Israel

Ben Gvir: Geisel-Deal bedeutet Ende der Regierungskoalition

Minister Itamar Ben Gvir mit Kobi Yaakobi, dem Direktor der Gefängnisbehörde, am Mittwoch letzter Woche beim Besuch eines Gefängnisses, in dem Hamas- und Hisbollah-Terroristen einsitzen. Foto: Copyright (c) Flash90 2025

Israels Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir, hat erneut Teile der Nation aufgeschreckt. Diesmal erklärte er, er habe im vergangenen Jahr mehrfach Pläne für eine Waffenruhevereinbarung in Gaza durchkreuzt. »Im letzten Jahr haben wir es mit unserer politischen Macht geschafft, einen solchen Deal immer wieder zu verhindern«, schrieb er auf X.

In einem Video, das er veröffentlichte, rief Ben Gvir den ebenfalls rechten Finanzminister Bezalel Smotrich dazu auf, mit ihm gemeinsam einen Bruch der Regierungskoalition von Benjamin Netanjahu anzukündigen – für den Fall, dass eine Vereinbarung über einen Waffenstillstand jetzt zustande kommt.

Ben Gvir fügte hinzu, er habe derzeit nicht mehr die Macht, Netanjahu zu stürzen, denn dieser habe Gideon Sa’ars Partei der Neuen Hoffnung in die Koalition aufgenommen. Dadurch hätten sich die Machtverhältnisse geändert.

Lesen Sie auch

Eigener Machterhalt

Israelische Medien berichteten, Familienangehörige von Geiseln, die seit dem 7. Oktober 2023 von der Hamas und anderen Terrororganisationen in Gaza festgehalten werden, hätten den Minister für seine Aussagen scharf kritisiert. Ihnen zufolge stoppte Ben Gvir einen Deal mit der Hamas für seinen eigenen Machterhalt. Ohne ihn würden einige ermordete Geiseln noch leben.

Oppositionsführer Yair Lapid bezeichnete Ben Gvirs Statements als Beweis dafür, dass die Regierung in der Tat aus politischen Gründen von einer Zustimmung zu einer Waffenruhevereinbarung abgesehen habe. Dies hatte er dem Bündnis zuvor schon vorgeworfen.

Israelischen und amerikanischen Quellen zufolge ist eine solche Vereinbarung jetzt in Reichweite und könnte noch heute oder zumindest diese Woche bestätigt werden. Presseberichten zufolge sollen im Rahmen einer Waffenruhe 33 lebende, aber auch tote Geiseln von der Hamas freigelassen werden, im Austausch für 1000 palästinensische Häftlinge. im

Social Media

Mit dem Direktflug von Teheran nach Tel Aviv

Mit einem KI-erstellten Video träumt die Metropole am Mittelmeer von einem friedlichen Morgen für Israelis und Iraner

von Sabine Brandes  26.03.2026

Krieg

Israel schickt weitere Soldaten in den Libanon

Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge auch am Boden gegen die libanesische Terror-Miliz im Süden des Nachbarlandes vor. Nun sendet das Militär Verstärkung

 26.03.2026

Israel

Die Kosten des Krieges

Von Toten und Verletzten über Lohnausfall bis zum Konsum: Der Waffengang gegen den Iran ist in allen Lebensbereichen spürbar

von Sabine Brandes  26.03.2026

Nahost

Wie geht der Krieg gegen den Iran weiter?

US-Präsident Donald Trump droht dem Regime mit weiteren Angriffen. Teheran soll derweil seine Antwort auf den 15-Punkte-Plan übermittelt haben

 26.03.2026

Iran-Krieg

Israel meldet Tötung von IRGC-Marineführung

Die Tötung von Admiral Ali Reza Tangsiri stellt laut IDF »einen bedeutenden Schlag gegen die Führungsstrukturen der IRGC und ihre Fähigkeit dar, Terroraktivitäten im maritimen Bereich zu orchestrieren«

 26.03.2026

Interview

»Das Land braucht Veränderung«

Jenny Havemann und Susanne Glass haben gemeinsam ein Buch geschrieben. Im Gespräch erzählen sie über »ihr« Israel, das es nicht mehr gibt, Freundschaft und die Möglichkeit eines Neubeginns

 26.03.2026

Sicherheit

Wegen des Krieges: Israel schließt Parks und Strände vor Pessach

Während der Feiertage zieht es für gewöhnlich Millionen Israelis in die Natur und an die Küste

 26.03.2026

Jerusalem

Herzog wirft Europa Unentschlossenheit im Umgang mit Iran vor

»Was seid ihr so naiv?«, fragt der israelische Präsident europäische Regierungen. »Lest ihre Schriften, lest ihre Ideologie, und versteht: Ihr seid die Nächsten.«

 26.03.2026

Nahost

Israel stoppt UNO-Hilfslieferung mit Schmuggelware für Gaza

Waren, die der Terrororganisation Hamas helfen könnten, dürfen weiterhin nicht in den Gazastreifen gebracht werden

 26.03.2026