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Ausrede, Masken, Schule

Fressen Hausaufgaben: Wildschweine Foto: Flash 90

Ausrede
Es dürfte die beste Ausrede aller Zeiten sein: »Entschuldigung, aber ein Wildschwein hat meine Hausaufgaben gefressen.« Das sagte ein Schüler in Haifa in der vergangenen Woche. Elad Koshiko hatte sogar den Video-Beweis, wie ein Eber sich durch den Inhalt seines Rucksacks frisst, den er am Schuleingang abgestellt hatte. »Wir hatten eine Pizza bestellt, doch das Tier fraß nicht nur die, sondern auch meine Notizen«, erzählt Elad in dem Video, während es im Hintergrund grunzt und schnauft. Durch den Rückzug der Menschen während der Corona-Pandemie hatten sich die Tiere in der Hafenstadt zusehends aus ihrem natürlichen Habitat getraut und streifen mittlerweile sogar in Wohngebieten umher. Haifa liegt am Fuße des Carmelgebirges, in dem es vor Wildschweinen, Füchsen und anderen Tieren nur so wimmelt. Alle gelten als geschützte Arten und dürfen nicht gejagt werden.

Urteil
Ein israelischer Händler von binären Optionen ist in einem Zivilverfahren des Betruges für schuldig befunden und dazu verurteilt worden, die fast 600.000 Dollar, die er dem Kläger aus der Tasche zog, zurückzuzahlen. Bei den binären Optionen geht es um den Handel mit Währungen oder Rohstoffen im Internet. In den vergangenen Jahren hatte sich das Land zu einer Art Zentrum dieser Firmen entwickelt – viele von ihnen betrogen ihre Kunden um ihr Geld. Es ist das erste Mal, dass ein Richter komplett zugunsten des Opfers, das im Ausland lebt, entschied. »Ich bin überzeugt, dass die gesamte Tätigkeit des Angeklagten darauf abzielte, Investoren zu betrügen«, sagte er. Damit ebnete er den Weg für weitere Betroffene, die auf diese Weise zumindest einen Teil ihres Geldes zurückerhalten könnten.

Verkauf
Die Delek Group stößt Besitz ab. Das Unternehmen von Yitzhak Tshuva hat bei zwei Verkäufen Vermögen im Wert von 1,1 Milliarden Schekel (umgerechnet etwa 282 Millionen Euro) abgestoßen. Damit wird die hauptsächliche Aktivität von Delek nur noch der Betrieb von Tankstellen und den dazugehörigen Minimärkten sein. Zu den Verkäufen gehören unter anderem Ländereien für die Lagerung von Gas sowie zwei Unternehmen für Spezialfahrzeuge, denen die Kraftwerke an den Entsalzungsanlagen Soreq und Aschdod gehören. Delek wird mit den Erlösen Bankschulden begleichen und Anleihehalter auszahlen.

Masken
Um einer zweiten Welle des Coronavirus vorzubeugen, produziert Israel mehr Masken. Eine Fabrik für den Mund- und Nasenschutz N-95 hat jetzt in der südlichen Kleinstadt Sderot eröffnet. Die Zahl der Infektionen steht bei Redaktionsschluss bei rund 18.270. »Wir bereiten uns auf die zweite Welle vor«, erklärte Verteidigungsminister Benny Gantz. Israel hatte in den vergangenen Wochen Schulen und die Wirtschaft weitgehend wieder geöffnet. Die N-95-Masken bieten einen besseren Schutz als gewöhnliche Krankenhausmasken, gibt die Fabrik an. Die Maschinen für die Herstellung sind aus China importiert worden.

Schule
Es soll länger gelernt werden. Nachdem die israelischen Kinder und Jugendlichen wegen der Corona-Krise rund zwei Monate Unterricht verloren haben, will die Regierung dafür sorgen, dass der Stoff zumindest teilweise aufgeholt wird. Premierminister Benjamin Netanjahu und Bildungsminister Yoav Galant erklärten, dass Kindergärten und Grundschulen nicht, wie gewöhnlich, am 30. Juni wegen der Ferien ihre Pforten schließen, sondern den Betrieb bis zum 13. Juli aufrechterhalten. Anschließend soll es vom Kindergarten bis zur vierten Klasse Sommercamps geben, damit die Eltern wieder arbeiten gehen können. Das Finanzministerium will für die Unterrichtsverlängerung knapp 180 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Wege
Tel Aviv setzt auf Zweiräder: Die Verwaltung kündigte an, die Länge der Radwege bis 2025 von derzeit 140 auf 300 Kilometer auszudehnen. Kurz zuvor hatte Bürgermeister Ron Huldai bereits erklärt, dass er elf Straßenzüge in seiner Stadt in Fußgängerzonen umwandeln will, um das Radfahren, Spaziergehen und den lokalen Handel zu stimulieren. »Die Stadt hat in den letzten Jahren eine Revolution erlebt. Fahrräder und andere private Gefährte sind zum integralen Teil der urbanen Kultur geworden. Wir haben drei Ziele im Blick: die Straßen fußgängerfreundlich zu machen und den Verkehr sowie die Luftverschmutzung zu reduzieren.«

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