Kurzmeldungen

Biennale, Fußball, U-Boot-Deal

Kunst im öffentlichen Raum: das Clal Center Foto: Flash 90

Ausstellung
Die 4. Jerusalem Biennale für zeitgenössische jüdische Kunst hat in diesem Jahr »Leschem Laschamajim« (Um Himmels willen!) als Motto und wird vom 10. Oktober bis 28. November stattfinden. Mit dabei sein werden 200 israelische und internationale Künstler, die ihre Werke in 30 Ausstellungen an 14 verschiedenen Orten präsentieren. Das Thema soll die Auseinandersetzung mit der eigentlichen Motivation zu einem Werk widerspiegeln. Gründer Rami Ozeri erklärte dazu: »Diskurs und Auseinandersetzung sind das Herzstück der Kreativität. Die Biennale untersucht diesen diversen Dialog durch die mehrschichtige Sprache der visuellen Kunst.« Der Ausdruck »Leschem Laschamajim« stammt aus der Mischna.

Drohne
Eine neue Anti-Drohnen-Technologie der israelischen Firma Skylock soll feindliche Drohnen außer Gefecht setzen können. Sie störe die Kommunikation mit dem Absender, übernehme während des Flugs die Kontrolle und lande die Drohne an einem anderen Ort. Dies ist besonders wichtig, sollte es sich um Drohnen mit Sprengstoff handeln. Damit könne die Zerstörung der Drohne verhindert werden, und sie könne eventuell wiederverwertet werden. Daten, die die Drohne sammelt, können extrahiert werden. Produktmanager Asaf Lebovitz erklärte, das System sei in der Lage, feindliche Drohnen bis zu einer Entfernung von 3,5 Kilometern zu erkennen. Außerdem könne es rund 200 unbemannte Flugobjekte gleichzeitig steuern.

Aussage
Ein Zeuge der Anklage im Korruptionsfall um eine deutsche U-Boot-Lieferung hat ausgesagt, Premier Benjamin Netanjahu habe sich nicht wahrheitsgemäß geäußert, als er Anfang des Jahres dazu befragt wurde. Der Regierungschef bezeichnete den Grund, weswegen er weder seinen Verteidigungsminister noch den Armeechef über den Verkauf von deutschen U-Booten an Ägypten informiert habe, als geheim. Die Polizei geht davon aus, dass Offizielle bestochen wurden, um den Deal im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar durchzudrücken. Der Skandal wird von vielen als »größter in Israels Geschichte« bezeichnet.

Sprache
Für viele Olim Chadaschim ist die Sprache Hürde Nummer eins. Francisco Marinaro und Adam Cohen aus Südamerika wollen das ändern. Mit »Aprende Hebreo« haben die Neueinwanderer eine App entwickelt, die das Lernen vereinfachen soll. Sie basiert auf Videoclips, in denen Fragen beantwortet werden müssen, und beinhaltet Grammatik- und Vokabelübungen. Einwanderer sollen sie schon nutzen, bevor sie ihre Koffer für Israel packen. Denn es sei schwer, »einen Vollzeitjob zu haben und gleichzeitig eine Sprache zu lernen«. Derzeit gibt es die App nur auf Spanisch. Eine englische, russische und französische Version ist in Arbeit.

Fußball
Präsident Reuven Rivlin hat sich zum Auftakt der israelischen Fußball-Saison 2019/20 mit jüdischen und arabischen Kickern getroffen. Mit dabei waren Ayid Habshi und Mohammed Awad von Maccabi Haifa, Atta Jaber vom FC Bnei Sachnin und Aviram Baruchyan von Agudat Sport Ashdod F.C. sowie der Maccabi-Ahi-Nazareth-Trainer Tal Banin. »Fußball ist ein Teamsport«, sagte Rivlin zur Begrüßung, doch leider würden Kommentatoren oft mehr über die Leistung Einzelner berichten als über Gemeinschaftsarbeit. »Weil es ums Team geht, kann Fußball ein Vehikel für den Wandel sein. Denn die Zuschauer sehen, dass es im Nationalteam nicht ›gleiche‹ und ›gleichere‹ Bürger gibt, sondern dass alle gleich sind.« Damit ginge es nicht mehr nur um Fußball, sondern um viel mehr. Rivlin wünschte allen Anwesenden Erfolg und sagte, dass er in der kommenden Saison auf spannende Spiele, viele Tore, aber wenig Gewalt und Rassismus hoffe.

Hilfe
Eine Gruppe israelischer Touristen hat einem verletzten Taxifahrer im Sinai Erste Hilfe geleistet. Die jungen Leute waren selbst im Taxi unterwegs, als sie sahen, wie ein ihnen entgegenkommendes Fahrzeug die Kontrolle verlor und sich überschlug. Josef Malachi, einer der Retter, berichtete davon im israelischen Fernsehen. »Der Fahrer hatte viele Wunden, eine Kopfverletzung und verlor viel Blut.« Einige der Anwesenden hatten in der Armee als Sanitäter gedient. Sie stoppten seine Blutungen und blieben bei ihm, bis – 45 Minuten später – der Krankenwagen kam. Das medizinische Team habe den Israelis für die Hilfe gedankt. Malachi sagte, dass er den verletzten Mann gern wiedersehen würde. »Er kennt uns zwar nicht, aber ich würde gern wissen, ob es ihm gut geht.« Sabine Brandes

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