Israel

Der Terror geht weiter

In der Nähe von Hebron wurde am Dienstag ein Mann nach einem Attentat überfahren. Foto: dpa

Israel kommt nicht zur Ruhe. Am Mittwochabend wurden vier Menschen bei einem Attentat verletzt. Israelischen Medienberichten zufolge, war ein Autofahrer im Westjordanland in eine Menschenmenge gefahren.

Am Nachmittag gab es in der Region Shaar Hanegev Alarm. Laut »Chadashot 2«-Nachrichten war eine Rakete aus dem Gazastreifen abgefeuert und auf freiem Feld in Israel niedergegangen. Es gab keine Verletzen.

Am Vormittag wurde eine Soldatin in der Nähe von Jerusalem durch eine Messerattacke schwer verwundet, eine andere leicht. Die Attentäter wurden erschossen.

Eine 15-jährige Palästinenserin wollte am Mittwochmorgen im Westjordanland einen Messerangriff auf israelische Siedler durchführen. Als das Mädchen trotz der Aufforderung von Soldaten, sie solle stehen bleiben, weiterging, wurde sie vom israelischen Militär angeschossen und dabei leicht verletzt. Israelische Sanitäter kümmerten sich um das Mädchen.

Gush Etzion Bei einem mutmaßlichen Attentat an der Gusch-Etzion-Kreuzung wurden am Dienstagnachmittag zwei Israelis verletzt. Der Fahrer des Fahrzeugs wurde erschossen. Die Straßen, die nach Gush Etzion führen, sind derzeit gesperrt. Nur wenige Stunden zuvor wurde ein 50-jähriger Israeli getötet, nachdem sein Auto von Palästinensern mit Steinen beworfen worden war.

Wie die Polizei angab, sei der Mann auf der Straße Nummer 60 in der Nähe eines palästinensischen Dorfes aus seinem Auto ausgestiegen, um den Schaden zu inspizieren, der durch die Steine entstanden war. Dabei überfuhr ihn ein Lkw, verletzte ihn tödlich und raste davon. Später meldete sich der Fahrer des Lastwagens bei den palästinensischen Sicherheitskräften und gab an, das Opfer versehentlich überfahren und dann aus Schock weggefahren zu sein.

Am Dienstagmorgen wurde ein junger Soldat in der Nähe von Hebron bei einer palästinensischen Messerattacke leicht verletzt.

Gewalt Unterdessen nahm das israelische Militär den Anführer der Hamas im Westjordanland fest. Hassan Youssuf wird vor allem Aufwiegelung zur Gewalt vorgeworfen. Mehrfach hatte der Top-Hamas-Mann die Attentate gegen jüdische Israelis gepriesen und die Palästinenser dazu aufgerufen, weitere Anschläge zu verüben.

Armeesprecher Peter Lerner erklärte: »Hamas-Leute können nicht erwarten, dass sie von ihren Wohnzimmern oder aus ihren Moscheen zum Morden aufrufen und ungescholten davonkommen«.

Jerusalem Währenddessen kündigte der Polizeichef von Jerusalem, Bentzi Sau, an, Hunderte von Steine- und Brandbombenwerfer aus dem arabischen Ostteil der Stadt festnehmen zu wollen. »In den letzten zwei Wochen haben wir die Ruhe auf dem Tempelberg wiederhergestellt. Das ist zum Teil der Tatsache zu verdanken, dass wir die Aufstachler fernhalten«, machte der Polizist klar.

Am frühen Abend werden sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und anschließend Staatspräsident Reuven Rivlin mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, treffen, der am Dienstag überraschend in die Region gekommen war, um über die Lage in Israel und den Palästinensergebieten zu sprechen. Ban will helfen, die Unruhen zwischen Israelis und Palästinensern beizulegen.

Gazastreifen

Grenzübergang Rafah soll Sonntag geöffnet werden

Die Öffnung gelte begrenzt für den Personenverkehr, teilte die israelische Armee mit

 30.01.2026

Israel

Möglicherweise bald Primark in Israel

Wegen hoher Versand- und Logistikkosten hat der europäische Kleidungsdiscounter die Region bisher gescheut. Doch nun scheint es Verhandlungen zu geben

 30.01.2026

Wissenschaft

Israelische Studie: Gene beeinflussen Lebenserwartung stärker als gedacht

Das Weizmann-Institut liefert überraschende Erkenntnisse: Demnach bestimmt das Genom deutlich mehr über das erreichbare Lebensalter, als bisher angenommen

 30.01.2026

Tel Aviv

Fast zwei Millionen Israelis leben unter der Armutsgrenze

Besonders besorgniserregend: Fast jedes vierte Kind in Israel wächst in Armut auf

 30.01.2026

7. Oktober

Ex-Geisel Alexander Troufanov: »Erst jetzt können wir wieder atmen«

Nach der Rückkehr der sterblichen Überreste Ran Gvilis fühlt sich Alexander Troufanov endlich frei, wie er in einem Interview erzählt

 30.01.2026

Spannungen in Nahost

Israel bereitet sich auf mögliche Eskalation mit Iran vor

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berät sich mit führenden Sicherheitsvertretern zu einem offiziell als »geheim« bezeichneten Thema. Steht eine Entscheidung der USA über einen Angriff gegen das Teheraner Regime kurz bevor?

 30.01.2026

Jerusalem

Israels Streitkräfte verzichteten auf Angriffe, um Geiseln zu retten

Die Entscheidung, einzelne Terroristen nicht zu töten, habe während des Krieges ein Dilemma dargestellt: Einerseits sollten Bedrohungen neutralisiert werden, andererseits konnten Terroristen wertvolle Informationen liefern, sagt ein IDF-Offizier

 30.01.2026

Doha/Gaza

Hamas: Komplette Entwaffnung kommt nicht infrage

Moussa Abu Marzouk, Mitglied des Hamas-Politbüros, sagt, die Organisation habe zu keinem Zeitpunkt einer Übergabe aller Waffen zugestimmt

 30.01.2026

Meinung

Warum es auch schwerfällt, die gelbe Schleife abzulegen

Zwei Jahre und drei Monate lang haben Menschen auf aller Welt mit der gelben Schleife ihre Solidarität mit den am 7. Oktober 2023 nach Gaza verschleppten Geiseln gezeigt. Nun können wir sie endlich ablegen

von Sophie Albers Ben Chamo  29.01.2026