Analyse

Aus welchen Milieus stammen die israelischen Impfgegner?

Foto: imago images/Eibner

Religiöse Bindung und Gruppenzwang sind einer Umfrage zufolge in Israel die meistgenannten Gründe von Impfgegnern. Während die Infektionszahlen in der vergangenen Woche mitunter auf 6200 angestiegen waren, seien mehr als eine Million der berechtigten Personen bislang nicht gegen Corona geimpft, meldet die »Jerusalem Post« nun.

11 Prozent der Befragten sagten, sie seien nicht geimpft, 75 Prozent von ihnen wollten sich auch künftig nicht impfen lassen. Die meisten Ungeimpften sind der Erhebung zufolge ultraorthodoxe Juden (24 Prozent) sowie Araber (21 Prozent) - gegenüber sechs Prozent säkularen und 11 Prozent traditionellen Juden.

Viele Frauen entscheiden sich gegen die Impfung, weil sie befürchten, dass die Impfungen ihre Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Als Hauptgrund dafür, sich nicht impfen zu lassen, nannten 46 Prozent der befragten Israelis, dass sie weiterhin das Gefühl haben, nicht genug über die langfristigen Auswirkungen des Serums zu wissen, so die Zeitung. Andere gaben demnach an, dass sie nicht glauben, dass der Impfstoff wirksam ist (40 Prozent) oder dass er auch kurzfristig nicht sicher ist (38 Prozent).

Auffallend ist dem Bericht zufolge, dass sich trotz mehrerer israelischer und internationaler Studien immer noch viele Frauen gegen die Impfung entschieden, weil sie befürchteten, dass sie die Fruchtbarkeit beeinträchtige (17 Prozent), oder weil sie schwanger seien oder stillten und Schaden für ihr Baby befürchteten (11 Prozent).

Ein weiterer Faktor für oder gegen eine Impfung ist der Erhebung zufolge das persönliche Umfeld. 61 Prozent der Impfgegner gaben an, auch ihre Freunde oder Familienmitglieder seien ungeimpft. Ein weiterer Zusammenhang soll zwischen Impfung und Familienstand bestehen. Der Anteil der Nichtgeimpften ist bei Alleinstehenden oder Kinderlosen höher als bei Verheirateten ohne Kinder: 16 Prozent gegenüber neun Prozent.

46 Prozent der befragten Israelis sagen, dass sie weiterhin das Gefühl haben, nicht genug über die langfristigen Auswirkungen des Serums zu wissen.

Unterdessen hat der Anteil der Israelis zugenommen, die eine dritte Impfung planen: von 50 Prozent im Juli auf jetzt 75 Prozent. Für die bevorstehenden Feiertage zu Neujahr (7. September), Jom Kippur (16. September) und fünf Tage später Sukkot rechneten 75 von 100 Israelis mit neuen Lockdown-Maßnahmen.

Nach jüngsten Angaben haben 5,8 Millionen der über 12-jährigen Israelis eine Erstimpfung erhalten, 5,4 Millionen eine Zweitimpfung und mehr als 710.000 bereits die dritte »Auffrischungsimpfung«. kna

Iran-Krieg

Israel meldet Tötung von IRGC-Marineführung

Die Tötung von Admiral Ali Reza Tangsiri stellt laut IDF »einen bedeutenden Schlag gegen die Führungsstrukturen der IRGC und ihre Fähigkeit dar, Terroraktivitäten im maritimen Bereich zu orchestrieren«

 26.03.2026

Interview

»Das Land braucht Veränderung«

Jenny Havemann und Susanne Glass haben gemeinsam ein Buch geschrieben. Im Gespräch erzählen sie über »ihr« Israel, das es nicht mehr gibt, Freundschaft und die Möglichkeit eines Neubeginns

 26.03.2026

Sicherheit

Wegen des Krieges: Israel schließt Parks und Strände vor Pessach

Während der Feiertage zieht es für gewöhnlich Millionen Israelis in die Natur und an die Küste

 26.03.2026

Jerusalem

Herzog wirft Europa Unentschlossenheit im Umgang mit Iran vor

»Was seid ihr so naiv?«, fragt der israelische Präsident europäische Regierungen. »Lest ihre Schriften, lest ihre Ideologie, und versteht: Ihr seid die Nächsten.«

 26.03.2026

Nahost

Israel stoppt UNO-Hilfslieferung mit Schmuggelware für Gaza

Waren, die der Terrororganisation Hamas helfen könnten, dürfen weiterhin nicht in den Gazastreifen gebracht werden

 26.03.2026

Nahost

Verletzte nach iranischem Raketenbeschuss

Die Lage im Überblick

 26.03.2026

Rede

Zentralrat der Juden verteidigt Karin Prien

In Erfurt sprach Josef Schuster über den Status quo Jüdischen Lebens in der Bundesrepublik. Dabei ging Schuster auch auf das Programm »Demokratie leben« und die Kritik an die Familienministerin ein

 25.03.2026

Krieg gegen Iran

Hoffnung auf Verhandlungen

Raketenalarm in Tel Aviv, Angriffe auf Teheran: Trotz neuer Vermittlungsversuche und Forderungen an den Iran bleibt eine schnelle Waffenruhe wohl unwahrscheinlich

 25.03.2026

Berlin

»Ich bin für dich Ron!«

Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden Deutschlands, ehrte Israels Botschafter Ron Prosor für dessen Engagement für die kurdischen Gemeinden. Wir dokumentieren die Laudatio im Wortlaut

von Ali Ertan Toprak  25.03.2026