Nahost

Bericht: Iran kann noch immer Raketen und Drohnen produzieren

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran)
Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus bei Bandar Abbas (Iran) Foto: picture alliance / AP Photo/Amirhosein Khorgooi

Wie die »Times of Israel« berichtet, hat sich der Iran seine Fähigkeit bewahrt, Raketen und Drohnen zu produzieren. Das Medium beruft sich auf einen Bericht der Agentur Bloomberg, die wiederum anonyme westliche Offizielle zitierte. Demnach unterstütze auch Russland die Islamische Republik mit Raketenlieferungen.

Der Bericht kommt inmitten der anhaltenden Spannungen zwischen Washington und Teheran, und nur wenige Tage, nachdem amerikanische Medien berichtet hatten, dass das US-Militär aufgefordert worden war, eine Rückkehr zu den Kampfhandlungen zu planen.

Den Meldungen zufolge sollte es um mehrere Tage intensiver Angriffe auf iranische Energiestandorte sowie Raketen- und Drohnenarsenale gehen. US-Präsident Donald Trump selbst sagte allerdings, dass die USA den Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November nicht angreifen werden.

Lesen Sie auch

Laut Bloomberg hat der Iran die vergangenen Monate genutzt, um seine beschädigte Waffenindustrie wiederaufzubauen. Das Land sei sowohl mit ballistischen Raketen als auch mit Anti-Schiffs-Raketen »gut bestückt«, wird einer der anonymen US-Beamten zitiert. Er sagte zudem, Moskau stelle Teheran Raketen zur Verfügung. Das russische Verteidigungsministerium reagierte nicht auf eine Anfrage von Bloomberg.

Unterdessen berichtete die hebräischsprachige Tageszeitung Maariv am Samstag, dass die USA in den letzten Wochen Israel dazu gedrängt hätten, Angriffe auf den Iran selbst zu starten, ohne dass das US-Militär sich anschließe.

Verlangte Trump von Israel, Iran allein anzugreifen?

Der Bericht, der keine Quellen zitierte, sagte, Trump wolle, dass Israel die Führung beim Angriff auf den Iran übernimmt, weil Teheran schnell wieder aufrüste, die USA wegen der anstehenden Wahlen aber den Krieg nicht selbst wieder aufnehmen wollten. Maariv zufolge soll Israels Generalstabschef Eyal Zamir das Anliegen zurückgewiesen haben, da eine solche Aktion wahrscheinlich zur Verschiebung der israelischen Knesset-Wahl am 27. Oktober führen würde.

Eine Sprecherin des Weißen Hauses wies die Berichte zurück und betonte, durch die amerikanisch-israelischen Angriffe von 2025 und vom Februar dieses Jahr seien die nuklearen und konventionellen Fähigkeiten Irans erfolgreich zerstört worden.

Neue Angriffe auf Frachtschiffe und Tanker

Unterdessen gab es am Sonntag neue Meldungen über Angriffe auf zivile Frachtschiffe und Öltanker am Persischen Golf. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut ein ziviles Frachtschiff nach Verlassen eines iranischen Hafens angegriffen. Ein US-Kampfflugzeug habe im Golf von Oman das unter panamaischer Flagge fahrende Frachtschiff »M/V Ocean Molica« am Heck getroffen und den Antrieb lahmgelegt, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit. Die Besatzung des Schiffes sei dabei nicht zu Schaden gekommen, hieß es.

Lesen Sie auch

Der Frachter habe wiederholte Warnungen ignoriert und versucht, die bestehende Seeblockade gegen den Iran zu durchbrechen, hieß es weiter. Das Schiff habe versucht, die regionalen Gewässer zu durchqueren, nachdem es zuvor einen iranischen Hafen verlassen hatte, erklärte Centcom.

Die USA blockieren im Iran-Krieg iranische Häfen und Küstengebiete, um der Islamischen Republik Einnahmen aus dem Ölexport zu verwehren. Schiffen wird nicht erlaubt, iranische Häfen anzusteuern oder von dort abzulegen.

Der Iran blockiert seit Beginn des Kriegs seinerseits die für den globalen Energiehandel wichtige Straße von Hormus. Dort wurde erneut ein Tanker attackiert, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) meldete. Es sei ein Feuer ausgebrochen, die Besatzung sei den Angaben nach aber in Sicherheit. ja (mit dpa)

Gesellschaft

Hamas-Massaker überschattet Israels Wahlkampf

Die meisten Israelis sehen den 7. Oktober als wichtigen Faktor für ihre Wahlentscheidung. Umfragen zeigen, dass weder Netanjahus Lager noch die Opposition die Mehrheit erhält

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026