Israel

Demonstranten fordern Rücktritt von Premier Netanjahu

Proteste gegen Regierungschef Netanjahu in Jerusalem (Archiv) Foto: Flash90

Inmitten eines dritten landesweiten Corona-Lockdowns haben Tausende Israelis am Samstag ihre wöchentlichen Proteste gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wieder aufgenommen.

Auf einem Platz in der Nähe von Netanjahus offizieller Residenz in Jerusalem hielten Demonstranten am Samstag Schilder mit Aufschriften wie »Geh« oder »Bibi, lass mein Volk gehen« in die Höhe.

Die Protestierenden fordern seinen Rücktritt, weil gegen ihn ein Korruptionsprozess läuft und sie ihm ein schlechtes Management der Coronavirus-Krise zur Last legen. Israel steht im März zum vierten Mal seit Anfang 2019 vor Neuwahlen.

Im dritten Lockdown wurden in Israel zuletzt auch die Schulen geschlossen. Zugleich treibt das Land seine Impfkampagne voran, inzwischen haben fast 20 Prozent der Bevölkerung eine erste Impfdosis erhalten. Der Prozess gegen Netanjahu sollte in der kommenden Woche fortgesetzt werden, wurde aber wegen des Lockdowns auf unbestimmte Zeit verschoben.

Netanjahu wird in drei Korruptionsfällen Betrug, Untreue und Bestechlichkeit vorgeworfen. Netanjahu bestreitet alle Vorwürfe gegen ihn. dpa

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Funde in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  30.06.2026

Folgen des 7. Oktober

Israel tötet Peiniger von Rom Braslavski

Rund zwei Jahre lang wurde der Deutsch-Israeli von Terroristen des Islamischen Dschihad gequält. Als er von der Tötung »Abu Yusufs« hört, bricht er in Tränen

 30.06.2026

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Früher hätte man Journalisten wie Restle, die Juden unterstellen, sie seien nur Sprachrohr einer Regierung in Israel, die Eignung als Politik-Redakteure beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abgesprochen. Zu Recht

von Michael Thaidigsmann  30.06.2026

Internationales Rotes Kreuz

Knesset lehnt Gesetz zum Besuchsverbot für Häftlinge ab

Sicherheitsminister Ben-Gvir wollte den Zugang zu palästinensischen Sicherheitsgefangenen verwehren, doch der Gesetzentwurf scheitert an Stimmen der eigenen Koalition

von Sabine Brandes  30.06.2026

Bnei Brak

Rabbiner verflucht Israels Armeechef Eyal Zamir

Ein israelischer Soldat wurde wegen eines religiösen Aufnähers inhaftiert. Das und die geplante Einberufung von Charedim sorgt für Verärgerung bei den Ultraorthodoxen

 30.06.2026

Rüstungstechnologie

Israelische Raketenabwehr für Katar

Fotos beweisen, dass in katarischen Regierungsmaschinen Militärtechnologie von Elbit verbaut wurde. Dabei pflegen Israel und Katar nicht einmal diplomatische Beziehungen

 29.06.2026

Reaktionen

»Erster Schritt zum Frieden«

Während Jerusalem und Beirut das Abkommen begrüßen, weist die Hisbollah es entschieden zurück

von Sabine Brandes  29.06.2026

Jerusalem

Israel erkennt den Völkermord an den Armeniern an

Die historische Entscheidung birgt diplomatische Sprengkraft. Außenminister Sa’ar bezeichnete die Anerkennung als »moralische Pflicht«

von Sabine Brandes  29.06.2026