Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Wasser: bald im Überfluss vorhanden Foto: Flash 90

Gestreikt
Er kam die Regierung teuer zu stehen. Rund 100 Millionen Dollar soll der Generalstreik in der vergangenen Woche pro Tag gekostet haben. Fünf Tage lang ging am Flughafen, in Banken, Krankenhäusern und Zügen gar nichts mehr. Nach Marathonsitzungen haben sich Regierung und Gewerkschaft Histadrut geeinigt: Die 250.000 Zeitarbeiter, die in Stadtverwaltungen, Ministerien und anderen Regierungsstellen oft als Reinigungskräfte und Sicherheitspersonal arbeiten, bekommen 20 Prozent mehr Geld und bessere Konditionen. Vom Staat angestellt, wie von der Gewerkschaft gefordert, werden sie indes nicht. »Nicht zu bezahlen«, argumentierte Finanzminister Yuval Steinitz. Außerdem verpflichtete sich Histadrut-Chef Ofer Eini, in den nächsten drei Jahren keine weiteren Forderungen zu stellen.

Geliehen
Der israelische Geheimdienst soll sich weiterhin ausländischer Pässe für Aktionen in verschiedenen Ländern bedienen. Das behauptet zumindest die britische Zeitung »Times of London«. Dem Bericht zufolge gebe es neue Beweise, dass sich der Mossad Ausweispapiere von Staatsbürgern anderer Nationen, die in Israel leben, »ausleiht«. Zwei junge Männer, ein Brite und ein Franzose, hatten sich von der Zeitung interviewen lassen. Angeblich seien sie während ihrer Zeit in der israelischen Armee gebeten worden, dem Staat Israel »kleine Hilfsdienste« zu erweisen. Einer der beiden berichtete, er habe seinen Pass »einer attraktiven Frau« gegeben und 18 Monate später zurückbekommen – voller Einreisestempel von Ländern, in denen er nie gewesen sei. Schlagzeilen machte die »Passgeschichte« zum ersten Mal im Januar 2010, als der Hamas-Führer Mahmoud Al-Mabouh in Dubai getötet wurde – und vermeintliche Mossad-Agenten dort mit ausländischen Pässen aufgetaucht waren.

Gerettet
Wahre Tierliebe kennt keine Grenzen. Zumindest nicht für eine Katzenfreundin aus Haifa. Als Marina Egorowa in einem russischsprachigen Blog eine Geschichte über Straßenkatzen in Ägypten las, die getötet werden sollten, machte sie sich prompt auf, die Samtpfoten zu retten. »Manchmal wird ihnen Gift injiziert, manchmal werden sie sogar mit einem großen Stein ermordet«, stand im Internet geschrieben. Da sie kein eigenes Auto hat, setzte sich Egorowa prompt in einen Bus und machte sich auf in die Sinai-Stadt Dahab im Nachbarland. »Ich hatte Todesangst«, erinnert sie sich, »konnte jedoch nur an meine Mission denken.« Angekommen, sammelte sie zwei der Kätzchen ein und nahm sie mit nach Israel. Jetzt sucht sie liebe Adoptivfamilien für die vierbeinigen Ägypter, da sie selbst schon zu viele Katzen zu Hause hat.

Gesunken
Israelische Hersteller von Konsumgütern schauen wenig optimistisch in die Zukunft. Eine Umfrage, von der Produzentenvereinigung in Auftrag gegeben, geht davon aus, dass die Verkäufe in diesem Jahr stark zurückgehen. Und die Zahlen belegen es bereits heute: 34 Prozent verkaufen schon dieser Tage weniger, lediglich bei 27 Prozent schauen mehr Kunden hinein. Außerdem sehen die Firmen – nach neun Jahren der permanenten Steigerung – eine Stagnation bei den Geschäftsinvestitionen voraus. Bereits jetzt berichten 36 Prozent der Hersteller von einem Rückgang bei der Produktion, lediglich 27 Prozent verzeichneten einen Anstieg. Ein Viertel der befragten Unternehmen musste Angestellte entlassen, im Gegensatz dazu stellten nur 15 Prozent der Firmen neue Leute ein.

Gestiegen
Schon in einer Dekade könnte es nur noch gute Nachrichten aus dem Heiligen Land geben – zumindest in Sachen Wasser. Der nationale Versorger Mekorot gab jetzt bekannt, dass die Entsalzung von großen Mengen Meerwasser bald sogar zu einem Überschuss führen könnte. »Dann werden auch die Frischwasser-Reservoirs wieder aufgefüllt sein«, erklärte das Management. Derzeit fehlen Israel nach sieben Jahren extremer Trockenheit noch zwei Milliarden Kubikmeter. Im nächsten Jahr bereits soll in zwei Dritteln der Haushalte entsalztes Wasser aus den Hähnen fließen. Derzeit gibt es sechs Anlagen, die jährlich 600 Millionen Kubikmeter produzieren. 2030 soll für die gesamte Landwirtschaft ausschließlich recyceltes Brackwasser genutzt werden.

Gespendet
Wer Gutes tun möchte, der muss demnächst lediglich einen Blick auf sein Smartphone werfen, und schon weiß er, wo es Bedarf gibt. Eine Applikation für Handys von der Hilfsorganisation »Leket« zeigt an, wo man übrig gebliebene Speisen spenden kann. Ob man Reste des Barmizwa- oder Hochzeitsmenüs abzugeben hat, Geschäftsessen sowie die nicht geernteten Früchte am Baum im Garten: Die neue App lokalisiert den genauen Ort der Sammelstelle. »Die Anwendung von Leket bietet sowohl Israelis wie auch Touristen einen einfachen Zugang zum Helfen«, freut sich Leket-Gründer Joseph Gitler. »Wir sind stolz darauf, dass wir die erste Anwendung dieser Art in Israel entwickelt haben und die Technologie für die Ärmeren unter uns nutzen.« Leket sammelt jedes Jahr mehr als 700.000 Mahlzeiten und verteilt sie mithilfe von 40.000 Freiwilligen an Bedürftige im ganzen Land.

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