Terror

Aschkelon unter Beschuss

Eingeschlagen. Israelische Experten untersuchen die Rakete, die am Dienstag vom Gazastreifen aus nach Aschkelon geschossen wurde. Foto: Flash 90

Drei Monate sind lange in der militärischen Zeitrechnung des Nahen Ostens. Ganz besonders für die Menschen im Süden Israels. So lange hatte der Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas gehalten. Doch nun ist er gebrochen. Palästinensische Extremisten feuerten am Dienstagmorgen zum ersten Mal seit dem Ende der Militäroperation »Wolkensäule« im Gazastreifen ein Geschoss gen Israel. Die Rakete schlug in der Großstadt Aschkelon ein.

Es war der erste Morgen, an dem die Kinder nach den Purimferien wieder in die Schulen und Kindergärten gingen. Glücklicherweise traf das Geschoss lediglich eine leere Straße, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld angab. Zumal das Warnsystem nach Angaben von Bewohnern vor dem Einschlag nicht zu hören gewesen war. Nach Militärangaben ertönt der Alarm allerdings nicht, wenn klar ist, dass die Rakete in unbewohntes Gebiet einschlagen wird. Verletzte gab es nicht.

Vergeltung Die palästinensischen »Al-Aksa-Brigaden«, der militärische Flügel der Fatach, habe die Verantwortung übernommen, berichteten palästinensische Medien währenddessen. Es sei eine Vergeltung für »die Liquidierung des Gefangenen Arafat Jaradat«, schrieb die Organisation. Bereits während der Beisetzung von Jaradat am Montag hatte sie Flugblätter verteilt, auf denen stand, dass Israel eine harte Reaktion zu erwarten hätte.

Bei der Rakete handelte es sich um einen weiterentwickelten Typ »Grad«, die Mittel- bis Langstrecken zurücklegen kann. Ob der Waffenstillstand nun Makulatur ist und erwartet wird, dass die Raketen wieder mit trauriger Regelmäßigkeit auf israelisches Kernland fliegen, darüber schweigen sich die Sicherheitsbehörden und die Armee derzeit noch aus.

Ugandische Truppen

Nahost

Ugandas Parlament billigt Truppenentsendung nach Gaza

Auf US-Anfrage soll sich ein Kontingent der ugandischen Armee der geplanten internationalen Stabilisierungstruppe anschließen. In Afrika zählt das Land zu den größten Truppenstellern für Friedensmissionen

 07.08.2026

Meinung

Wie Georg Restle die Glaubwürdigkeit des ÖRR untergräbt

Nach dem X-Post des Journalisten hat sich Felix Schotland, Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln, an WDR-Programmdirektorin Andrea Schafarczyk gewandt. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut

von Felix Schotland  07.08.2026

Justiz

Israelischer Siedler wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

Der getötete Aktivist setzte sich gegen Siedlergewalt ein und war an dem Oscar-prämierten Film »No Other Land« beteiligt. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht

 07.08.2026

Dublin

Wegen Israel-Boykott: Irisches Regierungsflugzeug kann nicht mehr im Nebel landen

Beim Kauf der Maschine wurde bewusst auf das System »FalconEye« verzichtet, weil der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems an dem Produkt beteiligt ist

 07.08.2026

Benjamin Netanjahu

Meinung

Nicht wegen des Krieges: Warum Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wirklich zurücktreten sollte

von Roman Haller  07.08.2026

Thailand

Israelische Mutter und Tochter nach Angriff im Krankenhaus

Die Touristinnen wurden auf der Insel Koh Phangan von einem Mann attackiert, der zuvor Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisiert hatte. Eines der Opfer erlitt eine Gehirnblutung

 07.08.2026

Washington/Rom

USA: Annäherung bei Gesprächen zwischen Libanon und Israel

Man sei sich »nun deutlich näher« bei der Frage, was getan werden müsse, um die sogenannten Pilotzonen weiterzuführen und auszubauen, sagt ein Sprecher des US-Außenministeriums

 07.08.2026

Westjordanland

Mutter und Sohn entgehen Lynchversuch nach Irrfahrt in Dschenin

»Dutzende Araber versuchten, die Türen zu öffnen, warfen Steine auf uns und versuchten, uns anzuhalten«, sagt die Frau

 07.08.2026

Nahost

UNICEF-Erhebung: Kaum Mangelernährung bei Kindern in Gaza

»Im Gazastreifen herrscht keine Hungersnot«, heißt es im israelischen Außenministerium. Dies sei das eindeutige Ergebnis

 07.08.2026