Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Teuer: der Rothschild Tower Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Inder, Konten, Toiletten

von Sabine Brandes  24.02.2015 10:27 Uhr

Schenkung
Die New Yorker Philanthropen Robert und Renée Belfer haben dem Jerusalemer Israel-Museum, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, ein Riesenpräsent gemacht. Sie überließen ihm ihre private Kollektion von mehr als 300 antiken griechisch-römischen und nahöstlichen Glasgefäßen sowie 50 hochwertige Skulpturen und Reliefarbeiten. Die Stücke stammen aus der späten Bronzezeit bis zum 14. Jahrhundert. Museumsdirektor James Snyder ist überglücklich und sagt, es handle sich um ein »makelloses Geschenk der Superlative«. Rund 100 Objekte werden in der Ausstellung »Eine römische Villa« von Juni bis November im Israel-Museum zu sehen sein. Bei der Belfer-Kollektion handelt es sich um eine der bedeutendsten privaten Antikensammlungen der Welt.

Inder
Rund 600 Reiseexperten aus Indien halten sich derzeit in Jerusalem auf. Zum ersten Mal in der Geschichte der beiden Länder findet die jährliche Konferenz der indischen Reisevereinigung im Heiligen Land statt. Angesichts steigender Touristenzahlen aus dem Land am Ganges hatte das israelische Tourismusministerium die Vertreter der Reisebranche eingeladen. Die Zahlen sind vielversprechend: Jedes Jahr wächst die Zahl der Touristen aus Indien um etwa 13 Prozent. 2014 tourten fast 35.000 Inder durch Israel. 71 Prozent der Reisenden suchen ihr Ziel nach Empfehlungen von Branchenspezialisten aus.

Konten
Die Tageszeitung Haaretz veröffentlichte eine Liste mit 6500 Israelis, die von 1988 bis 2007 geheime Bankkonten bei der Schweizer Bank HSBC Geneva gehalten haben. Darunter befinden sich Geschäftsleute, Diamantenhändler, Fußballstars, Bankiers, ehemalige Armeeoffiziere und eine bekannte Fernsehpersönlichkeit. Insgesamt sollen auf den Konten etwa zehn Milliarden Dollar gelegen haben. Damit waren die Israelis die sechstreichste Gruppe aller Kontoinhaber der Bank. Ein Nummernkonto im Ausland zu haben, ist nach israelischem Recht nicht strafbar, solange die Zinsen oder andere Einkommen aus den Anlagen den Finanzbehörden gemeldet werden.

Popstar
Dass Madonna ein Faible für Israel hat, ist nicht neu. Schenkt man verschiedenen Gazetten Glauben, will sie sich jetzt sogar hier niederlassen. Zumindest in den Ferien. Angeblich will die Queen of Pop in dem überschicken Turm am Rothschild-Boulevard ein Apartment kaufen. In dem Wolkenkratzer aus Glas und Stahl werden 141 Wohnungen angeboten – allesamt mit großen Terrassen. Das Magazin Forbes beschrieb den Bau als den »höchsten Luxus-Wohnturm der Welt«. Die Sängerin, die sich selbst auch gern Esther nennt, wäre in Tel Aviv nah am Hauptquartier der Kabbala-Bewegung, deren Anhängerin sie ist. Für welches Apartment sie sich entscheidet, ist nicht bekannt. Zu haben wäre noch das 1500-Quadratmeter-Penthouse mit privatem Kino, Spa, Fitnessraum und Pool für 55 Millionen Dollar.

Flüge
Die blutigen Terroranschläge in Paris haben einen Effekt auf den israelischen Reisemarkt: Flugbuchungen in die Stadt der Liebe sind um 30 Prozent gesunken. Diese Entwicklung hat die Branche völlig überrascht. Mehr als 200.000 Israelis reisten vor den Attacken jährlich nach Paris. »Normalerweise sehen wir keinen Rückgang, wenn es einen Anschlag in Europa gibt«, erklärte ein Experte im Fernsehen. »Doch jetzt ist es anders. Vielleicht hat es damit zu tun, dass viele Muslime in der Stadt leben. Mit Zahlen lässt sich nicht diskutieren. Sie sind Fakten.« Sogar für die kommenden Pessach-Ferien, eine klassische Zeit für Parisreisen, seien die Buchungszahlen außergewöhnlich niedrig.

Toiletten
Die geplante Erweiterung der Toiletten neben der Klagemauer sorgt für Streit. Rabbiner Schmuel Rabinovitch verurteilte jetzt die »Aufwiegelungsversuche des muslimischen Waqf«. Einige islamische Oberhäupter der Al-Aksa-Moschee versuchten, die Renovierung der Anlage zu politisieren, indem sie behaupteten, die Toiletten würden muslimische Heiligtümer entweihen, so Rabinovitch. »Es ist unerfreulich, dass eine kleine Änderung, die den Besuchern dienen soll, zu unnötigen Spannungen führen muss«, schrieb der Rabbiner.

Hochzeit
Fast drei Jahre nach dem tödlichen Anschlag von Burgas haben ein Terroropfer und seine Pflegerin geheiratet. Daniel Fahima war im Juli 2012 bei dem Anschlag auf einen Bus mit israelischen Touristen in Bulgarien schwer verletzt worden. Damals hatten Hisbollah-Terroristen sieben Menschen ermordet und 30 verletzt. Im Krankenhaus in Israel erhielt Daniel Besuch von Dana, einer ehrenamtlichen Helferin, die »einfach etwas Gutes tun« wollte. Sofort habe es zwischen ihnen gefunkt, erzählen beide. Jetzt, nach Daniels vollständiger Genesung, heirateten sie in einem Vorort von Haifa. »Wir sind überglücklich«, strahlten sie. Allerdings wurden die zwei Freunde von Daniel, die bei dem Anschlag ums Leben kamen, bei der Feier schmerzlich vermisst.

Jerusalem

Israel bereitet offenbar neue Offensive zur Entwaffnung der Hamas vor

Hintergrund ist die Einschätzung in Sicherheitskreisen, dass die palästinensische Terrororganisation ihre Waffen nicht freiwillig abgeben wird

 11.02.2026

Jerusalem

Bericht: Netanjahu erhielt schon 2018 Hinweise auf Hamas-Invasionspläne

Eine erste Fassung des Plans der Terroristen soll an zentrale Entscheidungsträger gelangt sein

 11.02.2026

Nahost

Israel will erstmals Attentäter ausweisen

Den beiden arabischen Israelis wurde die Staatsbürgerschaft entzogen, sie sollen in den Gazastreifen abgeschoben werden

 10.02.2026

Eurovision Song Contest

Israels ESC-Song steht fest

In Israel wurde der Song, mit dem Noam Bettan in Wien antreten wird, ausgewählt. Vorjahreskandidatin Yubval Raphael hat ihn getextet

 10.02.2026

Reisen

Condor fliegt wieder von Frankfurt nach Israel

Die deutsche Fluggesellschaft nimmt die Strecke ab Mai 2026 nach langer Pause wieder in ihr Angebot auf

von Sabine Brandes  10.02.2026

Gaza

Indonesien will erste Truppen für Stabilisierungstruppe entsenden

Schon in den kommenden Wochen könnten Tausende Soldaten entsandt werden

 10.02.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher testen Krebstherapie gegen Alzheimer

Grundlage ist die sogenannte CAR-T-Zelltherapie, die bislang vor allem bei Leukämie eingesetzt wird

 10.02.2026

Untersuchungskommission

Ex-Verteidigungsminister Gallant nennt Netanjahu »Lügner«

Der israelische Premier beschuldigt die Sicherheitskräfte für das Versagen vor dem Massaker der Hamas

von Sabine Brandes  09.02.2026

Iran

Mullah-Regime droht Tel Aviv mit »Raketenhagel«

Ein Poster einer riesigen Karte der israelischen Metropole mit rot markierten »Angriffszielen« taucht in Teheran auf

von Sabine Brandes  09.02.2026