Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Awesome: Neueinwanderer aus den USA Foto: Flash 90

Bilder
Die Bilder von Hadar Goldin werden im zentralen Gang des Gebäudes der Vereinten Nationen in New York ausgestellt. Doch Goldin selbst wird nicht zur Eröffnung kommen können. Der junge Israeli ist im Gaza-Krieg 2014 bei einem Überraschungsangriff der Hamas getötet worden. Bis heute hat die Terrorgruppe seine sterblichen Überreste nicht herausgegeben. Goldins Familie, darunter sein Zwillingsbruder Tzur, werden aber nach New York reisen. »Es ist wichtig, dass die Staatsoberhäupter aus aller Welt sehen, dass Hadar ein talentierter junger Mann war, voller Leben und Möglichkeiten. Und dass die UN und die internationale Gemeinschaft Verantwortung übernehmen, damit Hadar in Israel beerdigt werden kann«, sagte seine Mutter. Auch die Eltern des während desselben Angriffs gefallenen Soldaten Oron Schaul kämpfen um die Herausgabe seines Leichnams.

Häuser
Oben wohnen liegt offenbar im Trend. In den Jahren 2010 bis 2016 ist die Zahl der Häuser mit 21 und mehr Stockwerken in Israel um 70 Prozent angestiegen. Derzeit gibt es mehr als 9400 Wolkenkratzer in verschiedenen Städten des Landes. In diesem Jahr allein wurde die Arbeit an 1141 Wohnkomplexen aufgenommen. Die Stadt mit den meisten von ihnen ist allerdings wider Erwarten nicht Tel Aviv, sondern Petach Tikwa vor den Toren der Metropole. Gleich danach kommt Netanja, das rund 25 Kilometer nördlich liegt. Dort sollen Wohnungen in einem Hochhaus mit Meerblick rund 60 Prozent günstiger sein als in Tel Aviv.

Roboter
Bald sollen die Roboter übernehmen. Die Robotik-Abteilung der Armee arbeitet auf Hochtouren, denn derzeit wird den ersten Soldaten der Umgang mit elektronischen Kämpfern beigebracht. Während es bereits seit einer Weile Roboter gibt, die dabei helfen, Tunnel von Terroristen aufzuspüren, ist die Verstärkung für die Infanterie-Einheiten gänzlich neu. Der »Mikrotaktische Bodenroboter« wird von zwei Motoren angetrieben. Seine Batterien sollen ihn mehr als zwei Stunden lang einsatzfähig machen. Eine eingebaute Videokamera erlaubt ein durchgängiges 360-Grad-Bild. Außerdem kann er eine Last von bis zu zehn Kilogramm bewegen und diese dank seiner zwei Greifarme sogar eigenständig aufnehmen. Billig aber ist der Helfer nicht: Er kostet aufgrund der modernsten Technologie, die in ihm steckt, mehrere Zehntausend Euro.

Ankunft
Mehr als 230 Neueinwanderer sind in der vergangenen Woche aus den USA in Israel angekommen. Die Organisation Nefesh B’Nefesh begleitete die amerikanischen Einwanderer bei ihrem Umzug in die neue Heimat. 75 von ihnen wollen als »lone soldiers« in die Armee eintreten und »ihre Heimat verteidigen«, wie sie sagen. Mehr als die Hälfte der zukünftigen Soldaten sind junge Frauen. Die 22-jährige Rebecca Glanzer war der 50.000ste Einwanderer, der von Nefesh B’Nefesh unterstützt wurde. Staatspräsident Reuven Rivlin und Vertreter der Organisation begrüßten sie am Ben-Gurion-Flughafen. Auch Glanzer wird sich schon bald die olivgrüne Uniform anziehen. »Was mich zu diesem Schritt bewegt hat, ist der Zusammenhalt in der Gemeinschaft und das Gefühl der Zugehörigkeit. Das gibt es so nirgendwo auf der Welt«, sagte sie freudestrahlend bei der Ankunft.

Filme
Mehrere israelische Regisseure treten beim Filmfestival in Toronto an. Der berühmteste, Joseph Cedar, führt sein jüngstes Werk Norman – The Moderate Rise and Tragic Fall of a New York Fixer mit Richard Gere in der Hauptrolle vor. Und Avi Nesher erzählt in Die Sünden die Geschichte von zwei israelischen Schwestern, die nach Europa reisen, um das Geheimnis ihres Vaters zu entschlüsseln. Der Film basiert auf der wahren Geschichte der Schwestern Ella und Schosch Milech. Andere Werke sind Dokumentarfilme oder Dramen.

Glas
Zuerst wollte er sie gar nicht bauen. Doch dann ließ sich der bekannte israelische Architekt Haim Dotan von dem Projekt überzeugen. Unter einer Bedingung, wie er erzählte: »Ich will, dass die Brücke verschwindet.« Und so baute er das wohl gruseligste Bauwerk der Welt – zumindest für Menschen mit Höhenangst. Jetzt wurde die längste Brücke aus Glas in China eröffnet. Sie ist sechs Meter breit, 430 Meter lang, hängt 300 Meter hoch in der Luft – und ist durchsichtig, sodass sie tatsächlich »verschwindet«. Um zu beweisen, dass sie auch wirklich sicher ist, hämmerten die Verantwortlichen vor der Eröffnung mit Presslufthämmern auf dem Übergang herum und fuhren anschließend mit einem voll besetzten Fahrzeug darüber. Die Brücke hielt – und soll nun zum Publikumsmagneten im Zhangjiajie-Nationalpark werden.

Markus Lanz

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