Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Verdient
Israelische Akademiker sind dafür bekannt, in die weite Welt zu ziehen, um zu forschen. Der »Brain Drain« macht dem kleinen Nahoststaat schwer zu schaffen. Im kommenden akademischen Jahr sollen mehr Wissenschaftler an heimischen Instituten bleiben. Zu diesem Zweck wird zum ersten Mal eine besondere Entlohnung für Top-Akademiker eingeführt. Statt eines Tarifvertrags werden den schlauen Männern und Frauen Einzelverträge angeboten, die mit bis zu 30 Prozent mehr Gehalt einhergehen. Viele Wissenschaftler aus Israel gehen, zumindest für eine Weile, ins Ausland, weil sie dort doppelt so viel und mehr verdienen können wie in der Heimat.

Verurteilt
Angeblich kann er sich an nichts mehr erinnern. Seine Opfer indes sehr genau. In der vergangenen Woche ist der bekannte Rabbiner Moti Elon von einem Jerusalemer Gericht für schuldig befunden worden, sich an einem Minderjährigen sexuell vergangen zu haben. Die Vorfälle ereigneten sich im Jahr 2005. Nach der Urteilsverkündung äußerte sich Elon: »Alles, was Gott der Allmächtige über uns bringt, nehmen wir mit Vergnügen und Liebenswürdigkeit an.« Als die Vorfälle 2011 bekannt geworden waren, wurde Elon festgenommen. Der Skandal um den beliebten Rabbiner schockierte die nationalreligiöse Gemeinschaft Israels seinerzeit. Mehrere junge Männer hatten ausgesagt, von Elon sexuell belästigt und bedrängt worden zu sein. Einer der Betroffenen jedoch weigerte sich, vor Gericht auszusagen, somit wurde diese Klage fallen gelassen. Ein anderer, der damals 17 Jahre alt war, sagte aus – und führte damit zu Elons Verurteilung. Der Rabbiner hatte behauptet, mit guten Absichten gehandelt zu haben, »um Jugendlichen mit emotionalen Problemen zu helfen«. Ans Licht gekommen war der Skandal durch das Takana-Forum, das sexuellen Missbrauch in der religiösen Gemeinschaft aufdecken will. Dessen Gründerin Ajelet Vider-Cohen bezeichnete das Urteil als »Triumph«.

Verkauft
Schwul zu sein ist in. Zumindest könnte man das meinen, wenn man die vielen Produktionen in Film und Fernsehen rund um Homosexualität betrachtet. Jetzt ist der israelischen TV-Show Mom and Dadz ein echter Coup gelungen. Die Kabelgesellschaft HOT bestätigte, dass die Rechte an britische und französische Sender verkauft worden seien. Die Serie zeigt das Leben eines schwulen Paares, das mithilfe einer Single-Frau ein Kind bekommt. Serienmacher Avner Bernheimer, der 2002 das Drehbuch zu dem erfolgreichen Kinofilm Yossi & Jagger über schwule Soldaten verfasst hatte, schrieb die Serie in Anlehnung an sein eigenes Leben. Gestartet vor zwei Jahren, ist Mom and Dadz so erfolgreich, dass es eine zweite Staffel geben wird, die im kommenden Jahr anlaufen soll.

Verflucht
Es scheint, als laste ein Fluch auf dem Posten des Gouverneurs der Bank of Israel. Nachdem die ersten beiden Kandidaten von Premier Netanjahu, Jakob Frenkel und Leo Leiderman, ihre Zusage wegen Unregelmäßigkeiten in ihrem Lebenslauf zurückgezogen hatten, tritt nun der dritte auf die Bühne. Und auch bei ihm geht es nicht skandalfrei zu. Mario Blejer, ein aus Argentinien eingewanderter Jude, der hochrangige Posten bei Finanzinstituten innehatte, war vor fünf Jahren ungewollt ins Rampenlicht geraten. Damals soll seine Frau Piroska Nagy ein Techtelmechtel mit ihrem Boss gehabt haben – kein Geringerer als der berüchtigte Ex-IMF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Behauptungen, die ungarische Ökonomin sei dank der Affäre befördert worden, wurden damals allerdings nicht erhärtet.

Verordnet
Wegen eines akuten Nabelbruchs musste Regierungschef Benjamin Netanjahu am vergangenen Wochenende notoperiert werden. Acht Stunden lang übernahm Verteidigungsminister Mosche Yaalon den Posten des amtierenden Ministerpräsidenten. Doch am Sonntag bereits wurde Netanjahu aus dem Hadassah-Hospital in Jerusalem entlassen und nahm seinen Dienst wieder auf. Auf Rat der behandelnden Ärzte musste der Patient jedoch bis zum Dienstag zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten. Die Operation sei erfolgreich verlaufen, der Premier dankte allen Israelis für ihre Genesungswünsche und Unterstützung und verkündete: »Es geht mir sehr gut!«

Verschwiegen
Auf geheimer Reise in Israel unterwegs war General Mark Welsh, der Chef der amerikanischen Luftwaffe. Eingeladen hatte ihn sein israelischer Kollege Amir Eschel. Der amerikanische Gast besuchte Stützpunkte im ganzen Land und traf unter anderem mit Armeechef Benny Ganz zu Gesprächen zusammen. Man habe bei den Treffen strategische Kooperationen im Hinblick auf die turbulente politische Lage in Nahost besprochen, hieß es. Die Geheimhaltung von Welshs Besuch erfolgte laut israelischen Quellen auf Wunsch der USA.

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