Unwetter

Der Jahrhundertregen

Im Dauerregen durch Tel Aviv Foto: Flash 90

Ein Unwetter am vergangenen Samstag in Tel Aviv hat zwei junge Menschen in ihrem Wohnhaus das Leben gekostet. Dean Shoshani und Stav Harari, beide 25, ertranken im Fahrstuhl auf dem Weg zu ihrem Auto in der Parkgarage. Die Städter waren geschockt. Gemeinsam wurden die beiden am Sonntag auf dem Yarkon-Friedhof beerdigt. Tausende kamen, um Abschied zu nehmen.

»Tosende Wassermassen können unsere Liebe nicht ertränken, Flüsse können sie nicht wegschwemmen«, sagte Shoshanis Vater Tzion bei der Beerdigung. »Doch Wasser haben sie von uns fortgerissen.«

ABFLÜSSE In nur zwei Stunden fielen an einem Tag mehr als 20 Prozent des jährlichen Niederschlags. Einwohner im Süden der Stadt beschuldigten die Stadtverwaltung wegen Inaktivität vor dem Unwetter. Weder seien die Warnungen über die Probleme an den Strukturen in der Gegend ernst genommen worden, noch habe man die Abflüsse von Schmutz gereinigt. Bürgermeister Ron Huldai wies die Anschuldigungen zurück. »Keine Abflüsse der Welt hätten diesen Niederschlag, wie er einmal in 50 Jahren auftritt, bewältigen können.« Premierminister Benjamin Netanjahu ordnete eine Sitzung der Rettungskräfte an, um die Ursachen des Unfalls zu untersuchen.

In Binjamina fand die Polizei am Sonntag die Leiche eines 71-jährigen Mannes, der offenbar in seinem Auto ertrunken war. Nach einem weiteren Mann wird noch gesucht, nachdem ihn die Fluten mitgerissen hatten. Sein Sohn konnte sich retten und sah, wie sein Vater weggeschwemmt wurde. Das Unwetter traf viele völlig unvorbereitet. Zwar hatten Meteorologen vor einem Sturm mit starken Regenfällen gewarnt, in ausgetrockneten Flussbetten zu wandern, doch dass über Tel Aviv derart starke Wolkenbrüche niedergingen, war äußerst ungewöhnlich. Zwischen elf und 13 Uhr allein fielen 90 Millimeter Regen.

Niedrig gelegene Straßen waren unpassierbar, Autos standen unter Wasser. Hauptverkehrsadern waren für Fußgänger nicht mehr zu begehen. Der größte Schaden wurde in den südlichen Vierteln Florentin, Hatikwa und in Jaffa angerichtet. Wetterexperten warnen, dass durch den Klimawandel »Jahrhundertstürme« jedes Jahrzehnt oder sogar jedes Jahr auftreten werden.

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Kommentar

Was hat der Konflikt mit dem Iran Israel gebracht?

Eine ernüchternde Bilanz von Roman Haller

 22.04.2026

Meinung

Die Isaac Accords – Kooperation statt Symbolik

Im Gegensatz zu den Abraham Accords geht es bei dem Vertrag zwischen Argentinien und Israel nicht um eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine Vertiefung. Gerade darin liegt seine politische Logik

von Carsten Ovens  22.04.2026

Berlin

Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

Schnitzel - das klingt erst einmal sehr deutsch. Dieses Schnitzel allerdings kommt anders daher. Ein Besuch im Berliner Restaurant »Berta«, das ein israelischer Starkoch nach seiner deutschen Großmutter benannt hat

von Nina Schmedding  22.04.2026

Jerusalem

Klima-Forscher: Teile Israels könnten unbewohnbar werden

Israelische Klimaforscher sagen, der südliche Arava-Raum, Eilat sowie das Jordantal seien besonders gefährdet

 22.04.2026

Westjordanland

Berichte über Verletzte nach Siedler-Angriff

Radikale Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden

 22.04.2026

Terroristen-Gefängnis

Hamas-Terroristen belästigten Reservistinnen sexuell

Eine Reservistin sagt dem Sender KAN, Häftlinge hätte vor ihr masturbiert und ihr erniedrigende Blicke zugeworfen. Die psychischen Folgen seien bis heute spürbar

 22.04.2026