Kurzmeldung

Auf die Schnelle

Gut erhalten nach 1700 Jahren Foto: dpa

Auszeichnung
Sie machen einen schweren Job. Die Männer der Organisation ZAKA, die nach Attentaten oder Unfällen meist die ersten am Ort des Geschehens sind, um Leben zu retten und die Toten nach jüdischem Gesetz zu bestatten, erhalten viel Anerkennung aus der Bevölkerung. Zum dritten Mal in Folge sind sie als eine der beliebtesten Organisationen des Landes anerkannt worden. Die Umfrage zur jährlichen Sozial-Konferenz in Sderot beförderte ZAKA direkt hinter der Armee auf Platz zwei. Gründer Yehuda Meschi-Zahav ist begeistert: »Das ist die Anerkennung für unsere tägliche Arbeit in Notfällen, egal ob in Israel oder im Ausland. Die Auszeichnung ist ein willkommener moralischer Ansporn für unsere Freiwilligen, vor allem jetzt, in dieser schwierigen Zeit.«

Schnitt
Der letzte Teil der Tribute von Panem-Filme zieht auch in Israel die Massen in die Kinos. Doch die Werbeposter mit Star Jennifer Lawrence in hautengem Kampfanzug dürften nicht allen frommen Bewohnern gefallen. Um Vandalismus von vornherein zu verhindern, entschied sich die israelische PR-Firma, auf Plakate mit der hübschen Frau zu verzichten und in den ultraorthodoxen Hochburgen Bnei Brak und Jerusalem Poster mit einer Krähe an die Litfasssäulen zu hängen.

Konferenz
Es wird poetisch: Bis zum Freitag findet in Jerusalem noch Kisufim, die Konferenz jüdischer Schriftsteller und Poeten, statt. Zum vierten Mal bereits bringt Kisufim Literaten aus der ganzen Welt zusammen und betont die Bedeutung jüdischer Kultur im jüdischen Leben. In diesem Jahr steht sie unter dem Hauptthema »Identität und Anderssein«. Mit dabei in 2015 sind unter anderem: Haim Beer, Sami Michael, David Grossman aus Israel, Marcia Falk und Jennifer Barber aus den USA, Michel Eckhard Elial aus Frankreich sowie die Russin Galina Zelenina. Die Teilnehmer tauschen sich in Workshops untereinander aus und diskutieren die drängendsten Fragen zum jüdischen Leben und Literatur in der ganzen Welt.

Fund
Noch immer stoßen die Mitarbeiter der Altertumsbehörde auf verborgene antike Schätze im Boden des Landes. Jetzt wurde der Öffentlichkeit ein imposantes Mosaik aus Lod vorgestellt. Das Muster diente als Boden des Wohnraumes einer Villa und ist circa 1700 Jahre alt. »Die Villa gehörte zu einem wohlhabenden Viertel, das lange Zeit während der römischen und byzantinischen Periode existierte«, erklärte der Ausgrabungsleiter Amir Goralczany. Einige Zeit zuvor war im Hof des Gebäudes ein eindrucksvolles Kunstwerk in der Größe von elf mal 13 Metern gefunden worden. Beide Mosaike sind mittlerweile restauriert und werden in Lod ausgestellt.

Besuch
Der Chef-Wissenschaftler Israels, Avi Hasson, geht nach Down Under. Eine Woche lang will Hasson in Australien dafür sorgen, dass die bilateralen wirtschaftlichen, technologischen und wissenschaftlichen Beziehungen der beiden Länder gestärkt werden. Kurz zuvor war eine australische Delegation nach Tel Aviv gereist, um sich über die »Start-Up-Nation« zu informieren. Die Besucher schwärmten von den einzigartigen Partnerschaften zwischen privaten und öffentlichen Einrichtungen.

Absage

Vom 2. bis 6. Dezember wird es nass in Netanya. An den Kurzbahn-Europameisterschaften nimmt nun doch das ganze deutsche Schwimmteam teil. 27 Sportlerinnen und Sportler kämpfen dann um Gold, Silber oder Bronze. Aus Angst vor Terror gab es zuvor allerdings mehrere Absagen. Für Schwimm-Weltmeister Marco Koch war es von Anfang an keine Frage, an den Start zu gehen: »Die Sicherheitsvorkehrungen in Israel werden gut sein. Ich finde es blöd, sich von ein paar Eierköppen Angst machen zu lassen.« Die deutsche Meisterin über 50 Meter und 100 Meter Schmetterling, Alexandra Wenk, jedoch sagte: »Ganz ehrlich, das Risiko ist mir zu groß«. Bundestrainer Henning Lambertz hatte Bedenken. »Ich bin nicht erfreut bei dem Gedanken, dass wir dorthin fahren«. Der Deutsche Schwimm-Verband hatte den Sportlern und dem Chefcoach die EM-Teilnahme freigestellt.

Klage
Anne Pollard will Israel verklagen. Die Ex-Frau des freigelassenen Spions Jonathan Pollard fühlt sich ungerecht behandelt. 30 Jahre nach ihrer Verhaftung (sie saß dreieinhalb Jahre hinter Gittern, ihr ehemaliger Ehemann 30) will sie den jüdischen Staat zur Rechenschaft ziehen. Anne Pollard will Millionen an Wiedergutmachung einklagen, weil sie meint, ihr Ruf sei nach der Verhaftung der beiden durch israelische Behörden beschädigt worden. Jonathan Pollard hatte sich nach Annes Freilassung von ihr scheiden lassen und heiratete kurz darauf Esther. Der Ex-Spion hat die Auflage, in den kommenden fünf Jahren die USA nicht ohne Erlaubnis zu verlassen. Dabei hatte er mehrfach betont, dass er gern mit seiner Ehefrau in Israel leben würde.

Israel

Schönheit mit Narben

Designer entwerfen Kleidung für kriegsversehrte Soldaten, um im öffentlichen Raum auf ihre Schicksale aufmerksam zu machen. Zu Besuch bei einer Modenschau in Tel Aviv

von Sabine Brandes  23.06.2026

Terrorgefahr

Schin Bet warnt vor möglichem Angriff auf Eilat im Stil des 7. Oktobers 

Der Chef des Inlandsgeheimdienstes soll führende Mitarbeiter der Behörde angewiesen haben, mögliche Angriffsszenarien für die Hafenstadt im Süden zu untersuchen

 23.06.2026

Kommentar

Wer kann das noch ernst nehmen?

Immer mehr zeigt sich: Anmoderation und Exekution von Unwahrheiten und falschen Fakten vor einem Millionenpublikum sind kein ärgerlicher Ausrutscher, sondern gezielte Agitation

von Daniel Killy  23.06.2026

Jerusalem

Israel-Libanon-Gespräche: Netanjahu kündigt Verbleib der Armee im Südlibanon an

»Die IDF wird weiterhin entschlossen handeln, um Bedrohungen für unsere Soldaten und Zivilisten abzuwehren«, sagt die israelische Regierung

 23.06.2026

Jerusalem

Netanjahu: Israel hat iranische Bombe verhindert

Israels Premier bezeichnete den Angriff auf den Iran als »größte Luftoperation« in der Geschichte des Landes

 22.06.2026

Bildung

Israel setzt auf Künstliche Intelligenz im Englischunterricht

Der Start des Programms fällt in eine Phase, in der die Schulen des jüdischen Staates mit erheblichen Problemen beim Sprachenunterricht kämpfen

 22.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  22.06.2026

Süd-Libanon

Israelische Armee entdeckt Hisbollah-Tunnel mit Raketenstellungen

IDF: Die Raketenschächte sind durch Luftangriffe nur sehr schwer oder gar nicht zerstörbar

 22.06.2026

Absichtserklärung

Trumps Frieden – Irans Sieg

Während der US-Präsident das Memorandum mit Teheran als Durchbruch feiert, warnen Experten in Israel vor Zugeständnissen bei der Atomfrage und im Libanon

von Sabine Brandes  21.06.2026