Medienbericht

Hamas soll Antwort auf Vorschlag für Geisel-Deal gegeben haben

Palästinensische Terroristen im Gazastreifen Foto: imago

Bei Gesprächen über eine Waffenruhe im Gaza-Krieg und eine Freilassung der Geiseln in der Gewalt der Hamas-Terroristen hat es offenbar deutliche Fortschritte gegeben.

Die Terrororganisation soll ihre Antwort auf den in Doha ausgehandelten Drei-Punkte-Plan eingereicht und keine Einwände erhoben haben, wie die saudische Nachrichtenseite »Al Arabiya« berichtet. Eine offizielle Bestätigung, dass die Hamas den Vorschlag angenommen hat, gibt es aber nicht.

Israelische Regierungsvertreter dementierten den Bericht von »Al Arabiya«.

Die Hamas »versicherte« am Montag, dass schon bald Palästinenser aus israelischen Gefängnissen entlassen werden würden.

»Wir erneuern den Schwur mit unserem standfesten und geduldigem Volk und mit unseren heldenhaften Gefangenen in den Gefängnissen und versichern, dass ihre Freiheit naht«, so die Erklärung der Hamas-Terroristen im Wortlaut.

Lesen Sie auch

Auch nach Angaben israelischer Regierungsvertreter steht der Geisel-Deal kurz vor dem Abschluss. In der Nacht auf Montag wurde in der katarischen Hauptstadt Doha ein Drei-Stufen-Plan ausgearbeitet. Wie der israelische TV-Sender Kanal 12 berichtet, sollen zwei Ministerien bereits die Anweisung erhalten haben, sich auf die Aufnahme von freigelassenen Geiseln vorzubereiten. Der Sender berichtet auch, dass die Hamas im Tausch für neun bis elf ältere, männliche Geiseln die Freilassung von palästinensischen Gefangenen in »astronomischer« Höhe gefordert habe.

Sinwar soll das letzte Wort haben

Gegenwärtig warte man auf die Reaktion der Hamas, berichtete der Sender N12. Die offizielle Antwort der Terrororganisation wird bis Mitternacht erwartet.

Während Hamas-Vertreter im Ausland dem Vorschlag bereits zugestimmt haben sollen, hat Medienberichten zufolge Mohammed Sinwar das letzte Wort. Er ist nicht nur der Bruder des getöteten Hamas-Chefs Yahya Sinwar, sondern auch Leiter des militärischen Flügels der Terrorgruppe im Gazastreifen.

Bei den indirekten Verhandlungen in Doha zwischen Israel und den Aggressoren der Hamas, bei denen neben Katar auch Ägypten und die USA vermitteln, geht es unter anderem um die Freilassung palästinensischer Häftlinge im Gegenzug für die Geiseln sowie um einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen.

Plan von Mai 2024

Die nun ausgearbeitete Vereinbarung orientiert sich den Berichten zufolge an einem Waffenruhe-Plan, den US-Präsident Joe Biden bereits im Mai letzten Jahres vorgestellt hatte. N12 berichtete, in einer ersten Phase sollten mehr als 30 »humanitäre Fälle« unter den Geiseln freigelassen werden und erst danach junge Männer und Soldaten.

Die dritte Phase sehe einen Wiederaufbau des weitgehend zerstörten Gazastreifens und eine alternative Regierung des Küstenstreifens vor. Hoffnungen auf eine abschließende Einigung bei den zähen Verhandlungen hatten sich bisher immer wieder zerschlagen.

Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat eine mögliche Waffenruhe-Vereinbarung als »Katastrophe für die nationale Sicherheit des Staates Israel« kritisiert. »Wir werden nicht Teil einer Kapitulationsvereinbarung sein, die die Freilassung von Erzterroristen, einen Stopp des Krieges und eine Verwässerung der Errungenschaften vorsieht, die mit viel Blut erkauft wurden« schrieb Smotrich auf der Plattform X. dpa/ja

Krieg

60 Verletzte bei weiterem Einschlag in Israel

Iranische Angriffe auf den Süden Israels fordern viele Verletzte. Nach der Stadt Dimona trifft es das etwas nördlicher gelegene Arad

 21.03.2026

Israel

Mehr als 40 Verletzte nach Raketenangriff in Dimona

Durch das iranische Geschoss wurden unter anderem ein zehnjähriger Junge und eine Frau verletzt

 21.03.2026 Aktualisiert

Nahost

Israels Armee-Chef Zamir: Irans Raketen könnten Berlin treffen

Israels Militärchef warnt: Nach dem iranischen Angriff auf Diego Garcia sieht er auch europäische Hauptstädte wie Berlin im Radius iranischer Raketen. Der Krieg habe etwa die Halbzeit erreicht

 21.03.2026

Iran-Krieg

Weiterer Angriff auf Atomanlage Natans

Die Anlage Natans gilt als wichtig für das iranische Atomprogramm. Welche Auswirkungen hat ein neuer Angriff? Teheran sorgt mit Raketen gegen einen abgelegenen US-Stützpunkt für Aufsehen

 21.03.2026

Iran

Mysteriöses Schwiegen um Chamenei

Modschtaba Chamenei bleibt unsichtbar. Geheimdienste rätseln, ob er am Leben ist und wirklich das Sagen hat. Was steckt hinter den mysteriösen Taxi-Geschichten aus Teheran?

 21.03.2026

Syrien

Israels Armee: Angriffe in Syrien zum Schutz dortiger Drusen

Nach neuer Gewalt im Süden greift Israels Armee Stellungen der syrischen Regierung an. Das israelische Militär will eigenen Angaben zufolge die drusische Minderheit verteidigen

 20.03.2026

Meinung

Siedlergewalt: Eine Schande für Israel

Generalstabschef Zamir und Rabbi Lichtenstein haben recht: Die Exzesse gegen Palästinenser im Westjordanland müssen gestoppt werden, bevor es zu spät ist

von Ayala Goldmann  20.03.2026

Sport

Wegen Fanverhaltens: FIFA bestraft Israel

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Israels Verband mit einer Geldstrafe belegt. Zudem muss bei den nächsten Spielen der Nationalmannschaft im Stadion ein Transparent gezeigt werden

 20.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir schützen die ganze Welt«

Am 20. Tag des Krieges gegen den Iran äußerte sich Israels Ministerpräsident auf einer Pressekonferenz ungewöhnlich ausführlich

von Imanuel Marcus  20.03.2026