Sicherheitszusammenarbeit mit Israel fortzusetzen. Abbas hatte diese vergangene Woche aufgekündigt.

IRAN Netanjahu und Blinken bekräftigten nach ihrem Treffen, man werde es dem Iran nicht erlauben, in den Besitz von Atomwaffen zu gelangen. »Wir haben über Wege gesprochen, die Zusammenarbeit zu vertiefen, um uns den destabilisierenden Aktivitäten des Irans in der Region und darüber hinaus entgegenzustellen«, sagte Blinken. »So wie der Iran lange Terroristen unterstützt hat, die Israelis und andere angreifen, liefert das Regime nun Drohnen, die Russland dazu einsetzt, unschuldige ukrainische Zivilisten zu töten.« Moskau liefere dem Iran im Gegenzug hochmoderne Waffen. 

Erst vor wenigen Tagen hatten die USA mit Israel eine großangelegte Militärübung abgeschlossen. Nach Medienberichten handelte es sich um die größte Militärübung, die Israel und die USA je gemeinsam abgehalten haben. 

Der ehemalige Chef des israelischen Militärgeheimdienstes, Amos Jadlin, sagte dazu am Montag: »Ich habe noch nie ein so riesiges Training Israels und der USA gesehen, mit den Flugzeugen und Plattformen, die eingesetzt würden, falls wir die militärische Option wählen.«

Er habe keinen Zweifel daran, dass die militärische Option in den Vordergrund gerückt sei. »Wenn man keine glaubhafte militärische Option hat, wird die Diplomatie nie Erfolg haben.« Ein militärischer Schlag gegen die iranischen Atomanlagen sei jedoch der letzte Ausweg, wenn alle anderen Mittel gescheitert seien.

Israel

Die Stimme, der man traut: Oren Nahari ist tot

Mit nur 70 Jahren ist der beliebte Journalist Oren Nahari gestorben. Wenige Tage nach seiner letzten Radiosendung

 13.08.2026

Wien

Vermisste Israelinnen: Gerüchte sorgen für Aktiensturz

Im Fall der vermissten Mutter und Tochter in Österreich haben Gerüchte in den sozialen Medien zu einem Kurssturz bei der israelischen Bank geführt, bei der eine der Frauen arbeitet

 13.08.2026

Nahost

Ex-Botschafter Seibert fordert »klare europäische Position« zu Israel

Bis vor kurzem war er das Gesicht deutscher Diplomatie in Israel: Steffen Seibert. In einem Interview äußert er sich zu Grenzen der Staatsräson, Siedlungen, dem Terror der Hamas und gegen Boykotte

 13.08.2026

Militär

Gefährlicher Schwarm

Experte Danny Orbach über neue Technologie in der Kriegsführung, Herausforderungen beim Zivilschutz und den Drohnenfund in Leipzig

von Sabine Brandes  13.08.2026

Nachrichten

Warnung, Netzwerke, Jahrzeit

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  13.08.2026

Washington D.C./Jerusalem

USA weisen Katz wegen Aussagen zu israelischer Präsenz im Südlibanon zurecht

Der israelische Verteidigungsminister hatte angekündigt, die Armee werde auf absehbare Zeit im Südlibanon bleiben

 13.08.2026

Jerusalem

Huckabee verurteilt Angriffe auf palästinensisch-amerikanische Familie im Westjordanland

»Die Handlungen derjenigen, die dies dem Haus dieser Familie antun, sind kriminell«, erklärt der US-Botschafter

 13.08.2026

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026