Nahost-Allianz

Bennett besucht Ägypten

Der emiratische Kronprinz, der ägyptische Präsident und der israelische Premier in Ägypten. Foto: Facebook of the Egyptian Presidential Spokesman

Der israelische Premierminister Naftali Bennett ist am Montagabend überraschend zu einem Treffen mit dem Präsidenten Ägyptens, Abdel-Fattah al-Sissi, in Scharm El-Sheich auf der ägyptischen Sinaihalbinsel zusammengekommen. Auch der Kronprinz von Abu Dhabi, Mohammed bin Zayed al-Nahyan, war bei dem Gipfel dabei.

Das Treffen wurde in den letzten Tagen im Geheimen geplant. Diplomatische Quellen erklärten, dass Bennett nach Ägypten gekommen sei, um vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine bei einer Reihe von Problemen zu helfen. Jerusalem wird zusehends als stabilisierender Einfluss in der Region gesehen.

Das Büro des Premierministers schrieb nur knapp, dass Bennett sich mit den beiden arabischen Politikern getroffen hatte. »Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen in der Welt und in der Region erörterten die Staats- und Regierungschefs die Beziehungen zwischen den drei Ländern und Möglichkeiten, sie auf allen Ebenen zu stärken«, heißt es in der Erklärung.

Der Gipfel ist Teil der Bemühungen, eine Allianz in der Region zu schmieden.

Dies ist der zweite Besuch des israelischen Ministerpräsidenten in Ägypten. Seine erste offizielle Visite fand im September des vergangenen Jahres statt.

Außerdem sei der Gipfel Teil der Bemühungen, mit amerikanischer Unterstützung eine Koalition zwischen Ländern zu schmieden, die in der Vergangenheit als Gegner Israels galten – darunter Ägypten, die Golfstaaten und die Türkei –, die insbesondere gegen den Iran zusammenstehen würde.

ABHÄNGIGKEIT Israel sei daran interessiert, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien davon zu überzeugen, ihre Ölproduktion zu steigern, um die Abhängigkeit der Welt von russischem Öl zu verringern, berichtet die Tageszeitung Haaretz.

Auf wirtschaftlicher Seite wolle Israel Ägypten bei der Suche nach alternativen Weizenquellen unterstützen. Bis zum Ausbruch des Krieges in der Ukraine war das Land auf Weizen aus der Ukraine und Russland angewiesen. Experten sind einig, dass eine gemeinsame Front zwischen Ägypten, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor allem eine wichtige Botschaft an das Regime des Irans in Bezug auf die Bedrohung aus dem Iran wäre.

Debatte

»Sie war mehr als froh, als alles zu Ende war«: Berlinale-Kreise: Tuttle überfordert und resigniert

Wie geht es nach Debatten um die Berlinale weiter? Eine Krisensitzung bringt nach Angaben des Kulturstaatsministers keine Entscheidung - zumindest vorerst

 26.02.2026

Politik

US-Konsulate erstmals in jüdischen Siedlungen

Die Angebote stehen im Kontext wachsender Spannungen und anhaltender Gewalt im Westjordanland

von Sabine Brandes  26.02.2026

Diplomatie

Israel und Indien vereinbaren »besondere strategische Partnerschaft«

Bislang galt für Israel: »Besondere strategische Partnerschaften« bestehen nur mit Deutschland und den USA. Jetzt wird auch die Zusammenarbeit mit Indien so eingestuft. Das hat Vorteile für beide

 26.02.2026

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  26.02.2026

Aliya

»Ich habe gewonnen«: Auschwitz-Überlebende (96) wandert nach Israel aus

Charlotte Roth will mehr Zeit mit ihrer Familie bringen, die zum größten Teil aus den USA nach Israel eingewandert ist

 26.02.2026

Jerusalem

Todesstrafe-Gesetz soll »abgeschwächt« werden

Klauseln könnten gegen internationales Recht verstoßen und werden von Experten als potenziell verfassungswidrig eingestuft

von Sabine Brandes  26.02.2026

Porträt

Kein Neuland

Mit dem Diplomaten und ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff soll ein Israel-Kenner der nächste Botschafter in Tel Aviv werden. Was ist von ihm zu erwarten?

von Joshua Schultheis  26.02.2026

Sport

Tel Aviv rüstet sich für Marathon: Umfangreiche Straßensperrungen angekündigt

Der erste Startschuss fällt schon um 5:30 Uhr

 26.02.2026

»Pay for Slay«

Terror-Renten: Autonomiebehörde zahlte mehr als 130 Mio. Euro

Dem israelischen Sicherheitskabinett zufolge wurden sogar Gehälter von Lehrern gekürzt, um die Zahlungen aufrechtzuerhalten

 26.02.2026