Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Reichster Israeli: Schiffsmagnat Eyal Offer Foto: dpa

Meinung
Haim Saban ist ein Mann der klaren Worte. Der israelisch-amerikanische Geschäftsmann und Unterstützer von Hillary Clinton äußerte jetzt seine Meinung zu Donald Trump. In einem Interview mit dem israelischen Kanal 2 sagte er, die Wahlen der Kandidaten in den USA seien zu einem Zirkus verkommen, und Trump spiele den Clown. »Die Republikaner spielen verrückt. Sie wissen nicht, was ihnen geschieht, und wachten zu spät auf.« Zwar gebe es derzeit eine ernst zu nehmende Initiative, um den »Tsunami Trump« zu stoppen, doch es sei unklar, ob sie Erfolg haben werde. Auf die Frage, ob Trump gefährlich für Israel sei, antwortete Saban: »Er ist gefährlich für die ganze Welt und damit auch für Israel.«

Zahlen
Die erste Prostitutions-Studie der Regierung ist veröffentlicht worden. Aus ihr geht hervor, dass sich die Zahlungen an Prostituierte auf mehr als 300 Millionen Euro jährlich summieren. Auch wird klar, wie viele Sexarbeiter es in Israel gibt. 2014 seien es zwischen 11.420 und 12.730 gewesen, heißt es. 95 Prozent von ihnen sind weiblich. »Diese Daten sind sehr schwer zu akzeptieren«, so Sozialminister Chaim Katz. »Und wir können diesbezüglich nicht gleichgültig bleiben.« Besonders traurig sind die Zahlen der Minderjährigen: Etwa 1260 Jugendliche und Kinder würden in Israel heutzutage als Prostituierte arbeiten oder befänden sich an der Schwelle, dies zu tun.

Weigerung
Bildungsminister Naftali Bennett will nicht dafür zahlen, arabische Frauen auf ein soziales Jahr vorzubereiten. Als Grund gab er an, dass er lediglich Mittel für Frauen zur Verfügung stelle, die Positionen in seinem eigenen Ministerium einnehmen – meist sind dies religiöse Jüdinnen. Die Leiterin des staatlichen Kontrollkomitees der Knesset, Karin Elharrar (Jesch Atid), bezeichnete Bennetts Verhalten als »inakzeptable Diskriminierung«. Das Bildungsressort ist das einzige Ministerium, das sich weigert, die Finanzierung der Ausbildung von Nichtjuden zu übernehmen.

Traum
Er ist ein eher ungewöhnlicher Alija-Kandidat. Doch Nissim, auch bekannt als Rapper D. Black aus Seattle, ist nach Israel immigriert und rundum glücklich. Nachdem der Amerikaner vor drei Jahren zum Judentum übergetreten war, erfüllte er sich nun seinen Traum: den Umzug ins Heilige Land. »Es ist das letzte Stück in meinem Puzzle«, sagte er nach seiner Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Gemeinsam mit Ehefrau Adina und den fünf Kindern will er sich hier sein neues Zuhause einrichten. Adina, die vorher Jamie hieß, war allerdings nicht sofort von der Idee angetan: »Ich konnte mich damit zunächst nicht richtig anfreunden. Mein Mann wollte vor zwei Jahren nach einem Besuch in Israel sofort herziehen. Und natürlich war ich skeptisch. Aber jetzt bin ich zum ersten Mal hier und liebe es sofort.«

Liste
17 Israelis haben es auf die 30. Forbes-Liste der Milliardäre geschafft. Insgesamt sind 1810 Steinreiche aus der ganzen Welt darauf verzeichnet. Darunter ist auch einer, der klein angefangen hat: Adam Neumann, aufgewachsen in einem Kibbuz. Der Mitgründer der Gemeinschaftsbüro-Plattform WeWork gilt mittlerweile als 1,5 Milliarden US-Dollar schwer und schaffte es mit dieser dicken Geldbörse auf Platz 1198. An der Spitze indes hat sich nichts geändert. Nach wie vor auf Rang eins der reichen Israelis ist der Schiffsmagnat Eyal Offer (Nr. 135), gefolgt von dem Industriellen Stef Wertheimer (Nr. 228) und dem Hollywood-Magnaten Arnon Milchan (Nr. 270).

Bau
Nach mehreren Todesfällen beim Tunnelbau verweigern offenbar immer mehr Hamas-Mitglieder das Arbeiten an den unterirdischen Gängen. Ein Tunnel nach dem anderen war in den vergangenen Monaten auf noch ungeklärte Weise eingestürzt. Zum Teil wurden mehrere Arbeiter darin lebendig begraben. Erst in der letzten Woche kam ein 31-Jähriger auf diese Weise ums Leben. Die Hamas geht davon aus, dass Israel hinter der Zerstörung steckt, doch Jerusalem hält sich bedeckt. Die sogenannten Terrortunnel werden gebaut, um Anschläge in Israel durchzuführen.

Gas
Die Erdgasvorkommen in Israel könnten dreimal so hoch sein, wie ursprünglich angenommen. Das sagte Energieminister Yuval Steinitz bei einem Treffen mit internationalen Energiefirmen. Das Potenzial könnte bei 2100 Milliarden Kubikmetern liegen, im Gegensatz zu den zunächst vermuteten 680, sagte der Minister. Mit diesen neuen Zahlen im Gepäck will Steinitz auf der Energiekonferenz in Houston, Texas, Unternehmen nach Israel locken, um nach weiterem Gasvorkommen zu suchen.

Luftfahrt

El Al nimmt Direktverbindung zwischen Tel Aviv und San Francisco wieder auf

Geplant sind drei Flüge pro Woche, die jeweils rund 15 Stunden dauern. Auffällig ist die Flugnummer

 02.06.2026

Jerusalem

Charedim legen mit Massenprotest Verkehr lahm

In mehreren Teilen Israels protestierten sie gegen die Festnahme von Wehrdienstverweigerern

 02.06.2026

Jerusalem

Kritik an Netanjahu wegen Verzicht auf Angriff gegen Hisbollah in Beirut

Der ehemalige Ministerpräsident Naftali Bennett sagt, die Regierung habe »die Kontrolle über die israelische Souveränität verloren«

 02.06.2026

Spione

Israels geheime Armee im Iran

Jahrelang lebten sie unauffällig als Zivilisten in der Islamischen Republik – dabei waren sie in Israel ausgebildete Agenten des Mossad

von Sabine Brandes  01.06.2026

Interview

»Die jüdische Perspektive nach Deutschland bringen«

Der Yad-Vashem-Vorsitzende Dani Dayan über die erste Außenstelle der Gedenkstätte, die Zukunft der Holocaust-Erinnerung und den Kampf gegen Geschichtsverfälschung

von Sabine Brandes  01.06.2026

Internationaler Gerichtshof

Wie Südafrika seine Genozid-Klage gegen Israel in die Länge zieht

Das Haager Weltgericht hat Pretoria eine Frist von 18 Monaten gewährt, um erneut seine Argumente für einen angeblichen Völkermord Israels in Gaza vorzubringen. Israel sieht die Klage hingegen als gescheitert an

von Michael Thaidigsmann  01.06.2026

Tel Aviv

Bericht warnt vor möglichem Einfluss Ben Gvirs auf Polizeiarbeit im Wahlkampf

Die Autoren fordern darin klare Vorgaben, die die Handlungsspielräume der Polizei im Wahlkampf deutlich einschränken

 01.06.2026

Gesundheit

Sprunghafter Anstieg: Immer mehr Israelis rauchen

Viele Konsumenten greifen offenbar verstärkt zur Zigarette, um mit der durch den Krieg verursachten psychischen Belastung umzugehen

 01.06.2026

Westjordanland

Terroranschlag an Bushaltestelle: Zwei Jugendliche verletzt

Nach Angaben der Armee steuert ein Palästinenser sein Fahrzeug in eine Bushaltestelle. Eine 17-Jährige wird schwer verletzt, eine 15-Jährige mittelschwer

 01.06.2026