Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Kreisel sucht Namen. Foto: Flash 90

Spielzeug
Er ist in aller Hände. Den Fingerkreisel, genannt »fidget spinner«, drehen derzeit fast alle Kinder und Jugendlichen in Israel. Es gibt ihn in allen Farben und verschiedenen Formen. Doch auch, wenn das Spielzeug, das einem Propeller ähnelt, zu Hunderttausenden gekauft wird – einen hebräischen Namen hat es noch nicht. Daher sucht die offizielle Linguistik-Institution, die Akademie für Hebräische Sprache, nach einer Bezeichnung. Die Bevölkerung, vor allem natürlich die Jugend, ist aufgefordert, bei der Suche zu helfen. »Es ist eine hervorragende Möglichkeit, sich mit Sprache zu beschäftigen«, meint die Sprecherin der Akademie, Ronit Gavish. »Und wir haben beschlossen, uns das zunutze zu machen.«

Verwirrung
Auch in Israel ist die Eurovision beliebt. Zigtausende sitzen jedes Jahr vor den Fernsehschirmen und stimmen ab, wenn sich die europäischen Nationen – plus Israel und Australien – im Singen messen. So auch in diesem Jahr. Zwar schnitt der eigentlich vielversprechende Beitrag des Israeli Imri Ziv enttäuschend ab (Platz 23 von 26), doch der eigentliche Schocker war die Aussage des israelischen Moderators. Als Ofer Nachshon eingeblendet wurde, um die Punktevergabe seiner Jury zu übermitteln, sagte er: »Heute ist unsere letzte Nacht. In Kürze wird IBA (Israeli Broadcasting Association) für immer geschlossen. In unser aller Namen wollen wir Danke sagen für die vielen magischen Momente und schönen Jahre.« Andere Länder verstanden das als einen generellen Abschied Israels von der Eurovision. Wie etwa britische Medien, die berichteten, dass Israel gar nicht mehr dabei sein wird. Das jedoch soll nicht der Fall sein.

Twitter
Das Jahr des Sechstagekrieges hat jetzt einen eigenen Twitter-Account. Das Datum der Vereinigung Jerusalems jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Zu diesem Anlass kündigte das Außenministerium an, sich verstärkt an die sozialen Medien im Internet zu wenden. Auf Twitter gibt es daher nun den Account »Tweeting 1967«, wo das Ministerium jene Wochen wiederbelebt, die vor fünf Jahrzehnten zu dem legendären Krieg geführt hatten. Verschiedene Charaktere, darunter sowohl fiktive als auch historische Personen wie etwa Moshe Dayan, erzählen hier von Aktionen, Gefühlen und Erlebnissen. Twittern, wie es im Jahr 1967 hätte sein können.

Anerkennung

US-Präsident Donald Trump wird in wenigen Tagen in Israel erwartet. Bis dahin wird jedes Wort von Trump verfolgt und auf die sprichwörtliche Goldwaage gelegt. Und so ist auch den Israelis nicht entgangen, dass der Leiter für soziale Netzwerke im Weißen Haus auf dem offiziellen Account einen Palästinenserstaat »anerkannte«. Dan Scavino beschrieb die Stationen der ersten Auslandsreise des Präsidenten so: »Rom, Sizilien, Israel, Saudi-Arabien, Palästina und Brüssel«. Nach der Kritik von Konservativen wurde die Formulierung in »Palästinensische Gebiete« geändert. In Israel ist man besonders nach der unerwarteten Entlassung des FBI-Chefs James Comey in angstvoller Erwartung, was die Visite bringen mag.

Fuchs
Zwei wahrscheinlich mit Tollwut infizierte Füchse haben vor einigen Tagen mehrere Soldaten angefallen. Die Tiere waren in ein Zelt in der Tzrifin-Kaserne im Zentrum des Landes eingedrungen und bissen dort mehrere schlafende Soldaten. Insgesamt 20 Menschen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Ein Sprecher erklärte, dass sie allesamt eine Behandlung gegen Tollwut erhielten, einige, weil sie gebissen worden waren, andere zur Vorbeugung. Zwei Tage darauf fing die Armee die Füchse und tötete sie nach Absprache mit der Park- und Naturbehörde des Landes. Die Kadaver sind zur Untersuchung eingeschickt worden.

Jordanien
Diplomatischer Streit zwischen Israel und Jordanien. Am Samstagabend war ein Polizist in der Altstadt von Jerusalem von einem jordanischen Mann angegriffen und verletzt worden. Der Jordanier wurde daraufhin von Sicherheitskräften erschossen. Videoaufnahmen zeigen den Angreifer, wie er mehrfach brutal auf sein Opfer einsticht. Dennoch bezeichnete Jordanien die Tötung seines Bürgers als »abscheuliches Verbrechen«. Das Büro des Premierministers Benjamin Netanjahu erklärte daraufhin, dass das Nachbarland mit der Doppelmoral aufhören solle. »Es ist Zeit für Jordanien, das zu beenden. Genauso, wie wir beim Nachbarn den Terror verurteilen, so sollten auch sie Terroranschläge bei uns verurteilen. Terror ist Terror – egal, wo er geschieht.« Das Königreich reagierte am Sonntag: »Jordanien war immer und ist weiterhin eine Stimme der Logik und des Friedens. Unsere Positionen sind weltweit bekannt. Doch die israelische Erklärung vergaß zu erwähnen, dass der Angriff in besetztem Gebiet stattfand.« Die Altstadt von Jerusalem wurde von der israelischen Armee während des Sechstagekrieges von 1967 erobert, Israel beansprucht Souveränität über die ganze Stadt.

Flugverkehr

Maschine von Israir die Landung verweigert – angeblich aus politischen Gründen

Die Maschine der israelischen Airline musste nach Kroatien ausweichen. Jerusalem wirft den slowenischen Behörden politische Diskriminierung vor.

von Sabine Brandes  03.06.2026

Beirut

Hisbollah: Angriffe auf Tel Aviv bei neuen Attacken Israels

Terror-Funktionär Mahmud Komati droht dem jüdischen Staat auf dem katarischen TV-Sender Al Araby

 03.06.2026

Jerusalem

Israel verweigert US-Aktivistin Linda Sarsour die Einreise

»Israel wird seine Tore nicht länger für diejenigen öffnen, die daran arbeiten, es zu zerstören«, schreibt Diaspora-Minister Amichai Chikli

 03.06.2026

Tel Aviv/Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der am 7. Oktober Geiseln verschleppte

Youssef Ayesh Awad Ramadan soll Hersh Goldberg-Polin, Alon Ohel, Eliya Cohen und Or Levy aus einem Schutzbunker nahe Re’im verschleppt haben

 03.06.2026

Judenhass

Bayerisches Hotel verschickt antisemitische Nachricht an Israeli

»Tut uns leid, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt«: Diese Nachricht erhielten israelische Touristen vom Hotel »Zum Hirschen« in der Ortschaft Lam

von Imanuel Marcus  03.06.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Roman Gofman neuer Leiter von Israels Geheimdienst Mossad

Ein Mann aus dem Militär und Berater Netanjahus wird nun Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Dem umstrittenen Wechsel an der Spitze des Mossad war ein Rechtsstreit vorausgegangen

 02.06.2026

Erwiderung

An allem sind ... oder, Herr Ahmetović?

Der SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetović macht keinen Hehl daraus, wen er zum Hauptverantwortlichen für nahezu sämtliche Probleme, Konflikte und Krisen in Nahost erklärt

von Sacha Stawski  02.06.2026

Film

Die Entwirrung der UNRWA

Eine neue Dokumentation beleuchtet Geschichte, Auftrag und politische Rolle des Palästinenserhilfswerks

von Maria Ossowski  02.06.2026

Pride Month

Bennett entdeckt LGBTQ-Community für den Wahlkampf

Der frühere Gegner gleichgeschlechtlicher Partnerschaften fordert heute volle rechtliche Gleichstellung – und erzählt, warum persönliche Erfahrungen seine Sicht verändert haben

von Sabine Brandes  02.06.2026