Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Feuer am Flughafen von Riad
Feuer am Flughafen von Riad Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Saudi-Arabien

Mindestens zwölf Tote bei Angriff auf Flughafen in Riad

Der Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten Huthi im Jemen und Saudi-Arabien eskaliert. Bei dem Angriff auf den Flughafen King Chalid gibt es Tote und Hunderte Verletzte. Wie reagiert Washington?

 11.10.2026 08:47 Uhr

Bei einem verheerenden Angriff auf den Hauptflughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad sind nach Angaben der staatlichen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet worden. 309 weitere wurden demnach verletzt, einige schwebten am Morgen in Lebensgefahr. Es ist die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar. Dessen Fronten haben sich auf den Konflikt zwischen der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Jemen ausgeweitet.

Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis machte die Huthi für die jüngste Attacke auf den internationalen Flughafen King Chalid verantwortlich. Der Angriff auf eines der Passagierterminals sei ein »regelrechtes Kriegsverbrechen«, schrieb der Sprecher des Bündnisses, Turki al-Maliki, auf der Plattform X und kündigte eine entschiedene Reaktion an.

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UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich »zutiefst schockiert« über den Angriff der Huthi. Attacken auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verstießen gegen das Völkerrecht. Sie müssten sofort eingestellt werden, forderte er. 

US-Präsident Donald Trump erklärte, er prüfe, ob sich die USA den saudischen Angriffen auf die Huthi im benachbarten Jemen anschließen sollten. »Vielleicht. Wir werden uns das anschauen«, zitierte ihn der Sender CBS News.

Huthi verstärken Angriffe

Zuletzt hatte die Huthi-Miliz ihre Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien verstärkt und sich auch zu Anschlägen mit ballistischen Raketen auf den Flughafen von Riad und andere Einrichtungen bekannt. Der internationale Flughafen King Chalid war erst am Donnerstag angegriffen worden. Drei saudische Staatsangehörige kamen dabei ums Leben. 

Die Huthi-Rebellen hatten Saudi-Arabien vorgeworfen, den Flughafen der westjemenitischen Hafenstadt Hudaida sowie weitere Gebiete aus der Luft angegriffen zu haben. Unterdessen wurde wegen der erneuten Attacke auf den saudi-arabischen Flughafen King Chalid der Betrieb dort vorübergehend eingestellt. Laut der saudischen Luftfahrtbehörde haben vier der getöteten Menschen die saudische Staatsangehörigkeit und zwei die von Bangladesch. Ums Leben kamen auch je eine Person aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien sowie aus dem Sudan und den palästinensischen Gebieten. 

USA verurteilen Angriffe der Rebellen

Die Vereinigten Staaten verurteilten die jüngsten Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien »auf das Schärfste«, schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf der Plattform X. »Diese verwerflichen Angriffe zeugen von einer eklatanten Missachtung des Lebens unschuldiger Zivilisten. Sie müssen sofort aufhören«. Die USA stünden an der Seite Saudi-Arabiens, fügte Rubio hinzu. 

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Die Flughäfen von Riad sowie Abha im Südwesten Saudi-Arabiens waren erst im Verlaufe dieser Woche von den Huthi angegriffen worden. Dabei wurden nach Angaben der saudi-arabischen Luftfahrtbehörden drei Menschen getötet. Zuletzt war der Flughafen King Chalid am Donnerstag angegriffen worden. Die Huthi hatte die Angriffe jeweils für sich reklamiert. Zu der erneuten Attacke vom Samstag gab es von der Rebellengruppe zunächst kein Bekennerschreiben. 

<strong>US-Botschaft warnt Landsleute in Saudi-Arabien</strong>

Die US-Vertretung in Saudi-Arabien rief alle US-Bürger in dem verbündeten Königreich dringend auf, den internationalen Flughafen King Chalid sowie die umliegenden Gebiete zu meiden. Mitarbeiter der US-Regierung benötigten eine Sondergenehmigung für die Nutzung des Flughafens sowie der Flughäfen in Dschidda und Dammam, schrieb die US-Botschaft in einer Mitteilung und riet zu äußerster Vorsicht bei der Nutzung aller größeren Flughäfen in dem Land.

Die Huthi kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt gegen die international anerkannte Regierung des Jemens. Saudi-Arabien fliegt dabei immer wieder auch Luftangriffe in dem Nachbarland. Am vergangenen Wochenende hatte die jemenitische Regierung eine großangelegte Offensive zur Rückeroberung aller von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiete angekündigt. Die Huthi konnten zuletzt strategisch wichtige Gebiete für sich gewinnen. Die jüngste Eskalation markiert eine weitere Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat.

Erneut Angriffe im Streit um die Straße von Hormus 

Zum zentralen Konfliktpunkt in dem Krieg zwischen Teheran und Washington ist dabei die Straße von Hormus geworden. Dort wurde nun erneut ein Tanker angegriffen. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem »unbekannten Geschoss« getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es sei ein Feuer ausgebrochen, die Besatzung sei den Angaben nach aber in Sicherheit. Das Ausmaß der Schäden sei noch unklar. Auch wer für die Attacke verantwortlich war, ist noch ungewiss.

Der Iran blockiert seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr in der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Straße von Hormus. Dort wurde erneut ein Tanker angegriffen, wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) meldete. Das US-Militär attackierte seinerseits nach eigenen Angaben erneut einen zivilen Frachter wegen versuchten Durchbrechens der Seeblockade gegen den Iran. Der Antrieb sei lahmgelegt worden, die Besatzung aber nicht verletzt worden. dpa

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