Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

»Grüß Gott!«: Der Papst kommt. Foto: dpa

Jagdverbot
Gänse, Wildschweine und Co. können aufatmen. Die Jagd zu Sportzwecken soll verboten werden. Die Idee, das Jagen generell zu untersagen, ist bereits vor Jahren vom Umweltministerium vorgeschlagen worden. Jetzt geht es darum, den Plan in der Knesset Gesetz werden zu lassen. In der Bevölkerung hat das Jagdverbot bereits eine große Mehrheit: Einer Umfrage der Umweltorganisation SPNI zufolge sprechen sich 72 Prozent aller Israelis gegen diesen blutigen Sport aus. Von September bis Januar darf derzeit noch gejagt werden. Auf der Abschussliste der etwa 2400 registrierten Jäger stehen vor allem Gänse, Enten und Wildtauben.

Stadtverwaltung
Irgendetwas stimmte da nicht. Die Verwaltung der arabischen Stadt Taibeh im Jisrael-Tal suchte einen neuen Leiter der Bildungsabteilung. Die Bewerber mussten folgende Voraussetzungen erfüllen: Universitätsabschluss, Ordination durch zwei Rabbiner sowie einen Jeschiwa-Besuch von mindestens sechs Jahren. Außerdem würde einem Bewohner von Taibeh der Vorzug gegeben werden. Dass in der arabischen Stadt nach allgemeinem Wissen kein einziger Rabbiner weilt, schien den Schreibern der Stellenanzeige nicht aufgefallen zu sein. Das Innenministerium erklärte anschließend, dass die Stadtverwaltung selbstverständlich nur die für ihren Ort passenden Voraussetzungen hätte angeben müssen – die anderen seien lediglich Vorschläge. Also doch kein Rabbi in Taibeh.

Erdgas
Der Friedensvertrag ist noch nicht unterzeichnet, der zur Gaslieferung indes schon. Die ersten Käufer von israelischem Naturgas werden die Palästinenser sein. Deren Elektrizitätsbehörde hat zugesagt, in den kommenden 20 Jahren Energie im Wert von 1,2 Milliarden Dollar abzunehmen. Die Leviathan-Gruppe wird an die Behörde, die den Strom für das Westjordanland produziert, liefern, sobald das gleichnamige Feld in zwei oder drei Jahren angezapft wird. Das gesamte Gasvorkommen von Leviathan wird mit 537 Milliarden Kubikmetern angegeben.

Papstbesuch
In den berühmten roten Schuhen seines Vorgängers wird er zwar nicht durch das Heilige Land schreiten. In jedem Fall aber wird der Besuch von Papst Franziskus mit großer Spannung erwartet. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche hat angekündigt, im Mai nach Israel zu reisen. Traditionsgemäß wird der Papst auch Jordanien und die palästinensischen Gebiete besuchen. Der Zeitpunkt Ende Mai fällt mit dem 50. Jahrestag der historischen Visite von Papst Paul VI. im Jahr 1964 zusammen – dem ersten Pontifex in Israel seit der Staatsgründung. Seit seiner Einsetzung im März spricht sich Franziskus stetig für einen Frieden in Nahost aus.

Streik
Dieses Mal streiken sie nicht wegen der anhaltenden Raketenbedrohung, sondern wegen mieser Konditionen. Die Angestellten der Stadtverwaltung von Sderot sind sauer. Ihre Gewerkschaft verkündete in der vergangenen Woche eine unbegrenzte »Verlangsamung der Arbeit«. Grund sind angekündigte Änderungen. Bürgermeister Alon Davidi hatte erklärt, dass es ab sofort keine Betriebshandys mehr gebe und Überstunden bei Sitzungen nicht mehr bezahlt würden – ohne Absprache mit der Gewerkschaft. Das ohnehin magere Gehalt der Angestellten schrumpft damit noch weiter. Betroffen von dem Streik sind neben den Diensten der Verwaltung auch Kindergärten, Gemeindezentren und Ähnliches.

Inschrift
Die älteste Inschrift, die jemals in Jerusalem gefunden wurde, verkündet nichts Gutes. Sie wurde auf die zweite Hälfte des zehnten Jahrhunderts vor der Zeitrechnung datiert, die Ära König Salomons. Archäologen der Hebräischen Universität hatten die Schrift in der Gegend von Ophel, südlich des Tempelberges, entdeckt. Lediglich acht Buchstaben in einer antiken nahöstlichen Schrift standen auf dem großen Tongefäß. Lange konnten sie nicht entziffert werden. Jetzt jedoch präsentierte Gerschon Galil vom Bibelinstitut in Haifa eine Interpretation des kryptischen Textes. Demnach soll auf dem Gefäß geschrieben stehen, dass sich darin »lausiger Wein« befindet.

Abtreibung
Ab sofort wird der Staat für Abtreibungen bezahlen. Seit Jahresbeginn ist der Schwangerschaftsabbruch im staatlich geförderten »Gesundheitskorb« inbegriffen. Egal, aus welchem Grund sich Frauen zwischen 20 und 33 Jahren für einen Abbruch entscheiden, die Kosten müssen sie nun nicht mehr selbst tragen. Bislang galt dies lediglich für Opfer von Vergewaltigung oder Missbrauch. Für Frauen unter 20 und über 40 Jahren wurden die Eingriffe bereits vorher von den Krankenkassen auch dann übernommen, wenn die Gründe persönlicher Natur waren. Sabine Brandes

Jerusalem

Bericht enthüllt Verbindungen zwischen Palästina-Aktivisten und Terroristen

Das israelische Diaspora-Ministerium hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigen soll, wie israelfeindliche Aktivisten aus den USA die Nähe zu Terrororganisationen suchen

 04.08.2026

Rom

Weitere Gespräche zwischen Israel und Libanon in Rom

Die Spannungen zwischen Israel und der Hisbollah halten an. Doch gleichzeitig gehen direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon weiter. Worum geht es dabei?

 04.08.2026

Gaza

Israel lehnt Abzug vor Entwaffnung der Hamas ab

Der vorgesehene israelische Truppenabzug und die Entwaffnung der Hamas sollen offenbar doch nicht parallel erfolgen. Das Board of Peace verändert die Bedingungen

 04.08.2026

Jerusalem

Herzog empfängt neuen deutschen Botschafter

Alexander Graf Lambsdorff hat die Nachfolge von Steffen Seibert als Botschafter in Israel offiziell angetreten. Jetzt war der neue Vertreter Deutschlands beim Präsidenten - dieser sprach dabei auch von »besonderen Beziehungen«

 04.08.2026

Israel

Sie wurde auf dem Nova-Festival ermordet: Junger Israeli tot am Grab seiner besten Freundin gefunden

»Auch die Freunde der Ermordeten sind Opfer dieser Tragödie«, sagt die Familie von Bar Bechor Asraf.

 04.08.2026

Israel

Präsident Herzog lobt Gaza-Friedensplan

In der israelischen Regierung gibt es Vorbehalte gegen den von US-Präsident Donald Trump entwickelten Plan. Das Staatsoberhaupt ist optimistischer

 03.08.2026

Jerusalem

Netanjahus Kehrtwende im Wahlkampf

Premier Netanjahu will sich offenbar von den Haredim distanzieren, um gemäßigte Likud-Wähler zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  03.08.2026

Luftfahrt

Condor nimmt Israel-Flüge wieder auf

Der erste planmäßige Flug landete am Samstagabend am Flughafen Ben Gurion – mit vollständig ausgelasteter Maschine

 03.08.2026

Jerusalem

Katz bestreitet, Generalmajor im Live-Interview gefeuert zu haben

Der Verteidigungsminister spricht von einer »glatten Lüge und Teil einer politischen Kampagne gegen die Regierung«

 03.08.2026