USA

Das bedeuten Trumps Strafzölle für Israel und Juden in Nordamerika

US-Präsident Donald Trump kündigt die Maßnahmen im Rosengarten des Weißen Hauses an und zeigt eine Tabelle mit Strafzöllen in die Kameras. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die von US-Präsident Donald Trump gegen Staaten in aller Welt verhängten Strafzölle treffen auch Israel. Ab dem 9. April werden 17 Prozent auf Exporte in die Vereinigten Staaten fällig. Israels Finanzminister Bezalel Smotrich hatte noch versucht, den Schritt abzuwenden, indem er am Dienstag eine Direktive unterschrieb, mit der alle Importzölle auf US-Produkte abgeschafft werden sollten.

Israel exportierte im vergangenen Jahr Güter im Wert von umgerechnet 22 Milliarden US-Dollar in die USA. Darunter waren vor allem Technologie-Produkte, Edelsteine und Güter für die medizinische Versorgung, wie die »Times of Israel« berichtet. Die Strafzölle könnten auch den Import von koscheren Lebensmittel und Judaika verteuern, die in Israel hergestellt werden.

Für Juden in Kanada sind die seit Wochen schwelenden Handelsstreitigkeiten zwischen Washington, D.C. und Ottawa bereits spürbar. Aus Protest gegen die von Trump angedrohten Strafzölle haben viele Händler den berühmten koscheren Wein von Manischewitz aus den Regalen genommen. Denn: Manischewitz-Wein wird im US-Bundesstaat New York hergestellt.

Smotrich ruft Expertensitzung ein

Israels Finanzminister Smotrich hat für Donnerstag eine Expertensitzung mit hochrangigen Vertretern seines Ministeriums einberufen, um mögliche Reaktionen auf die Strafzölle zu erörtern.

Ron Tomer, Präsident des israelischen Herstellerverbands, warnte in der »Times of Israel«, dass die Strafzölle Auswirkungen auf heimische Jobs haben und israelische Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt gefährden könnten.

Lesen Sie auch

Trump sprach von »Befreiungstag«

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwochabend neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten eingeführt. Für viele Länder sollen je nach Handelsdefizit höhere Strafabgaben greifen, wie der Republikaner im Rosengarten des Weißen Hauses ankündigte. Es ist der bisher aggressivste und folgenschwerste Schritt in der Handelspolitik des US-Präsidenten. Dies trifft auch die Europäische Union hart und dürfte die Weltwirtschaft im erheblichen Maße belasten. Ein Handelskrieg mit der Europäischen Union scheint nun unausweichlich. 

Der Republikaner hatte den Tag der Verkündung vorab als »Tag der Befreiung« angepriesen und die Verhängung wechselseitiger Zölle angekündigt. ja/dpa

Türkei

Ehemalige israelische Soldatin in Istanbul festgenommen

Die Frau konnte erst nach diplomatischem Druck nach Hause zurückkehren

 27.02.2026

Spannungen in Nahost

USA raten Teil des Jerusalemer Botschaftspersonals und Angehörigen, Israel zu verlassen

Die amerikanische Botschaft empfiehlt US-Bürgern, die Möglichkeit einer Ausreise zu prüfen und warnt vor weiteren Maßnahmen

 27.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Die Kotel ist für alle da

Die Klagemauer könnte in Zukunft einzig vom orthodoxen Rabbinat verwaltet werden. Was als Schutz der Heiligkeit verkauft wird, wäre ein Angriff auf religiöse Vielfalt

von Sophie Goldblum  27.02.2026

Israel

Neue Pizza-Regeln für die Luftwaffe

Soldaten sollen künftig darauf verzichten, sich Speisen direkt ins Hauptquarter liefern zu lassen. Warum?

 27.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  27.02.2026

Tel Aviv

Ex-Geisel Matan Angrest berichtet von Verhören und Folter durch die Hamas

Zum ersten Mal seit seiner Freilassung hat Angrest über seine Zeit in der Gewalt der Hamas gesprochen

 27.02.2026

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Die Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt im Westjordanland

von Sabine Brandes  26.02.2026

Diplomatie

Israel und Indien vereinbaren »besondere strategische Partnerschaft«

Bislang galt für Israel: »Besondere strategische Partnerschaften« bestehen nur mit Deutschland und den USA. Jetzt wird auch die Zusammenarbeit mit Indien so eingestuft. Das hat Vorteile für beide

 26.02.2026