Diplomatie

Botschaften und Wirtschaftsdeals mit Marokko

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Foto: Flash 90

Die israelische Regierung bestätigte am Sonntag das Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen mit Marokko. Anschließend muss es von der Knesset ratifiziert werden. Der nordafrikanische ist der vierte muslimische Staat, der sich Israel annähert.

WESTSAHARA Zuvor hatten bereits die Vereinigten Arabischen Emirate und das Königreich Bahrain Frieden geschlossen. Mit dem Sudan gibt es eine Verständigung, dass man die Verbindung normalisieren will. Alle Abkommen waren von der vergangenen US-Regierung unter Präsident Donald Trump vermittelt worden. Im Gegenzug für den Aussöhnungsdeal hatte das Weiße Haus die Souveränität Marokkos über Westsahara anerkannt.

»Es ist ein historischer Moment«, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während der Kabinettssitzung am Sonntag. »Vier Friedensabkommen mit vier islamischen und arabischen Staaten in vier Monaten.« Er lobte König Mohammed VI. von Marokko für seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. »Gemeinsam bringen wir direkte Flüge, wirtschaftliche und technologische Kooperation sowie natürlich Botschaften in beiden Ländern.«

»Gemeinsam bringen wir direkte Flüge, wirtschaftliche Kooperation und natürlich Botschaften in beiden Ländern.«

Premier Benjamin Netanjahu

Das israelische Wirtschaftsministerium gab bekannt, dass die Länder bereit seien, Handelsbeziehungen aufzunehmen und vor allem in den Bereichen Innovation zusammenzuarbeiten. Auch der Tourismus steht – nach dem Ende der Corona-Pandemie – auf dem Programm.

Es heißt, dass viele Israelis mit marokkanischen Wurzeln es bereits nicht mehr abwarten können, die Heimat ihrer Vorfahren kennenzulernen und schon auf gepackten Koffern sitzen. Angeblich sollen bereits in den kommenden zwei Wochen Verträge zur Kooperation von beiden Seiten unterzeichnet werden.

VERTRETUNG Zur selben Zeit ließ die Regierung der Golfnation Vereinigte Arabische Emirate wissen, dass sie den Aufbau einer diplomatischen Vertretung in Tel Aviv genehmigt. Ebenfalls am Sonntag öffnete die erste israelische Botschaft in Abu Dhabi ihre Pforten, wenn auch nur an einem temporären Ort, gab das Außenministerium bekannt.

Eitan Na’eh leitet die vorübergehende Botschaft. Eine dauerhafte soll in der nahen Zukunft eingerichtet werden. Darüber hinaus ist ein israelisches Konsulat in Dubai geplant.

Außenminister Gabi Ashkenazi wünschte der israelischen Vertretung »Masal Tow« und lobte die Regierung der VAE für die Anerkennung der Botschaft. Weiter schrieb der Minister: »Und der jüdische Staat freut sich jetzt auf die emiratischen Diplomaten«.

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  19.03.2026 Aktualisiert

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Westjordanland

Generalstabschef Zamir: »Bevor es zu spät ist«

Zwischen Warnung und Kontrollverlust: Israels Sicherheitselite schlägt Alarm wegen ausufernder Siedlergewalt

von Sabine Brandes  19.03.2026

Philosophie

Habermas, Israel und die Juden

Eine kritische Würdigung

von Frederek Musall  19.03.2026

Nahost

Bericht: Israel setzt im Iran auf psychologischen Druck gegen Sicherheitskräfte

Drohanrufe an Angehörige der iranischen Polizei und paramilitärischer Einheiten gehören zu den Aktionen des israelischen Geheimdienstes

 19.03.2026

Israel

Raketentrümmer beschädigen Flugzeuge: Beschränkungen für Passagierflüge wieder eingeführt

El Al muss vielen gebuchten Passagieren absagen. Ausländische Airlines fliegen Israel weiterhin nicht an

 19.03.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Israelisches Gericht: Rasen bei Raketenalarm bleibt strafbar

Ein Autofahrer verteidigt sein Vergehen mit heulenden Sirenen bei einer Attacke. Seine Strategie scheitert

 19.03.2026

Nahost

Iranische Angriffe mit Streumunition fordern vier Tote

Bei den Opfern handelt es sich um einen Gastarbeiter sowie zwei palästinensische Frauen und ein Mädchen in Hebron

 19.03.2026

Krieg gegen Mullahs

Israel tötet Irans Geheimdienstchef Esmail Khatib

Esmaeil Khatib wurde in der Nacht zu Mittwoch in Teheran getötet

 18.03.2026 Aktualisiert