Jerusalem

»Bis April 70 Prozent der Bevölkerung impfen«

Asher Salmon, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen im israelischen Gesundheitsministerium, bei dem Online-Briefing für die Presse Foto: privat

Asher Salmon, Leiter der Abteilung für internationale Beziehungen im israelischen Gesundheitsministerium, hat das Ziel der Regierung in Jerusalem bekräftigt, bis April 70 Prozent der Bevölkerung gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu impfen. Bisher seien Israel fünf Millionen Impfdosen eingetroffen, zusätzliche Lieferungen würden erwartet, sagte Salmon bei einem Online-Briefing für die internationale Presse am Donnerstagnachmittag in Jerusalem.

KOSTEN Auf die Frage eines Journalisten, ob Israel deswegen so erfolgreich beim Impfen sei, weil es mehr für Impfstoffe bezahlt habe als andere Länder, sagte Salmon, er wisse nicht, wie viel andere Länder bezahlt hätten, da die Produzenten solche Informationen nicht veröffentlichten. Die Frage des Geldes stelle sich aber aus seiner Sicht gar nicht: »Die Preise für Impfstoffe sind so lächerlich niedrig im Vergleich zum schrecklichen wirtschaftlichen Schaden, den jeder einzelne Tag des landesweiten Lockdowns anrichtet.«

Alle Bevölkerungsgruppen und selbstverständlich auch Araber mit israelischem Pass würden geimpft. Was die Palästinenser angehe, habe Israel ein großes Interesse daran, dass auch sie so schnell wie möglich gegen das Coronavirus immunisiert seien: »Sie sind unsere nächsten Nachbarn, und etwa 100.000 Palästinenser kommen täglich zur Arbeit nach Israel. Es wäre unmöglich, der Pandemie Herr zu werden, ohne dass die Palästinenser geimpft werden«, sagte Salmon auf eine weitere Frage des Journalisten.

VERTRÄGE Derzeit würden zuerst die eigenen Bürger geimpft: »Jeder Staat würde das tun.« Soviel er wisse, sollten kommende Woche Verträge mit Herstellern über Millionen von Impfdosen für Palästinenser ausgehandelt oder unterzeichnet werden: »Ich hoffe wirklich, dass die Palästinenser die erste arabische Gemeinschaft in unserer Region sind, die voll geimpft sein wird.«

Eine stark diskutierte Frage sei auch die Frage der Impfung von Auslandsisraelis. Nach einer internen Debatte in dieser Woche sei aber beschlossen worden, derzeit offiziell nur Israelis zu impfen, die ein Anrecht auf eine Krankenversicherung in Israel haben. Dies treffe auch auf Israelis zu, die ihr Land erst vor mehreren Monaten verlassen hätten, nicht aber auf Israelis,  die schon 15 bis 20 Jahre im Ausland leben, sagte Salmon.

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