Wirtschaft

Das Leben kostet

Teure Metropole: Tel Aviv Foto: Getty Images/iStockphoto

Dass Israel kein billiges Pflaster ist, ist längst keine Neuigkeit mehr. Doch dass das Leben in Haifa, Jerusalem und Beer Sheva teurer ist als in Hong Kong und Singapur, verwundert schon. Das Businessmagazin »Ceoworld« hat jetzt in einer Studie festgestellt, wo es sich am günstigsten leben lässt – und wo nicht. Israel kommt bei den teuersten Nationen auf den achten Rang. Deutschland ist auf Platz 29.

Die Nationen wurden mit der Stadt New York verglichen, die einen Konsumentenpreisindex von 100 aufweist. Länder, die unter dieser Zahl liegen, sind günstiger als New York und umgekehrt. Auf Platz eins und zwei liegen wenig überraschend die Schweiz und Norwegen, gefolgt von Island, Japan, Dänemark, den Bahamas und Luxemburg. Und dann folgt schon Israel.

KAUFKRAFT Um das Ranking zu bestimmen, wurden der Lebenshaltungskostenindex und Konsumentenpreisindizes verglichen. Außerdem recherchierten die Redakteure in lokalen sowie internationalen Medien und werteten Studien aus. Für die Liste wurden fünf Parameter in Betracht gezogen: Kosten für die Lebenshaltung, Mietpreise, Preise für Konsumgüter, Restaurantkosten und die Kaufkraft des jeweiligen Landes.

Der Konsumentenpreisindex liegt in Israel bei 81,15 und damit höher als in Hong Kong, Singapur, England, Frankreich und den USA. Letztere kamen auf den 20. Platz. Pakistan, Afghanistan, Indien, Syrien und Tunesien gehören zu den günstigsten Staaten der Welt.

PROTESTE Beim Restaurantindex liegt Israel sogar auf dem sechstteuersten Platz, gefolgt von Lebensmitteln (13. Rang) und Wohnen (18. Rang). Bei der Kaufkraft liegt der kleine Nahoststaat mit 30 auf einem der unteren Plätze.

Die extrem hohen Lebenshaltungskosten, vor allem beim Wohnen und Essen, brachten die Menschen vor acht Jahren zu Massenprotesten auf die Straße. Monatelang campten Tausende in mehreren Städten auf den Hauptstraßen, um gegen die überzogenen Miet- und Kaufpreise für Wohnungen zu demonstrieren. Ausgelöst hatte die Proteste der Preis für Hüttenkäse, der bei vielen Israelis zum täglichen Abendbrot gehört. Doch wenig ist seit 2011 geschehen. Obwohl sich der Preis des Käses normalisierte, müssen die Israelis für viele andere Dinge extrem viel berappen.

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