Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Ausgrabungsstätte Tel Dor Foto: dpa

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Bücher, Autismus, Pelze

von Sabine Brandes  04.04.2016 17:20 Uhr

Geiseln
Die Hamas hat zugegeben, dass sich die sterblichen Überreste von Oron Schaul und Hadar Goldin, beides Soldaten, die im Gaza-Krieg von 2014 getötet wurden, im Gaza-Streifen befinden. Die anderen beiden Männer, die nach Angaben der Terrorgruppe am Leben sind, waren freiwillig in das Hamas-kontrollierte Territorium gegangen. Dabei handelt es sich um einen Beduinen, dessen Identität nicht veröffentlicht wurde, sowie Avraham Mengistu. Der 29-Jährige leidet nach Angaben seiner Familie unter schweren psychischen Problemen. Die Hamas erklärte, dass die vier nicht freigegeben werden, ohne in Verhandlungen einen klareren Preis festzulegen. In einer makaberen Show zeigte die Hamas das Bild einer überdimensionalen Faust mit den israelischen Personalausweisen der beiden toten Soldaten.

Pelze
Nach einem Sturm der Entrüstung hat das Shenkar College für Ingenieurswesen und Design einen angekündigten Kurs abgesagt. Eigentlich hätte im kommenden Semester »Mode aus Leder und Pelzen« auf dem Plan gestanden, doch Studenten und Tierschützer ließen die Hochschule wissen, dass sie vehement dagegen sind. Durch eine Online-Petition kamen in nur zwei Tagen 3500 Stimmen zusammen, die dem Dekan präsentiert wurden. Mit Erfolg: Der Bereich Fashion zog sein Vorhaben zurück, obwohl wie die Leiterin Leah Peretz betont hatte: »Pelze sind in den vergangenen Jahren in der ganzen Welt wieder auf dem Vormarsch.« Die Studenten sollten mit so vielen Materialien wie möglich konfrontiert werden.

Reise
Archäologie-Fans haben im Sommer Gelegenheit, anzupacken und in der Geschichte des Heiligen Landes mitzugraben. Die 4000 Jahre alte Hafenstadt Tel Dor an der Mittelmeerküste zwischen Haifa und Tel Aviv gilt als eine der am schönsten gelegenen Ausgrabungsstätten Israels. Interessierte können sich nun für die archäologischen Ausgrabungen im Juli 2016 anmelden, um mitzubuddeln, zu bürsten, zu dokumentieren und zu konservieren. Laien sind willkommen. Zum ersten Mal finden auch Küsten- und Unterwasserausgrabungen statt. In umfassenden Schulungen erwerben die Teilnehmer Kenntnisse zu Ausgrabungsmethoden und der Geschichte Israels. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Weitere Informationen unter folgender E-Mail-Adresse: hlgerstner@arcor.de

Bücher
Noch wird nicht gebaut, doch die Pläne sind bereits veröffentlicht: 2019 soll die Nationalbibliothek Israels in ihr neues Zuhause ziehen. Derzeit befindet sie sich auf dem Campus der Hebräischen Universität im Jerusalemer Stadtteil Givat Ram. Später soll sie zum Nationalviertel gehören, wo auch die Knesset und das Israel-Museum angesiedelt sind. Das mehrere Hundert Millionen teure Gebäude wird vom Schweizer Architektenbüro »Herzog & de Meuron« geplant, das schon die Tate Gallery of Modern Art in London gebaut hat. Geld für das Projekt mit 45.000 Quadratmetern Fläche kommt fast ausschließlich von privaten Spendern. Die ursprüngliche Nationalbibliothek ist 1892 durch die Organisation B’nei B’rith eingeweiht worden.

Verdacht
Der Oppositionsführer Isaac Herzog ist einer der beiden Politiker, gegen die ein Korruptionsverdacht besteht. Neben Innenminister Arie Deri prüft das Betrugsdezernat der Polizei derzeit, ob ein Verfahren gegen den Chef der Arbeitspartei eröffnet wird. Die Fälle haben nichts miteinander zu tun. Nachdem israelische Zeitungen darüber berichtet hatten, erklärte der Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit, dass es bei den Vorwürfen gegen Herzog um seine Handlungen während der letzten Primaries seiner Partei ginge. Der Beschuldigte sagte, dass er die Untersuchung willkommen heißt, aber das alles nichts als politische Verleumdung sei. »Ich bin mir sicher, dass jetzt diese merkwürdigen Anschuldigungen für immer verschwinden werden«, sagte Herzog.

Licht
Zum internationalen Autism Awareness Day am 29. März hatte sich auch die Knesset in blaues Licht gehüllt. Damit brachte das israelische Parlament seine Teilnahme an der Kampagne »Light It Up Blue« zum Ausdruck. Auf der ganzen Welt erstrahlten an diesem Tag Sehenswürdigkeiten, berühmte und historische Gebäude in der Farbe, um das Augenmerk auf die Millionen Betroffenen der neurologischen Entwicklungsstörung zu lenken. Israel ist ein Zentrum für die Erforschung von Autismus.

Reaktion

Israels Botschafter spricht Klartext über AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt

 07.09.2026

»Freedom Flotilla Coalition«

Neue Gaza-Flottille unterwegs

Die Initiatoren wollen den Gazastreifen im Oktober erreichen und fordern eine »globale Intifada«

 07.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlen

Wie in Israel über den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt berichtet wird

Der AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt sorgt im jüdischen Staat für Unruhe – und löst eine ambivalente Debatte über die Partei und ihre Haltung zu Juden und Israel aus

von Sabine Brandes  07.09.2026

Nahost

Iran soll Angriff mehrerer Terrorgruppen auf Israel planen

Nach israelischen Einschätzungen könnte das Mullah-Regime einen gleichzeitigen Einsatz an mehreren Fronten vorbereiten – mit Beteiligung der Hisbollah, der Hamas und der Huthi

 07.09.2026

Gesellschaft

Exodus der Ärzte

Studie: Seit 2023 haben rund 1370 Mediziner Israel verlassen, darunter zunehmend erfahrene Fachärzte

von Sabine Brandes  06.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  06.09.2026

Jerusalem

Israels Sicherheitsrat: Weltweite Reisewarnung für die jüdischen Feiertage

Die Behörde warnt vor gezielten Anschlägen durch extremistische Gruppen und Einzeltäter auf Juden und Israelis. Von Reisen in zahlreiche arabische und an den Iran grenzende Staaten wird dringend abgeraten

 06.09.2026

Jerusalem

Oberstes Gericht kippt Festnahmeverbot für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer

Das im Sommer verabschiedete Moratorium verstößt nach Ansicht der Richter gegen den Gleichheitsgrundsatz. Der Staat dürfe bei der Strafverfolgung keine unzulässigen Ausnahmen machen

 06.09.2026

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  06.09.2026