»Science«-Auszeichnung

Der Denisova-Durchbruch

Das rekonstruierte Gesicht eines Denisova-Urmenschen Foto: Hebräische Universität

Vergessen Sie Black Friday – gestern war Durchbruch-Donnerstag. Da erfuhr nämlich die Hebräische Universität in Jerusalem, dass sie als einziger israelischer Kandidat für den »Durchbruch des Jahres 2019« im Magazin »Science« im Rennen ist. Die Wissenschaftler Liran Carmel und David Gokhman sind für ihre spektakuläre Rekonstruktion eines Gesichts des Denisova-Urmenschen nominiert.

Entfernte Verwandte Carmel und Gokhman hatten vor einigen Wochen große internationale Beachtung erhalten, als sie der Welt das Gesicht eines Denisova-Mädchens vorstellten und damit zum ersten Mal zeigten, wie diese Verwandten des Neandertalers ausgesehen haben. Diese mysteriöse Menschenart lebte vor rund 100.000 Jahren, starb jedoch aus.

Mithilfe des chemischen Prozesses der DNA-Methylierung formten die Wissenschaftler die Anatomie des Denisova aus winzigen Überresten, die vor zehn Jahren in einer Höhle in Sibirien gefunden wurden: aus der Spitze eines kleinen Fingerknochens und drei Zähnen.

Die Auszeichnung in der renommierten Zeitschrift wäre die erste für ein israelisches Forschungsprojekt.

Die Auszeichnung in der renommierten Zeitschrift wäre die erste für ein israelisches Forschungsprojekt. Einer der aufregendsten Momente sei gewesen, als Carmel die wissenschaftliche Ausarbeitung an das Magazin »Cell« zur Überprüfung durch Experten schickte: »Andere Wissenschaftler entdeckten den Kieferknochen eines Denisova. Wir haben ihn schnell mit unseren Erkenntnissen verglichen – und er passte perfekt. Ohne es zu planen, haben wir so die unabhängige Bestätigung bekommen, dass wir eine komplette Rekonstruktion aus der DNA eines einzigen Fingerknochens erstellen können.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Erste Auszeichnung Zwar sei es noch ein langer Weg, um mehr über die Gewohnheiten und Lebensräume unseres alten menschlichen Cousins zu erfahren, so die Hochschule. «Doch Carmels und Gokhmans Forschung hat uns einen Schritt weiter in diese Richtung gebracht – und Israel etwas näher daran, die erste Auszeichnung für den Durchbruch des Jahres in ‚Science‘ zu gewinnen.» Weitere Kandidaten sind unter anderem eine vielversprechende Medizin gegen Ebola, künstliche Intelligenz, die Poker spielt, und das Sichtbarmachen von schwarzen Löchern.

Die Abstimmung findet bis Dienstag, 3. Dezember, 8 Uhr deutscher Zeit statt: www.sciencemag.org

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kfar Aza

»Die Angst steckt noch immer im Rucksack«

Shachar Tzuk überlebte das Hamas-Massaker. Drei Jahre später hat sie ein Zuhause, eine Verlobte und ein neues Leben – aber noch immer eine gepackte Fluchttasche

von Sabine Brandes  07.10.2026

Terror

Flydubai-Copilot wollte offenbar Tel Aviver Flughafen treffen

Was war das Ziel des mutmaßlichen Angreifers beim Flydubai-Flug nach Tel Aviv? Die Ermittlungen dazu laufen noch, doch immer mehr Informationen sickern an die Öffentlichkeit

 07.10.2026

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026 Aktualisiert