Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Da brat’ mir doch einer einen Storch. Foto: Flash 90

Gekämpft
Zum ersten Mal kämpfe Ägypten wirklich ernsthaft gegen die Terroristen auf dem Sinai. Dieser Meinung sind zumindest Politikexperten in Israel. Nach den gewalttätigen Attacken auf ägyptische Soldaten und Polizisten auf der Halbinsel habe Kairo nun den Kampf aufgenommen. Amos Gilad, Leiter der Sicherheitsabteilung im Verteidigungsministerium, erklärte auf einer Konferenz, dass Israel gut daran tue, sich herauszuhalten, jedoch sehr wohl wahrnehme, dass die Ägypter es ernst meinten. Vor Kurzem noch sei es leicht gewesen, iranische Waffen im Sinai an die Hamas zu liefern, »heute aber ist das so gut wie unmöglich«. Die Al-Qaida-Gruppen in dem Wüstenstrich seien anscheinend vom neuen Verhalten des Militärs beeindruckt. Gilad ist überzeugt: »Ägypten führt den Kampf gegen den Terror.«

Gezählt
Einer neuen Liste des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes kann man jetzt entnehmen, wer in Israels Politik die dickste Geldbörse hat. Ganz oben steht Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat. Laut Forbes soll er ein Vermögen von 90 Millionen Euro besitzen. Barkats Reichtum stammt jedoch nicht aus dem Bürgermeistergehalt – auf das verzichtet er –, sondern aus privaten Firmen, die er zuvor gegründet hatte. Platz zwei auf der Liste hat Knessetmitglied Erel Margalit von der Arbeitspartei inne, der Gründer des Kapitalfonds JVP. Premierminister Benjamin Netanjahu steht mit geschätzten acht Millionen Euro auf Rang sechs.

Gefährdet
Das Asylbegehren einer Familie von der Elfenbeinküste, die in Israel lebt, wird noch einmal aufgerollt. Das Innenministerium hatte den Antrag zuvor abgelehnt. Doch das Tel Aviver Bezirksgericht hält die Begründung der Familie für glaubwürdig. Die Eltern von zwei Kindern gaben an, dass ihren Töchtern die Genitalbeschneidung droht, wenn sie in ihr Heimatland abgeschoben werden. Die Mutter erlitt selbst als Mädchen grausame Qualen durch diese Tradition, die in vielen afrikanischen Staaten an der Tagesordnung ist.

Gegessen
Keine Kinder im Gepäck. Ein Storch, der von einem israelischen Institut mit einem Gerät ausgestattet worden war, das Zugvögel für wissenschaftliche Zwecke beobachtet, war in Ägypten in Einzelhaft geraten. Tagelang saß der Adebar hinter Gittern und musste Untersuchungen über sich ergehen lassen. Als die Behörden des Nil-Landes schließlich Entwarnung gaben und erklärten: »Dieser Vogel ist kein Spion«, wurde er in die Freiheit entlassen. Doch leider wählte der Storch, statt gen Norden zu flattern, die falsche Richtung und landete auf einer ägyptischen Insel. Deren Bewohner waren weniger nachsichtig im Umgang mit dem gefiederten Eindringling: Sie fingen und verspeisten ihn.

Geschenkt
Um eine Attraktion reicher: Das Israel-Museum in Jerusalem hat ein herausragendes Geschenk erhalten. Drei Spender aus New York überreichten dem Haus 74 Porträts des legendären Fotografen Richard Avedon. Die großzügige Schenkung stammt von dem Philanthropen Leonard Lauder, dem Galeristen Larry Gagosian und der Richard-Avedon-Stiftung. Die Arbeiten umfassen einige großformatige Bilder, darunter eines der Familie des Dichters Allen Ginsberg sowie eines von Andy Warhol. Andere Arbeiten zeigen Persönlichkeiten aus Politik, Finanzwelt und der intellektuellen Szene der 70er-Jahre. Die Schenkung wurde von Leonard Lauder initiiert, als er erfuhr, dass das Israel-Museum über keine Werke von Avedon verfügt.

Geschleudert
Jom Kippur steht vor der Tür – und damit die religiöse Pflicht, Buße zu tun. In vielen orthodoxen Gemeinden gibt es nach wie vor den Brauch, die schlechten Taten des Jahres symbolisch auf ein Huhn zu übertragen. Beim Kapparot-Ritual wird das Tier über den Kopf gehoben und einige Male im Kreis geschleudert, während ein Gebet gesprochen wird. Der neue aschkenasische Oberrabbiner David Lau rief nun zu einer besseren Behandlung des Fderviehs auf. »Eine Mizwa, die durch eine Sünde entsteht, war nicht im Sinne unserer Weisen. Es ist unsere Aufgabe, das ganze Jahr über für das Wohlbefinden der Tiere zu sorgen und unnötiges Leid und Schmerzen zu vermeiden«, sagte er. Die Tierschutzorganisation »Lasst die Tiere leben« fordert schon lange die Abschaffung des Kapparot-Rituals.

Gestrichen
Sexualkunde gehört in Israels Schulen zum Stundenplan wie Hebräisch, Mathe oder Englisch. Nicht mehr jedoch in religiösen Bildungseinrichtungen des Staates. Dort dürfen sämtliche Kapitel des Biologielehrbuchs, die mit menschlicher Reproduktion, Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten zu tun haben, ersatzlos gestrichen werden, nachdem Schulleiter und Lehrkräfte das beantragt hatten. »Die religiöse Gemeinschaft hat eine andere Weltsicht als die säkulare, und wir akzeptieren das«, hieß es aus dem Bildungsministerium. Frauenorganisationen kritisierten die Entscheidung dagegen als »verantwortungslos«.

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