Bildung

Der Staat vor Gericht

Jeschiwa in Beitar Illit Foto: Flash 90

Die Regierung weist alle Vorwürfe zurück. Doch 52 ehemalige Charedim sind überzeugt, dass der Staat für ihre mangelhafte Ausbildung an Religionsschulen verantwortlich ist. Deshalb verklagen sie ihn auf vier Millionen Schekel Entschädigung. Doch das Büro des Staatsanwaltes konterte prompt: Sollten die Kläger vor Gericht Erfolg haben, will der Staat die Klage umdrehen und im Gegenzug die Eltern und 90 Bildungseinrichtungen vor Gericht bringen.

Die Kläger argumentieren, dass es der Staat ist, der die ultraorthodoxen Schulen und Jeschiwot überhaupt ermöglicht, ohne das Kerncurriculum sicherzustellen. Vor allem geht es um Mathematik, andere wissenschaftliche Fächer wie Biologie oder Physik sowie Englisch. An diesen weiterführenden Schulen werden nach der achten Klasse fast ausschließlich Fächer zur jüdischen Religion unterrichtet.

Stundenplan Ultraorthodoxe Schulen und Jeschiwot in Israel unterliegen kaum der Kontrolle des Bildungsministeriums und sind in der Gestaltung ihrer Stundenpläne de facto eigenständig. Ein Gesetz von 2008 erlaubt es dem Ministerium, weiterführende Schulen »für besondere kulturelle Gruppen« zu finanzieren, ohne dass diese die grundlegenden Fächer unterrichten müssen.

Dennoch meint der Generalstaatsanwalt, dass ausschließlich die Schulen und Eltern verantwortlich sind. »Die Kläger und Eltern hatten die Möglichkeit, aus verschiedenen Schulen jene auszuwählen, die ihrer Weltsicht und ihrer Lebensweise entsprechen. Und das haben sie getan.«

Wissen Der Anwalt der Klägergruppe, Schlomo Lecker, indes erklärt: »Die Schüler an diesen Einrichtungen erwerben in diesen Bereichen lediglich minimales Wissen. Wir werfen dem Staat vor, seine Verantwortung, für eine angemessene Bildung an ultraorthodoxen Einrichtungen zu sorgen, zu vernachlässigen. Denn mit diesem Mangel werden den Betroffenen die Fähigkeiten genommen, eine Arbeit zu finden und für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.«

Doch die Verteidigungsschrift der Regierung zeuge davon, dass sie keinerlei Verantwortung für Menschen empfinde, die studieren, in die Armee gehen und ihre Familien ernähren, so der Anwalt. »Die Weigerung, dies anzuerkennen – weder direkt noch indirekt –, erinnert eher an eine Versicherungsanstalt.«

Politik

Superstar der Linken

Naama Lazimi, israelische Abgeordnete der Demokraten, wird vom TIME Magazin als eine der aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt gewürdigt

von Sabine Brandes  01.10.2026

Jerusalem

Herzog will »Fly Dubai«-Helfer für Zivilcourage auszeichnen

Vier israelische Passagiere verhinderten auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv durch ihr beherztes Eingreifen eine Katastrophe. Der Präsident will sie nun für ihren Mut ehren

 01.10.2026

Terrorismus

Hamas-Leibwächter plante Anschläge in Deutschland und Österreich

Der Palästinenser erhielt Asyl und Staatsbürgerschaft in Großbritannien. Er hatte jüdische und israelische Ziele im Visier

von Sabine Brandes  01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Der Lehrer einer Kunstschule in Mumbai ehrt Smit Machchhar mit einem Bild

Flugzeug-Drama

Smit Machchhar – der unbekannte Held

Schwer verletzt half der indische Pilot auf dem verhängnisvollen Flydubai-Flug, die Menschen an Bord vor dem Absturz zu retten

von Sabine Brandes  01.10.2026

Tel Aviv

IDF reagieren auf »NAZA«-Doku

Was das israelische Militär zu dem Film sagt

 01.10.2026

Nachrichten

Klaviere, Dichter, Dienstleistung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  01.10.2026

Westjordanland

Herzog: Politik tut nicht genug gegen Gewalt israelischer Siedler

Israels Staatspräsident Isaac Herzog hat die Regierung aufgefordert, das Problem entschlossener zu bekämpfen

 01.10.2026

Terror

Netanjahu würdigt angegriffenen Piloten: »Ein wahrer Held«

Die israelischen Fluggäste von Dubai nach Tel Aviv sind nur knapp einer Katastrophe entronnen. Israel spricht von einem versuchten Terroranschlag. Nun werden immer mehr Details darüber bekannt, was sich im Cockpit abspielte

 01.10.2026