Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Sammelt für Syrer: Natalie Portman Foto: imago

Land
Der einstige Premierminister Ehud Olmert sagte am Wochenende: »Wäre 2008 ein Frieden zustande gekommen, hätten Zehntausende von Siedlern ihre Häuser im Westjordanland verlassen müssen.« Auch wäre es das Ende einer israelischen Präsenz im Jordantal gewesen, so Olmert im TV-Kanal 2. Auf die Frage, ob man heute etwa 80.000 jüdische Siedler abziehen könnte, antwortete der Ex-Regierungschef: »Ich habe keinen Zweifel, dass das möglich ist.« Derzeit jedoch sieht es kaum so aus, als ob diese Vision Realität werden wird. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu weht starker Gegenwind aus seiner eigenen Partei ins Gesicht, wenn es im Rahmen eines Friedensvertrages um territoriale Abtretungen an die Palästinenser geht.

Bücher
Jetzt ist es auch in Israel gesetzlich verboten, auf neu erschienene Bücher Rabatte zu gewähren. Dadurch sollen faire Einnahmen für die Autoren gesichert werden. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Obwohl es in den ersten anderthalb Jahren nach Erscheinen keinerlei Preisnachlass geben darf, finden die Läden immer wieder Wege, die Werke von Autoren zu Ramschpreisen loszuwerden. So wie die beiden großen Ketten des Landes, Steimatzky und Zomet Sfarim: Diese Woche beginnt ihre Aktion »Kauf eines – nimm ein weiteres umsonst mit«. Möglich macht das ein Schlupfloch: Die Bücher, die im Januar verlegt wurden, fallen noch nicht unter das neue Gesetz.

Fotos
An Bildern der Heiligen Stadt mangelt es wahrlich nicht. Doch jetzt sind die wahrscheinlich frühesten Fotos von Jerusalem aufgetaucht. Es wird vermutet, dass die Schwarz-Weiß-Bilder von dem französischen Fotografen Joseph-Philibert Girault de Prangey aufgenommen wurden, der zwischen 1841 und 1844 in Mittelmeerländern unterwegs war. De Prangey starb 1892, doch die Hunderte von Bildern wurden erst 1920 in einem Verschlag seiner Pariser Wohnung gefunden. Jetzt wurden sie auf der Website www.si.edu veröffentlicht.

Rekorde
Nun hat er auch noch den Guinness-Weltrekord gebrochen. Präsident Schimon Peres hielt in der vergangenen Woche den größten Staatsbürgerkunde-Unterricht aller Zeiten ab – online. Er brach damit den alten Rekord, bei dem 5000 Schüler zugehört hatten. Dieses Mal waren 9000 Studenten in 215 Unterrichtsräumen im ganzen Land dabei. »Es war mir ein Privileg, zu unterrichten und Fragen zu beantworten«, sagte Peres im Anschluss. Im vergangenen Juni war dem israelischen Staatsoberhaupt schon einmal indirekt ein Eintrag ins Guinness-Buch gesichert worden. Damals schuf ein Designer im Hafen von Tel Aviv ein Mosaik aus 6000 Kaffeetassen. Zu sehen: das Konterfei des Präsidenten.

ärger
Natalie Portman macht mit bei der »menschlichen Wärme«. Die Hollywood-Schauspielerin, die derzeit im Heiligen Land an ihrem Regiedebüt arbeitet, schickt Geld und Kleidung an syrische Flüchtlinge. Freunde hatten Portman von der Aktion »Chom Enoschi« erzählt, bei der junge Israelis warme Wintersachen für Menschen sammeln, die vor dem Bürgerkrieg aus Syrien geflohen sind. »Als ich von der Aktion hörte, war ich tief bewegt und wollte sofort helfen«, sagt die in Israel geborene Schauspielerin. Portman verfilmt derzeit Amos Oz’ Geschichte von Liebe und Finsternis. Da sie einige Szenen in einem ultraorthodoxen Viertel im Jerusalemer Stadtteil Nachlaot dreht, bekommt sie Ärger mit den charedischen Einwohnern, die sich über die »fremde Invasion« in ihr Viertel beschweren.

Piloten
Ihre Handys kosteten sie die Karriere. Zwei Kampfpiloten mussten für fünf Tage ins Gefängnis, weil sie Landkarten und geheime Informationen auf ihren Smartphones gespeichert hatten. Gegen zwölf weitere Soldaten wurden andere Disziplinarmaßnahmen verhängt. Dieser Vorfall zeige die Risiken, die durch mobile Technologie entstehen, in drastischer Weise, hieß es vonseiten der Armee. »Die Leute müssen verstehen, dass sie ihre Informationen besser sichern können und müssen«, erklärte Luftwaffenchef Amir Eshel anschließend. Der Skandal um die Handys war erst aufgefallen, als einer der Piloten zu seinem Vorgesetzten gegangen war, weil er sein Telefon verloren hatte und zugab, dass sich darauf »sensible Daten« befinden.

Krankheit
Bei einem von vier Todesfällen in Israel ist der Grund Krebs. 2011 gab es mehr als 10.000 Tote durch die Krankheit, etwa 28.000 erkrankten daran. Die tödlichsten Krebsarten für Männer waren Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata- und Afterkrebs, während bei Frauen Brustkrebs an erster Stelle stand. Gleichzeitig, berichtet die Krebsvereinigung des Landes, ist die Anzahl der Neuerkrankungen von 1990 bis 2011 um 18 Prozent zurückgegangen. Außerdem sei durch neue Therapien und Früherkennung die Überlebensrate gestiegen. Doch nicht bei allen. Der Präsident der Vereinigung, Eliezer Robinson, erklärt, dass drei Viertel aller Krebstoten ältere Menschen über 70 Jahre sind.

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 28.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026

Südlibanon

Erst Drohnenangriffe, dann Gegenschläge

Nachdem die pro-iranische Terror-Miliz Hisbollah mit zwei Drohnen israelische Soldaten angegriffen hatte, reagierte die IDF mit Gegenangriffen

 27.08.2026

Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

Israel kritisiert den US-geführten »Board of Peace« – und erwägt einen Ausschluss britischer Vertreter aus dem Koordinierungszentrum

von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026