Nahost

Außenministerin Baerbock fordert sofortige humanitäre Feuerpause

Außenministerin Annalena Baerbock auf dem Weg zum Abflug nach Ägypten. Foto: picture alliance/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock hat von Israel und der Terrororganisation Hamas ein Einlenken bei den Verhandlungen in Katar verlangt. » Nur eine sofortige humanitäre Feuerpause, die zu einem dauerhaften Waffenstillstand führt, hält die Hoffnung auf Frieden am Leben – für Palästinenserinnen und Palästinenser wie Israelis«, forderte die Grünen-Politikerin am Sonntag vor neuerlichen Krisengesprächen an diesem Montag und Dienstag in Ägypten, Israel und den palästinensischen Gebieten. Es ist Baerbocks sechster Besuch in Israel seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023.

Das Sterben der Menschen in Gaza und das Leid der mehr als 130 noch immer von der Hamas gefangengehaltenen Geiseln seien miteinander verwoben, erinnerte Baerbock. »Das Leid muss für alle enden.« Die Verhandlungen in Doha, der Hauptstadt des Golfemirats Katar, müssten nun endlich zum Erfolg führen. Angesichts von Unstimmigkeiten zwischen Israel und den USA über die Vorgehensweise im Gaza-Krieg wollte eine israelische Delegation am Wochenende in Doha über eine befristete Waffenruhe und eine Geiselfreilassung verhandeln.

Baerbock: »Wir stehen zu unserer Verantwortung für Israels Sicherheit.«

Zugleich forderte die Bundesaußenministerin die israelische Regierung erneut auf, »endlich die Grenzübergänge für viel mehr Hilfe« zu öffnen. Luftabwürfe oder Seebrücken für Hilfsgüter seien keine nachhaltige Lösung. Sie betonte zugleich: »Wir stehen zu unserer Verantwortung für Israels Sicherheit.«

Die Hamas müsse die Waffen niederlegen und dürfe nie mehr wieder den Terror des 7. Oktober über die Menschen in Israel bringen. »Aber rein militärisch lässt sich dieses Ziel nicht erreichen. Und das militärische Vorgehen hat seine Grenzen im humanitären Völkerrecht«, mahnte Baerbock die israelische Regierung.

Israels Außenminister Israel Katz reagierte ablehnend auf Baerbocks Forderung nach einer humanitären Feuerpause im Gazastreifen. »Wir erwarten von unseren Freunden, dass sie Israel in diesen herausfordernden Zeiten weiterhin unterstützen und es nicht gegenüber der Terrororganisation Hamas schwächen«, schrieb er auf X. Eine humanitäre Feuerpause könne nicht ohne Freilassung der israelischen Geiseln verkündet werden. In Hinblick auf die humanitäre Hilfe für Gaza »müssen wir gemeinsam (daran) arbeiten«, fügte er hinzu.  

Am Montag wollte Baerbock in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ihren Kollegen Samih Schukri treffen. Danach war der Weiterflug nach Israel geplant. Am Abend stand ein Besuch der Palästinensischen Gebiete auf dem Programm. In Ramallah wollte Baerbock Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Außenminister Riad Malki treffen. Eine Unterredung mit ihrem israelischen Kollegen Israel Katz war am Dienstag vorgesehen.

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nachrichten

Umwelt, Anerkennung, Bücher

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  02.07.2026

1000 Tage

Tausende Stimmen gegen das Vergessen

Die Hebräische Universität und Edut 710 schaffen ein KI-gestütztes Archiv, das die Zeugnisse des 7. Oktober bewahrt

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

5800 Juden wollen in diesem Sommer Alija machen

Das Interesse, nach Israel überzusiedeln, ist ungebrochen groß: Im Juli und August werden zahlreiche Neubürger erwartet, vor allem aus Frankreich und den USA

 02.07.2026

Archäologie

Höhle der Menschheitsgeschichte

Sensationsfund in einer Hunderttausende von Jahren verschlossenen Höhle südlich von Haifa könnten eines der größten Rätsel über die Vorgeschichte des Homo sapiens lösen

von Sabine Brandes  02.07.2026

Zeitgeschichte

Entebbe und kein Ende

Der Historiker Jan Gerber zeigt in seinem neuen Buch, wie aus dem Antizionismus der 68er-Generation radikale antisemitische Praxis wurde

von Ralf Balke  02.07.2026