Terror

Attacke auf Schulbus

Von palästinensischer Panzerabwehrrakete getroffen: Schulbus nahe Kibbuz Sa’ad in der Scha’ar-Hanegev-Region Foto: Flash 90

Er war eindeutig als Schulfahrzeug gekennzeichnet. Der israelische Autobus befand sich am Donnerstag gerade auf dem Heimweg von der Schule in der südlichen Region Scha’ar Hanegev, als er von einer Panzerabwehrrakete getroffen wurde. Palästinensische Extremisten hatten ihn offenbar absichtlich ins Visier genommen und auf ihn gefeuert. Ein 16-jähriger Junge erlitt dabei schwerste Verletzungen, die Ärzte kämpfen noch immer um sein Leben. Auch der Fahrer wurde bei dem Angriff verletzt.

Der behandelne Arzt des Soroka-Krankenhauses von Beer Sheva, Arnon Wishenitzer, sagte im Armeeradio, dass der Teenager mit Verletzungen am ganzen Körper und einem schweren Kopftrauma eingeliefert wurde. »Die Sanitäter brachten ihn per Helikoper, er war nicht bei Bewusstsein und in sehr schlechter Verfassung. Wir tun unser Möglichstes, um sein Leben zu retten.«

45 Granaten Der Beschuss des Südens Israels aus dem Gazastreifen ging an diesem Tag fast ohne Unterlass fort: 45 Granaten landeten in verschiedenen Dörfern und Städten, dazu wurden drei Gradraketen auf die Hafenstadt Aschkelon gefeuert. Eine explodierte noch in der Luft, vermutlich wurde sie von der zweiten Einheit des vor Kurzem installierten Raketenabwehrsystems »Eiserne Kuppel« abgefangen. Die Hamas erklärte daraufhin einen einseitigen Waffenstillstand, wohl aus Furcht vor einer Vergeltung der israelischen Armee. Doch Verteidigungsminister Ehud Barak gab umgehend den Befehl, Stellungen der Terrororganisation zu beschießen. Nach Auskunft der Armee richteten sich die Angriffe gegen Hauptquartiere, von denen die Raketen abgefeuert worden waren. Barak sagte, dass er für jegliche Angriffe aus Gaza die Hamas verantwortlich mache.

Am Freitag bereits war die Absichtserklärung der Hamas, die Waffen schweigen lassen zu wollen, null und nichtig, die grausame Gewohnheit nahm für die Menschen im Süden Israels wieder ihren Lauf. Bis zum Mittag gingen ein Dutzend Raketen auf die Region Eschkol nieder, die direkt ans Palästinensergebiet grenzt. Es entstand Sachschaden. Die Armee ordnete daraufhin die Evakuierung der Nitzanei-Eschkol-Schule an. 450 Kinder mussten mit Sicherheitsfahrzeugen nach Hause begleitet werden.

Israels Armee reagierte mit dem Beschuss einer Terrorzelle in der Nähe von Khan Yunis im Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei zwei Menschen getötet und drei verletzt.

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026

Korruption

Bestechungsring in der Vorstadt

Umschläge voller Bargeld, Luxusuhren und teure Autos: Der Bürgermeister von Kfar Saba und seine Frau sollen Geschäftsleuten gegen Zahlungen lukrative Aufträge verschafft haben. 17 Verdächtige wurden festgenommen

von Sabine Brandes  12.10.2026

Gesellschaft

Herzog: Gewalt übersteigt Kapazitäten der Polizei

Israels Präsident nennt die Kriminalität in arabischen Gemeinden eine Katastrophe. Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt bei nur zwölf Prozent

von Sabine Brandes  12.10.2026

Avi Gil (in Uniform), links von Benjamin Netanjahu

Explosives Interview

»Die Geiseln hätten früher zurückkehren können«

Der ehemalige Militärsekretär des Premiers, Avi Gil, erhebt schwere Vorwürfe: Warnungen vor dem 7. Oktober seien ignoriert, Abkommen aus politischen Gründen verhindert und Protokolle manipuliert worden. Netanjahu weist die Anschuldigungen zurück

von Sabine Brandes  11.10.2026

Nahost

IDF: Terrorinfrastruktur in Gaza zerstört

Israelische Armee und Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben im Gazastreifen Waffenlager, eine Raketenabschussrampe und eine Kommandozentrale zerstört. Verteidigungsminister Katz droht dem neuen Hamas-Chef

 11.10.2026