Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Ungewohnter Anblick: christliche US-Pilger in Biker-Kluft an der Kotel Foto: Flash 90

Gecrasht
Plötzlich ging nichts mehr. Verschiedene Websites der israelischen Regierung waren am vergangenen Sonntag zeitgleich zusammengebrochen, darunter die der Armee, des Inlandsgeheimdienstes und verschiedener Ministerien. Kurz zuvor hatte die Hacker-Gruppe Anonymous eine Cyber-Attacke angekündigt, nachdem die israelische Armee eine Flottille auf dem Weg nach Gaza gestoppt hatte. In einem YouTube-Video erklärte die Gruppe, dass sie keinen anderen Weg sehe, sollte Israel die Blockade des Gazastreifens aufrechterhalten. Jerusalem dementierte jedoch, dass es sich bei der Ursache tatsächlich um einen Hacker-Angriff gehandelt habe. Ein Sprecher der IDF erklärte stattdessen, ein Serverausfall sei für den Crash verantwortlich gewesen.

Gestreikt
Vier Stunden können lang sein. Besonders, wenn alles lahmgelegt ist. So geschehen am Montag in Israel: Von sechs bis zehn Uhr waren sämtliche öffentlichen Dienste suspendiert. Der Generalstreik umfasste Züge und Busse, Universitäten, Krankenhäuser, Regierungsstellen, Stadtverwaltungen, den Flughafen Ben Gurion und andere öffentliche Einrichtungen. Da die Arbeitsniederlegung bereits Tage zuvor angekündigt worden war, fuhren viele Israelis von vornherein mit dem Auto und sorgten für lange Staus. Die Gewerkschaft Histadrut fordert von der Regierung, Hunderttausende Leiharbeiter fest anzustellen. Das Arbeitsgericht hatte den Streik auf vier Stunden beschränkt. Ein Tag Arbeitsniederlegung kostet die Wirtschaft 70 bis 80 Millionen Euro.

Gepilgert
Pilger müssen nicht in Gesundheitslatschen laufen und einen Sonnenhut tragen. Manche bevorzugen Lederweste und dunkle Sonnenbrille. Derzeit brausen 72 Männer auf ihre ganz persönliche Weise durchs Heilige Land – auf Harley Davidson-Maschinen. Die christlichen Pilger stammen aus den USA, gekommen sind sie mit der Kirchenorganisation »M 25 – Mission of Hope«, um hier ihre Solidarität zu bekunden. Auf den Straßen schlossen sich ihnen einige Dutzend einheimische Fahrer an. Am Sonntag machte die Gruppe Halt an der Klagemauer und betete für die Sicherheit Israels. Kein üblicher Anblick hier, doch die Biker mit Namen »Schäferhund«, »Terminator« und »Bedrohung« wurden überall freundlichst begrüßt.

Geschockt
Der Inhaberin eines Luxusgeschäftes in Tel Aviv ging es förmlich an den Kragen. Sie hatte sich in einer Fernsehshow dazu geäußert, wie sie als Kind Pelze gehasst habe, sie heute aber möge und sogar in ihrem Laden verkaufe. Auf die Frage der Moderatorin nach dem teuersten Stück ihres Modesortiments antwortete sie, dass es wohl ein Mantel aus Pavianfell sei. Diese Aussage rief geschockte Tierschützer der Organisation »Lasst die Tiere leben« auf den Plan. Sie beschwerten sich bei der Park- und Naturbehörde und verlangten, das Geschäft zu überprüfen, da es ohne Lizenz arbeite. Nach dem Besuch der Polizei zeigte sich die Frau reumütig. Zukünftig will sie kein Tierhaar mehr verkaufen.

Gereist
Urlaub in Israel müsse billiger und besser werden, meint Tourismusminister Stas Misezhnikov. Um das zu garantieren, hat der Regierungsvertreter jetzt extra ein Komitee gegründet. »Das israelische Ferienangebot ist eines der attraktivsten in der Region und einzigartig im Vergleich zu anderen Zielen in der ganzen Welt«, sagt er. Daher gebe es keinen Grund, weshalb nicht noch mehr Gäste aus dem Ausland kommen und auch Israelis zu Hause Ferien machen sollten. Zu viele Einheimische würden ins Ausland reisen, was nicht sein müsse. Das Komitee soll unter anderem untersuchen, warum Reisen im Heiligen Land im Vergleich zu anderen relativ kostspielig sind. Die Ergebnisse sollen bereits in drei Monaten vorliegen.

Geübt
Um zehn Uhr am Donnerstag schrillte die Sirene ohrenbetäubend durch das ganze Land. Doch außer in Holon interessierte das niemanden wirklich. In der Stadt südlich von Tel Aviv jedoch lagen Dutzende junger Soldaten im Gras, die gelbe Wolke über ihnen waberte bedrohlich. Glücklicherweise lediglich eine Übung. Während das Säbelrasseln in Sachen Iran als Hintergrundmusik läuft, führte die Einsatzleitung der Heimatfront einen Test für einen Angriff mit Chemiewaffen durch. Allerdings gäbe es keinen aktuellen Bezug, betonten die Behörden, die Übung sei bereits seit einem Jahr geplant gewesen.

Gesperrt
Keine Frauen auf dem Spielfeld. Mit einer außergewöhnlichen Entscheidung im Sport hat die israelische Basketballvereinigung (IBA) das Land überrascht und die Saison 2011/12 der Top-Liga der Damen abgesagt. Zuvor waren die einheimischen Spieler in den Streik getreten. Die Israelis verlangen, dass die sogenannte Russische Regel eingesetzt wird, die besagt, dass sich mindestens zwei lokale Spieler gleichzeitig auf dem Spielfeld befinden müssen. Dass vier Ausländer zur selben Zeit spielen können, fordert die IBA. Die Russische Regel wurde eingesetzt, um lokale Talente zu fördern. Doch weder diese noch andere drippeln in naher Zukunft – alle Spiele sind abgesagt worden.

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