Nahost

Bald Direktflüge zwischen Israel und Marokko?

Ein Schloss in der Nähe der marokkanischen Stadt Marrakesch Foto: Flash 90

Nach Vereinbarungen Israels mit zwei arabischen Staaten zur Normalisierung der Beziehungen soll es laut einem TV-Bericht auch bald Direktflüge zwischen Tel Aviv und Marokko geben. Der israelische Fernsehsender N12 berichtete am Samstagabend, dies sei der nächste Schritt der Normalisierungsbemühungen von US-Präsident Donald Trump. Eine Sprecherin des israelischen Außenministeriums sagte zu dem Bericht: »Wir bestätigen oder kommentieren dies nicht.«

Der marokkanische Ministerpräsident Saadeddine el-Othmani hatte im vergangenen Monat zwar gesagt, man lehne ein Normalisierungsabkommen mit Israel ab, wobei er auf die Rechte der Palästinenser verwies. Später sagte er jedoch der marokkanischen Nachrichtenseite »Le360«, er habe dabei in seiner Funktion als Vorsitzender der moderat-islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) und nicht im Namen der Regierung gesprochen.

VERBINDUNGSBÜROS Nach Beginn des Friedensprozesses mit den Palästinensern hatten Israel und Marokko 1994 mit der Normalisierung ihrer Beziehungen begonnen und Verbindungsbüros eingerichtet. Nach Ausbruch des Intifada genannten zweiten Palästinenseraufstands fror Marokko die Beziehungen zu Israel jedoch vor 20 Jahren wieder ein. Bis zu Beginn der Corona-Pandemie besuchten dennoch jährlich Tausende israelische Touristen das nordafrikanische Land.

US-Präsident Trump hatte am Freitag mitgeteilt, nach den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wolle auch Bahrain diplomatische Beziehungen zu Israel aufnehmen. Israel begrüßte dies, die Palästinenser kritisierten es dagegen als »Verrat«. Die Emirate und Bahrain sind mit der Einigung von der bisherigen Strategie arabischer Staaten abgewichen, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen.

Unterdessen telefonierte Israels Außenminister Gabi Ashkenazi mit seinem Amtskollgen Abdullatif al-Sajani in Bahrain.

Unterdessen hat Israels Außenminister die Vereinbarung zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem Königreich Bahrain als weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer Normalisierung des Verhältnisses mit den Nahost-Staaten eingestuft. Gabi Aschkenasi habe mit Abdullatif al-Sajani telefoniert, seinem Amtskollegen in Bahrain, teilte das Außenministerium in Jerusalem am Samstagabend mit. »Ich kann es nicht erwarten, weiter zusammenzuarbeiten«, sagte Aschkenasi den Angaben zufolge.

STABILITÄT Aschkenasi sagte, der Schritt habe eine große strategische und wirtschaftliche Bedeutung. Man werde sich gemeinsam bemühen, »die Stabilität in der Region zu gewährleisten und Errungenschaften für beide Länder zu erzielen, die unseren Bürgern dienen«.

Auch Verteidigungsminister Benny Gantz begrüßte die Vereinbarung mit Bahrain. »Jede Bemühung, den Frieden voranzubringen, ist ein Segen«, teilte er mit. »Die Normalisierung der Beziehungen zwischen uns und regionalen Partnern bringt die Vision eines Nahen Ostens näher, der sicher für alle seine Einwohner ist.« dpa

Geiselverhandlungen

Israels geheimer Draht zur Hamas

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Geheimdienstes Schin Bet enthüllt in einem Interview erstmals direkte Gespräche mit der Führung der Terrororganisation nach dem 7. Oktober 2023

von Sabine Brandes  30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  30.08.2026

Jerusalem

Geheimdienst: Netanjahus Sohn wegen Bedrohung aus USA zurück

Netanjahu hatte von iranischen Mordplänen gegen einen seiner Söhne gesprochen. Der Inlandsgeheimdienst bestätigt nun, Jair sei wegen einer akuten Bedrohung aus den USA nach Israel zurückgekehrt

 30.08.2026

Jerusalem

Netanjahu verurteilt Gewalt radikaler Siedler im Westjordanland

In Kusra belagern radikale Siedler seit drei Wochen mehrere Häuser palästinensischer Einwohner. Erstmals hat sich nun der Ministerpräsident dazu geäußert

 30.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026