Terror

Der Norden Israels brennt durch Hisbollah-Geschosse

Brände in der Nähe der nördlichen Stadt Kiriat Schmona Foto: Flash90

Raketen und Drohnen schicken eine neue Art der Kriegsführung: Flächenbrände. In den vergangenen Tagen sind riesige Feuer in Obergaliläa und den Golanhöhen ausgebrochen, die durch Geschosse der Hisbollah im Libanon entfacht wurden. Nach insgesamt 20 Stunden konnten die Feuerwehren die bedeutendsten Brände im Norden des Landes am Dienstag unter Kontrolle bringen. Neue könnten jedoch jederzeit durch weitere Raketen entfacht werden.

Die israelische Feuerwehr gab an, dass »nach einem neunstündigen Kampf, an dem auch Löschflugzeuge teilnahmen, ein Großbrand in der Nähe von Amiad nahezu gelöscht werden konnte«. Die Flammen hatten schätzungsweise 400 Hektar Natur vernichtet. Einsatzkräfte hätten verhindert, dass sich die Flammen den Wohnhäusern des Kibbuzes Kfar Giladi und der Stadt Kiriat Schmona nähern.  

Evakuierung wurde angeordnet

Im Ramim-Gebirge nördlich von Kiriat Schmona brannte es in der Nacht zum Dienstag erneut, woraufhin die Behörden zahlreiche Feuerwehrteams entsenden mussten. Da Häuser in der Stadt und in der Nachbargemeinde Margaliot gefährdet waren, wurden mehrere Bewohner angewiesen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Sechs Menschen erlitten beim Kampf gegen die Flammen leichte Verletzungen.

Insgesamt sind noch immer 18 Teams aus Nord- und Zentralisrael damit beschäftigt, die Brände zu bekämpfen. Außerdem sind die israelische Natur- und Parkbehörde, der Jüdische Nationalfonds, die israelische Armee und Polizei im Einsatz. Vier Löschflugzeuge überzogen zudem große Gebiete mit flammhemmendem Material.

»Wir haben das Feuer an vier Fronten gleichzeitig bekämpft.«

Leiter feuerwehr in tiberias, boris eisenberg

Laut Boris Eisenberg, dem Leiter der Feuerwehr in Tiberias, wurden in der Nähe seiner Stadt rund 500 Hektar Land verbrannt. »Wir mussten das Feuer an vier Fronten gleichzeitig bekämpfen, und es ist derzeit unter Kontrolle«, erklärte er.

Sogar auf Satellitenaufnahmen sind die Folgen einiger der Großbrände zu sehen. Die Bilder zeigen riesige Flächen verbranntes Ödland südlich der Kleinstadt Katzrin auf den Golanhöhen. Das dortige Feuer wurde durch eine Raketensalve und mehrere Drohnen ausgelöst, die die Hisbollah am Sonntag auf das israelische Gebiet abfeuerte. Die hohen Temperaturen der letzten zwei Tage im Land entfachten die Feuer zusätzlich.

Kritik an der Regierung durch lokale Behörden

Im Biriya-Wald in der Nähe von Safed in Obergaliläa gab es am Dienstagmorgen ein Flammenmeer, nachdem eine Abfangrakete auf eine sich nähernde Bedrohung in der Gegend abgefeuert wurde, gab der Regionalrat von Merom Hagalil bekannt. Das Feuer sei durch herabfallende Granatsplitter nach dem Abfangen ausgelöst worden. Zwei Feuerwehrteams sind noch vor Ort, damit die Brände nicht auf nahe gelegene Städte übergreifen und Menschen oder Häuser gefährden.

Bewohner und lokale Behörden forderten am Dienstag, dass die Regierung klare Maßnahmen ergreift, um die Sicherheit in der Gegend wiederherzustellen.

Der Sprecher von Kiriat Shmona, Doron Schnaper, beklagte im öffentlich-rechtlichen Sender Kan, dass die Regierung nicht einmal das grundlegendste Maß an Sicherheit für die Einwohner gewährleisten könne. »Die Politiker reden so viel, dass sie nicht dazu kommen, etwas zu tun. Ich würde es vorziehen, wenn in Sicherheits- und Wirtschaftsfragen weniger geredet und mehr getan würde - besonders, wenn es um die Zeit nach dem Krieg geht. Es gibt viele Versprechungen. In der Praxis passiert allerdings nichts.«

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Die Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt im Westjordanland

von Sabine Brandes  26.02.2026

Diplomatie

Israel und Indien vereinbaren »besondere strategische Partnerschaft«

Bislang galt für Israel: »Besondere strategische Partnerschaften« bestehen nur mit Deutschland und den USA. Jetzt wird auch die Zusammenarbeit mit Indien so eingestuft. Das hat Vorteile für beide

 26.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  26.02.2026

Aliya

»Ich habe gewonnen«: Auschwitz-Überlebende (96) wandert nach Israel aus

Charlotte Roth will mehr Zeit mit ihrer Familie bringen, die zum größten Teil aus den USA nach Israel eingewandert ist

 26.02.2026

Jerusalem

Todesstrafe-Gesetz soll »abgeschwächt« werden

Klauseln könnten gegen internationales Recht verstoßen und werden von Experten als potenziell verfassungswidrig eingestuft

von Sabine Brandes  26.02.2026

Porträt

Kein Neuland

Mit dem Diplomaten und ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff soll ein Israel-Kenner der nächste Botschafter in Tel Aviv werden. Was ist von ihm zu erwarten?

von Joshua Schultheis  26.02.2026

Sport

Tel Aviv rüstet sich für Marathon: Umfangreiche Straßensperrungen angekündigt

Der erste Startschuss fällt schon um 5:30 Uhr

 26.02.2026

»Pay for Slay«

Terror-Renten: Autonomiebehörde zahlte mehr als 130 Mio. Euro

Dem israelischen Sicherheitskabinett zufolge wurden sogar Gehälter von Lehrern gekürzt, um die Zahlungen aufrechtzuerhalten

 26.02.2026