Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Seit Kurzem Mutter: Merav Ben Ari Foto: Flash 90

Flaschen
Mit diesem Fund haben die Archäologen nicht gerechnet. Bei Ausgrabungen in der Nähe der Stadt Ramla stießen sie auf Werkzeuge aus Feuerstein, die rund 250.000 Jahre alt sind – und jede Menge Flaschen. Die haben lange nicht so viele Jahre auf dem Buckel, sondern nur etwa 100. Dennoch sind die Forscher begeistert über diese »herausragende Erinnerung an den Ersten Weltkrieg«. Hunderte von Glasflaschen waren im Boden vergraben, die meisten von ihnen Likör- und Whiskeybehältnisse. Während des Krieges hatte sich hier eine Garnison britischer Soldaten befunden. Der Ausgrabungsleiter Ron Toueg von der Antikenbehörde erläutert: »Normalerweise gibt es über die britische Armee in Israel nur trockene Fakten, wie viele Soldaten, welche Verluste, welche Kämpfe ... Doch hier können wir einen Blick auf den Alltag der Soldaten werfen, der nicht aufgeschrieben wurde. Das ist faszinierend.«

Turm
Er soll die drei Städte im Zentrum, Tel Aviv, Givataim und Ramat Gan, verbinden. Der höchste Turm in Israel, der zwischen den Städten errichtet werden soll, wird ein Bauwerk der Superlative: Mit 400 Metern und 100 Stockwerken wird er das höchste Gebäude im ganzen Land, wahrscheinlich sogar in ganz Nahost. Derzeit steht der Mosche-Turm in Ramat Gan noch an erster Stelle. Im Inneren des neuen Bauwerks sollen ein Hotel, viele Geschäftsräume sowie öffentliche Flächen entstehen. Auch werden die schnellsten Fahrstühle Israels eingebaut. Wohnungen soll es nach ersten Planungen in dem Turm nicht geben. Die Baukomitees der drei Stadtverwaltungen haben dem Vorhaben vor wenigen Tagen zugestimmt. Derzeit befindet sich auf der Fläche ein Parkplatz.

Renovierung
Darauf haben die Gläubigen lange gewartet. Rechtzeitig vor Ostern ist die Grabeskirche wiedereröffnet worden. Ein griechisches Restaurationsteam hatte die historischen Arbeiten an der Ädikula, dem Schrein des Jesusgrabes, übernommen, der vom Einsturz bedroht war. Der unschöne Metallkäfig, der die antike Stätte seit 1947 umgeben hatte, ist verschwunden, weg sind auch die schwarzen Verfärbungen von Jahrhunderten dicker Rußschwaden. Die Struktur aus Kalkstein und Marmor im Zentrum dieser Kirche aus dem 12. Jahrhundert erstrahlt nun wieder in neuem Glanz. Zum letzten Mal war sie vor 200 Jahren renoviert worden. Jährlich pilgern Millionen von Besuchern aus aller Welt in dieses Gotteshaus in der Jerusalemer Altstadt. Die Arbeiten hatten im Juni 2016 begonnen, nachdem die Antikenbehörde die Stätte im Jahr zuvor als »unsicher« eingestuft hatte.

Baby
Mittlerweile Alltag in Israel: Singles, die Kinder bekommen. Doch in der Knesset ist Merav Ben Ari ein Präzedenzfall. Die Abgeordnete der Partei Kulanu hat vor einigen Tagen ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht – und ist weder verheiratet, noch hat sie derzeit einen Lebensgefährten. Dennoch kein Grund für die 41-Jährige, mit den Umständen hinterm Berg zu halten. Im vergangenen Oktober gab sie ihre Schwangerschaft offiziell bekannt, mit der Angabe, dass der Vater des Babys ein Freund sei, der homosexuell ist. »Ich will nicht, dass die Gerüchteküche brodelt«, meinte sie in einem Interview und plauderte dann aus: »Ich sagte zu Ofir, meinem guten Freund, der weise ist und schwul: ›Lass uns ein Kind machen und es aufziehen.‹ Ofir stimmte zu.« Der Rest ist Geschichte. Ben Ari erhielt Glückwünsche aus verschiedenen Fraktionen.

Band
Ritterschlag für die israelische Band Dudu Tassa & the Kuwaitis. Sie dürfen als Aufwärmakt für Radiohead bei deren Tour in den USA und England rocken. Leadsänger Dudu Tassa ist enthusiastisch. »Ich hatte dem Gitarristen Johny Greenwood eines von unseren Alben gegeben und einige Zeit später gesehen, dass ein Song auf der Website von Radiohead gepostet war. Aber dabei habe ich nicht einmal im Traum daran gedacht, dass die Band uns einladen würde, vor ihnen zu spielen.« Doch jetzt werden sie es tun. Sogar auf dem legendären Coachella-Festival sind sie dabei. Ein anderer israelischer Musiker, Shye Ben Tzur, wurde von Radiohead für die Konzerte in Tel Aviv und Florenz gebucht.

Einreise
Jetzt sind sie da und können ihr erstes Pessachfest im Heiligen Land feiern. Die neun Konvertiten aus Venezuela durften nach langem Hin und Her endlich Alija machen. Am vergangenen Donnerstag landeten sie auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Zwar dürfen nach dem Rückkehrgesetz alle Juden – auch solche, die zum Judentum übergetreten sind – nach Israel immigrieren. Die Venezolaner jedoch hatten bei den Behörden den Verdacht erweckt, ihre Beweggründe seien finanzieller und nicht religiöser Natur. Die südamerikanische Nation befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise, die zusehends eskaliert. Doch letztendlich gab es eine Vereinbarung zwischen dem israelischen Innenministerium, einem ultraorthodoxen Minister und der liberalen Bewegung, der die Familien angehören. Danach werden alle Mitglieder einige Monate lang zu einer »etablierten religiösen Gemeinde« gehören müssen, bevor sie den israelischen Pass überreicht bekommen.

Knesset

Wem gehört die Wahl?

»Fly & Vote« will Israelis im Ausland zum Abstimmen nach Hause bringen. Der Likud droht der Initiative mit rechtlichen Schritten

von Sabine Brandes  26.08.2026

Nachrichten

Spion, Angst, Straße

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  26.08.2026

Jerusalem

Mann, der Nonne angriff, muss in Psychiatrie

Christen in Jerusalem werden immer wieder angefeindet. Nach einem Angriff auf eine Nonne im April kam ein Gericht nun aber zu dem Schluss, dass es sich nicht um eine religiös motivierte Tat handelte

 26.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Westjordanland

Knesset-Abgeordneter zerstört palästinensisches »Märtyrer«-Denkmal

Zvi Sukkot fuhr unter Armeeschutz nach Madama. Die IDF wirft dem Abgeordneten vor, sie getäuscht zu haben

 26.08.2026 Aktualisiert

Wissenschaft

Zwei israelische Unis unter den besten der Welt

Das Weizmann Institute of Science in Rehovot und die Hebräische Universität Jerusalem schafften es in die Top 100

 26.08.2026

Kommentar

Unpolitisch war gestern

Der ESC unterliegt künftig neuen Regeln für Krisenstaaten, Israel kann nach wie vor am Wettbewerb teilnehmen. Noch ist das keine Lex Israel. Aber der Eindruck entsteht

von Nicole Dreyfus  26.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 26.08.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt vor Stimmenverlusten im rechten Lager

»Bei dieser Wahl zählt jede Stimme. Verschwenden Sie Ihre Stimme nicht an kleine Parteien«, sagt der Ministerpräsident. Den Grund für diese Warnung liefern die jüngsten Umfragen und die Geschichte

 26.08.2026