Israel

Botschafter bestätigt

Der 57-jährige Friedman ist seit Langem ein Vertrauter des US-Präsidenten. Foto: dpa

Er ist bestätigt: Der Anwalt David Friedman wird der neue Botschafter der USA in Israel. Der amerikanische Senat hat seine Ernennung bestätigt. Doch Friedman ist nicht unumstritten. Der Befürworter der jüdischen Siedlungen auf Palästinensergebiet gilt als nationalistischer Hardliner. Regierungschef Benjamin Netanjahu begrüßte die Entscheidung des Senats.

»Israel wird David Friedman wärmstens willkommen heißen – als Vertreter von US-Präsident Donald Trump und engen Freund Israels.« Auch der Siedlerverband Jescha gratulierte dem Mann, den er als seinen Verbündeten ansieht. Friedman hatte Siedlervereinigungen nicht nur ideologisch, sondern auch finanziell unterstützt. Mehrfach hatte er die Siedlungen »als kein Hindernis« bezeichnet.

J street Zu der linksgerichteten jüdischen Organisation in den USA, J Street, indes hatte Friedman gesagt, sie sei »viel schlimmer als die Capos«. Später entschuldigte er sich für diese Aussage. Der ebenfalls linke Israel National Fund meint, dass Friedman zwar bestätigt sei, doch der gesamte Prozess zeige, wie sehr »seine ultranationalistischen Ansichten abgelehnt werden«. Die Republican Jewish Coalition, eine konservative Vereinigung in den USA, erklärte: »Friedman ist eine effektive und bedeutende amerikanische Stimme.«

Der 57-jährige Anwalt spricht Hebräisch und ist seit Langem Trumps Vertrauter. Er hat jedoch keinerlei Vorkenntnisse in der Politik oder im diplomatischen Dienst. Friedman ist der Nachfolger von Botschafter Dan Shapiro, der acht Jahre lang unter Barack Obama gedient hatte.

siedlungsaktivität Währenddessen sind die viertägigen Verhandlungen zwischen amerikanischen und israelischen Beratern zur Siedlungsaktivität Jerusalems in Washington ohne Ergebnis beendet worden. Jedoch wolle man weiterhin den Dialog fördern. »Die Diskussionen sind ernsthaft, konstruktiv und gehen weiter«, hieß es. Gemeinsam verlasen die Vertreter nach dem Ende der Sitzungen eine Botschaft: »Die Delegation der USA bestätigt die Sorgen des Präsidenten um die Siedlungsaktivität in Bezug auf ein Friedensabkommen. Die israelische Delegation hat verdeutlicht, dass sie vorhabe, eine Politik umzusetzen, die diese Bedenken in Betracht ziehen wird.«

In der vergangenen Woche hatte sich der amerikanische Nahost-Vermittler Jason Greenblatt in Jerusalem mit Netanjahu getroffen und war dann nach Ramallah gereist, um mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu sprechen.

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will Wehrpflichtgesetz und Untersuchung zum 7. Oktober vorantreiben

Der Vorsitzende der zentristischen Partei Yashar erklärt, er arbeite bereits an entsprechenden Gesetzesvorlagen. Ob er wirklich eine Regierung bilden kann, bleibt aber unklar

 30.10.2026

Umfrage

Mehrheit der Oppositionswähler befürwortet Regierungskoalition mit arabischer Partei

Befragt wurden Anhänger von Yashar, B’Yachad, der Demokraten sowie Yisrael Beitenu. Was denken diese Wähler?

 30.10.2026

Natur

Gefährliche Ameise

Die invasive Afrikanische Großkopfameise breitet sich schnell aus und kann Ökosysteme sowie die Landwirtschaft schädigen – jetzt wurde sie in Haifa gefunden

von Sabine Brandes  29.10.2026