Israel

Die Geiseln befreien

DIG-Präsident Uwe Becker und Leah Goldin Foto: Marc Neugröschel

Der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG), Uwe Becker, fordert die Bundesregierung dazu auf, Zahlungen einzufrieren, die der Hamas zugutekommen. So soll die Freilassung von israelischen Geiseln erwirkt werden, die von der Terrororganisation im Gazastreifen festgehalten werden.

Dies erklärte Becker bei einem Treffen mit Leah Goldin, der Mutter des 2014 von der Hamas entführten und getöteten israelischen Soldaten Hadar Goldin, am Mittwoch in Tel Aviv. Die Hamas weigert sich bis heute, die sterblichen Überreste Goldins herauszugeben. Die Familie des Soldaten teilt ihr Schicksal mit den Angehörigen von Oron Shaul, dessen Leichnam sich ebenfalls noch in Gaza befindet, nachdem er von der Hamas gemeinsam mit Goldin entführt und getötet wurde.

grenze Außerdem hält die Hamas die Israelis Abraham Mengistu und Hisham Al-Sayad gefangen. Beide haben die Grenze zwischen Israel und Gaza als Zivilisten überschritten. Hadar Goldin und Oron Shaul kämpften gemeinsam als Soldaten der israelischen Armee im Gaza-Krieg 2014. Durch einen Hinterhalt der Hamas wurden sie entführt, nachdem ein Waffenstillstandsabkommen, das den Krieg beenden sollte, bereits in Kraft getreten war.

Im Januar begleiteten die Familien von Hadar Goldin und Oron Shaul Israels Präsident Reuven Rivlin zu einer Gedenkfeier anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Deutschen Bundestag. Dort bat Rivlin Deutschland um Unterstützung, um die israelischen Geiseln aus den Fängen der Hamas zu befreien.

DIG-Präsident Becker fordert nun, dieser Bitte Taten folgen zu lassen und der Hamas den Geldhahn zuzudrehen, bis Mengistu und Al-Sayad frei und die sterblichen Überreste von Goldin und Shaul in der Obhut ihrer Familien sind. Damit greift er einen Vorschlag von Leah Goldin auf, für den er politische Unterstützung in Deutschland mobilisieren möchte.

auswärtiges amt Das Auswärtige Amt in Berlin erklärt dazu, dass es diese Problematik sehr ernst nehme und keine Beziehungen zur Hamas unterhalte. Auch finanziell würde es die Hamas nicht unterstützen. Da die Terrororganisation aber seit 2007 im Gazastreifen regiert und auch den dortigen palästinensischen Verwaltungsapparat kontrolliert, profitiert sie von Zahlungen, die im Rahmen von humanitären Hilfspaketen, Entwicklungshilfe und Bildungsarbeit geleistet werden.

In diesem Rahmen fließen jährlich mehrstellige Millionenbeträge aus Deutschland in die palästinensischen Gebiete. Erst kürzlich hatte die Bundesregierung ihre Zahlungen an das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) erhöht. Leah Goldin sagt, dass nur jene Gelder eingefroren werden sollen, die dem Terror der Hamas zugutekommen. Da die zivile Infrastruktur Gazas und der Terrorapparat der Hamas aber eng miteinander verwoben sind, ist fraglich, wie sich eine solche Trennung praktizieren lässt.

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  12.03.2026

Iran-Krieg

Israel ruft Bewohner des Südlibanons zur Flucht auf

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah spitzt sich weiter zu: Die israelische Armee weitet ihren Evakuierungsaufruf für den Süden des Nachbarlandes aus

 12.03.2026

Jerusalem

Justizgutachten zu Netanjahus Gnadengesuch fertig

Präsident Herzog muss über den Antrag entscheiden. Ein Termin steht bisher nicht fest

 12.03.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Nach 200 Terror-Raketen: Katz droht Libanon

Der Verteidigungsminister: »Ich habe den Präsidenten des Libanon gewarnt, dass wir das Gebiet selbst einnehmen, wenn die libanesische Regierung nicht in der Lage ist, das Territorium zu kontrollieren.«

 12.03.2026

Israel

Dating im Bunker

Neue Apps sollen den Krieg erträglicher machen

von Sabine Brandes  12.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  12.03.2026

Gesellschaft

Zwischen den Welten – der Tod von Maher Khatar

Warum die militärische Beerdigung des gefallenen drusischen Reservisten aus Majdal Shams ein historischer Moment ist

von Sabine Brandes  12.03.2026

Jerusalem

Begnadigung für Netanjahu: Justizministerium äußert »erhebliche Bedenken«

Das Fehlen eines Schuldeingeständnisses könnte eine Begnadigung verhindern. Und dies ist nur eines von mehreren Problemen

 12.03.2026

Petach Tikva

Streubomben-Opfer: Getöteter Bauarbeiter beigesetzt

»Du hast dich immer um mich gekümmert, du warst immer bei mir. Ich verspreche, dich nicht zu enttäuschen«, sagt einer der Söhne von Amid Mortozov

 12.03.2026