Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Getrübte Strandidylle: Drei Abschnitte in Tel Aviv mussten geschlossen werden. Foto: Flash 90

Gestürmt
Lange hat es gedauert, doch jetzt ist sie da – Israels erste kommerzielle Solaranlage. In der Arawa-Wüste, wo die Sonne nahezu ohne Pause scheint, steht sie. Die etwa 20 Millionen Euro teure Installation verfügt über 4,95 Megawatt und ist damit die größte des Landes. Die Regierung erklärte, dass in 2020 rund zehn Prozent des gesamten Stromverbrauches aus Sonnen- und anderen erneuerbaren Energiequellen stammen sollen. Die Anlage im Kibbuz Ketura ist das erste von etwa 50 Photovoltaic Feldern, die bis 2014 in dieser Gegend entstehen werden.

Erlassen
Auch in Israel geht die Angst vor EHEC um: Daher erließ das Landwirtschaftsministerium prompt neue Richtlinien für importiertes Gemüse. Alle Arten von Grünzeug – sei es Brokkoli, Endivien, Zwiebeln oder sonstiges –, müssen ab sofort vor der Einfuhr genehmigt werden. Nach dem Auftreten der tödlichen EHEC-Erreger in Deutschland und anderen europäischen Ländern entschied sich das Ministerium am Wochenende zudem für striktere Kontrollen bei sämtlichen Importen. Bislang wurden bei Lieferungen aus anderen Ländern ausschließlich Zufallsproben genommen, um eventuelle Verseuchungen mit Bakterien oder sonstige Kontamination festzustellen. Jetzt jedoch müssen bei jedem Import alle Container, Paletten, oder andere Verpackungen untersucht werden.

entdeckt
Noch macht der geplante Schnellzug von Tel Aviv nach Jerusalem seinem Namen keine Ehre. Doch jetzt gab es endlich eine gute Nachricht im Zusammenhang mit dem Projekt: Bei vorbereitenden Maßnahmen stießen Bauarbeiter in einem Schacht in der Nähe des International Convention Centers Jerusalems in 75 Metern Tiefe auf das wahrscheinlich größte unterirdische Wasservorkommen, das jemals in Israel aufgetan wurde. Die riesige Höhle dürfte Expertenschätzungen zufolge 200 oder mehr Meter lang sein. Wahrscheinlich entstand sie, als Wasser von der Oberfläche in den Boden sickerte und langsam aber sicher den Kalkstein auflöste. Es handelt sich bei dem Fund um eine sogenannte Karsthöhle.

gesperrt
Noch nicht einmal einen Monat ist die Badesaison an Israels Stränden alt, da mussten drei bereits geschlossen werden. »Extreme Verschmutzung« lautete die Begründung in der vergangenen Woche. Doch lagen keine Mülltüten oder leeren Bierflaschen im Sand, das Meer war wahrscheinlich durch Abwasser so verunreinigt worden, dass die Stadtverwaltung die extreme Maßnahme ergreifen musste. Gesperrt waren die beliebtesten Strände der Stadt: Gordon, Banana Beach und Charles Clore. Experten vermuten, dass Umweltsünder am Gordon eine Abwasserleitung angezapft haben und ihren Dreck hineinleiten. Die Strände bleiben geschlossen, bis die Tests ergeben, dass die Wasserqualität einwandfrei ist, so die Verwaltung.

beworben
Die Katzen kommen. Nicht dass in Israel ein Mangel an den sanften Schnurrern herrschen würde. Doch wahrscheinlich können kleine Mädchen nicht genug von ihnen bekommen – solange sie eine Schleife im Fell tragen und Kitty heißen. Die berühmte japanische Marke »Hello Kitty« erreicht das Heilige Land. Ende des Monats bereits wird der erste Shop im Einkaufszentrum von Givatajim seine Pforten öffnen. Die Regale werden gefüllt sein mit Kuscheltieren, Taschen, Briefpapier, T-Shirts, Glitzerschmuck und vielem anderen Klimperkram – allesamt ziert das Logo des Kätzchens mit dem dicken Kopf. Die israelische Firma Leader Brands erhielt die Franchise-Lizenz und wird zwei bis drei Millionen Dollar in die weltweit erfolgreichen Katzenprodukte investieren. Es ist übrigens der zweite Versuch von »Hello Kitty«, den israelischen Markt zu erobern. Der erste vor zehn Jahren scheiterte.

entschieden
Innenminister Eli Yishai hat am Montag mitgeteilt, dass er dem Rat eines von ihm eingesetzten Beratergremiums folgt und die Sommerzeit in Israel auf eine Dauer von 193 Tagen verlängert. Sie gilt jetzt von Ende März bis Anfang Oktober, statt am Sonntag vor Jom Kippur zu enden. Die Befürworter dieser Maßnahme argumentieren, dass Millionen Schekel durch den niedrigeren Energieverbrauch in Industrie und Privathaushalten eingespart werden können. Der Minister der sefardischen Schas-Partei stand dieser Position bislang ablehnend gegenüber, da damit das Fasten an Jom Kippur am Abend eine Stunde länger andauert. Derzeit endet die Sommerzeit in Israel Anfang September, zwei Monate früher als in Europa oder den USA.

Kommentar

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