Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Photoshop-Opfer: Ehepaar Netanjahu Foto: facebook

Besprochen
In der Hoffnung, ihre Beziehung zu normalisieren, haben die Türkei und Israel am Montag Gespräche in Ankara aufgenommen. Hauptsächlich geht es um die Reparationszahlungen an die türkischen Angehörigen der Opfer während der Gaza-Flottille im Mai 2010 sowie um die Beendigung aller juristischen Verfahren gegen israelische Soldaten und Offiziere. Die Unterredungen beginnen genau einen Monat, nachdem Premierminister Benjamin Netanjahu seinen Kollegen Recep Tayyip Erdogan angerufen und sich bei ihm und dem türkischen Volk entschuldigt hatte. Die Leiter der israelischen Delegation sind Netanjahus Gesandter für türkische Angelegenheiten, Josef Ciechanover, und der nationale Sicherheitsberater Jakov Amidror.

Beschwert
Nach dem Raketenbeschuss der israelischen Ferienhochburg Eilat hat Israel offiziell Beschwerde eingelegt. In einem Brief an die ägyptische Regierung hieß es, dass die drei Bomben eine Verletzung des Friedensvertrages zwischen den beiden Nationen darstelle. Israel nehme diesen Angriff sehr ernst, so das Schreiben, und erwarte, dass die Behörden des Nachbarlandes alles unternehmen, um derartige Vorfälle zu verhindern. Israel verlangt Ruhe an der Grenze beider Länder im Sinai. Die Regierung geht davon aus, dass die verantwortliche Terrorgruppe aus dem Gazastreifen stammt und sich im Sinai aufhält. Zwar räumte Verteidigungsminister Mosche Jaalon ein, dass die Ägypter heute mehr gegen Terroristen auf der Halbinsel tun als in der Vergangenheit – doch es sei immer noch nicht genug.

Bestätigt
Seitdem Ex-Nachrichtensprecher Yair Lapid dem Fernsehen den Rücken kehrte und in die Politik zog, hat er kaum eine ruhige Minute. Fast ständig stehen Demonstranten vor dem Haus des neuen Finanzministers im Norden von Tel Aviv. So auch am vergangenen Donnerstag. Die Protestierer machten Stimmung gegen Lapids Sparpläne, die ihrer Meinung nach zwar die Mittelschicht stärken, aber die Armen noch mehr schwächen. Plötzlich öffnete sich die Tür, und Lapid kam heraus. Doch nicht Yair, sondern sein 17-jähriger Sohn Lior. Der Junior nahm ein Megafon der Demonstranten und sagte, dass niemand außer ihm zu Hause sei. Doch er wolle zuhören. Dann erklärte er in bester Politikermanier: »Wir tun alles, um der Mittelschicht und den Armen zu helfen«, drehte sich um und schloss die Tür hinter sich.

Bekleidet
Dass israelische Stars und Sternchen im Internet die Runde machen, ist nichts Neues. Doch in diesen Outfits sind sie garantiert noch nie gesehen worden. Keine heimlichen Bilder von Bar Refaeli und Co. in schlabbernden Jogginghosen, sondern alle züchtig und zugeknöpft. Auf verschiedenen Facebook-Seiten werden die Berühmtheiten des Heiligen Landes neuerdings als superfromme Juden gezeigt. Von den Netanjahus in Kaftan und Kopftuch über Wirtschaftsminister Naftali Bennett mit Vollbart und Pejes bis zum Supermodel im Turban. Der Trend verlangt den Machern einiges Können mit dem Bildbearbeitungsprogramm Photoshop ab, erzielt dafür aber binnen Stunden Hunderte und Tausende »Likes«.

Bearbeitet
Die Bundesagentur für Arbeit und die Israelische Arbeitsbehörde »Israel National Employment Service« haben ein Kooperationsabkommen beschlossen. Am 22. April wurde es vom deutschen Vorstandsvorsitzenden Frank-Jürgen Weise und seinem israelischen Kollegen Boaz Hirsch in Tel Aviv unterzeichnet. »Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit dem israelischen Arbeitsmarktservice. Wir können voneinander lernen und profitieren«, sagte Weise. Die Zusammenarbeit wird sich unter anderem auf Erfahrungsaustausch bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik, Konfliktschlichtung, Arbeitsmarktanalyse und Berufsberatung konzentrieren. Hirsch erklärte: »Wir haben viel von unseren Kollegen zu lernen.« Die Verbindung zwischen den Arbeitsagenturen kam im vergangenen Jahr zustande.

Beklagt
Das Tel Aviver Bezirksgericht hat einen Antrag auf Sammelklage gegen die israelischen Elektrizitätswerke (IEC) zugelassen. Dabei geht es insgesamt um elf Milliarden Schekel. Damit ist die Klage die größte in der Geschichte Israels. Die Kläger argumentieren, dass die IEC jahrelang zu hohe Kosten bei den Gehältern und Pensionen angegeben und diese dann auf die Strompreise für den Endverbraucher umgelegt hätten. Verlangt wird, dass das Elektrizitätsunternehmen den Kunden entweder Geld zurückerstattet oder die Strompreise in der nahen Zukunft senkt. Die IEC haben bereits angekündigt, Widerspruch einzulegen und, wenn es sein muss, bis zum Obersten Gerichtshof zu gehen.

Begonnen
Anfang der Woche hat die Sitzungsperiode der 19. Knesset in Jerusalem begonnen. Arbeitsschwerpunkte sollen der Haushalt, die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern sowie ein neues Armeegesetz sein. Als drängendste Angelegenheit wird der Haushalt betrachtet, der umfassende Kürzungen in vielen Bereichen vorsieht. Obwohl bislang keine Details an die Öffentlichkeit gelangt sind, gehen Experten von großen Einschnitten im sozialen Bereich aus. Bei den Diskussionen um die Gleichbehandlung beim Militärdienst wird mit Widerstand der ultraorthodoxen Knessetabgeordneten gerechnet, obwohl diese nach den jüngsten Wahlen allesamt in der Opposition sitzen.

Beauftragt
Der Vorschlag des Vorsitzenden der Jewish Agency, Natan Sharansky, einen gemischten Betbereich für Männer und Frauen an der Westmauer in Jerusalem einzurichten, erhält nun sein Okay von höchster Stelle. Wie die Online-Zeitung Times of Israel berichtet, hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Sharansky aufgefordert, sein Vorhaben mit Kabinettssekretär Zvi Hauser und dem nationalen Sicherheitsberater Yaakov Amidror abzusprechen. Netanjahu und Sharansky haben den Plan in London diskutiert, wo sie sich anlässlich der Beerdigung von Margaret Thatcher getroffen hatten.

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