Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Am Palmachim-Strand Foto: Flash 90

Preis
An einer merkwürdigen Hotelwerbung scheiden sich die Geister. Das Hotel Yehuda in Jerusalem hat dazu aufgerufen, »im Schaltjahr in unserem Haus Babys zu zeugen«. Wer per ärztlicher Bescheinigung nachweisen kann, dass die Empfängnis genau am 29. Februar stattgefunden hat, der erhält die Möglichkeit, alle Meilensteine im Leben des neuen Erdenbürgers kostenlos im Hotel zu feiern – von der Brit bis zur Hochzeit. Doch nicht bei allen kam die Werbung gut an. Zwar kommentierten viele das Video mit »witzig« oder »gute Idee«, doch andere meinten, dieses Angebot sei »merkwürdig« oder grenze sogar an sexuelle Belästigung.

Dank
Aboud Dandachi ist voll des Lobes. Der 39-jährige Syrer aus der Stadt Homs, der heute in Istanbul lebt, dankt Israelis für die Hilfe. Doch Dandachi sagt nicht nur schlicht Danke, sondern hat gleich eine eigene Facebook-Seite eingerichtet (www.facebook.com/thankyouamisrael), auf der er Artikel sammelt und über Aktionen berichtet, die von israelischen und jüdischen Hilfsorganisationen unternommen werden. »Als Syrer bin ich moralisch verpflichtet, mich darum zu kümmern, dass die humanitären Taten der Israelis und Juden nicht vergessen werden«, erklärt Dandachi. Während andere Nationen, vor allem arabische, wegschauen, während seine Landsleute in Not sind, helfen gerade die Israelis – und gefährden dabei teils sogar ihr eigenes Leben, erklärt er. Für ihn ein absolutes Aha-Erlebnis. Denn der Hightech-Ingenieur ist in seiner Heimat in einer Umgebung voller Hass auf Israel aufgewachsen. »›Diese Leute sind unsere Feinde. Juden sind bösartig‹, haben wir als Kinder zu hören bekommen.« Heute kennt er die Wahrheit: »Ich habe Juden als die humansten und großzügigsten Menschen von allen kennengelernt.«

Streit
Er war eine israelische Olympiahoffnung. Nun liegt Maor Ben Harusch im Krankenhaus und muss wieder gehen lernen. Schon dreimal hatte der Teenager die Jugendsegelmeisterschaft gewonnen. Am vergangenen Freitag aber wurden alle Hoffnungen des Jungen aus Naharija zunichtegemacht. Ben Harusch war auf einer Party bei einem Freund, als ein Streit unter den Teenagern ausbrach. Auf dem Nachhauseweg wurde der 17-Jährige auf seinem Motorrad überfahren. Hinter dem Steuer saß der Bruder des anderen am Streit beteiligten Teenagers. Der erklärte zwar hinterher, es sei ein Versehen gewesen, doch die Ermittlungsbehörden glauben diese Version nicht. Durch das Überfahren wurden beide Beine von Ben Harusch schwer verletzt. Die Ärzte meinen, aus einer Olympiateilnahme im Sommer werde mit Sicherheit nichts, denn der Rehabilitationsprozess dauere Jahre.

Geld
Zwar findet die Diskussion um den Staatshaushalt erst in einigen Monaten statt, doch schon jetzt ist klar, dass es brenzlig werden wird. Denn bereits heute liegen die Ausgaben knapp vier Milliarden Euro über der erlaubten Grenze. Ein Grund, so Finanzexperten, seien die verschiedenen Koalitionsverträge und Parteiversprechen, die die Regierung nach den letzten Wahlen eingegangen war.

Park
Der Palmachim-Strand wird Naturpark. Vor Kurzem wurde entschieden, dass der Küstenstreifen südlich von Tel Aviv nicht bebaut werden darf und stattdessen zum Naturschutzgebiet erklärt wird. Eine Bürgerinitiative hatte vor neun Jahren begonnen, gegen Pläne zu kämpfen, an diesem einzigartigen Strand ein Hoteldorf zu bauen. Mit Erfolg. »Der Plan, Palmachim zum Naturschutzgebiet zu machen, wird innerhalb von drei Jahren umgesetzt«, verspricht der Generaldirektor der Natur- und Parkbehörde, Schaul Goldstein.

Worte

Bentzi Gopstein wird sich wahrscheinlich bald vor Gericht verantworten müssen. Der Kopf der Organisation Lehava, die immer wieder durch rassistische Äußerungen auffällt, hat sich so aufwieglerisch über Christen geäußert, dass die Polizei Ermittlungen aufgenommen hat. In einem Artikel mit dem Titel »Wie man die Vampire zu Fall bringt« nannte Gopstein in Israel lebende Christen »Blutsauger«. Er rief »alle willigen Juden« auf, »das abwegige Konzept des Christentums zu bekämpfen«, und bezeichnete die Religion als »teuflisch«. Dass Christen nicht länger als bedrohliche Vampire, sondern als freundliche Touristen angesehen werden, deren westliche Werte den jüdischen gleich sind, sei die Schuld des staatlichen Bildungssystems, »das den Schülern nicht genug jüdische Werte vermittelt«, schrieb Gopstein. Nun beschäftigt sich die Polizei mit dem Fall.

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