Israel

Archäologen entdecken 1500 Jahre alte Kirche

Reste einer byzanthinischen Kapelle in Israel, nahe Jerusalem (Symbolfoto) Foto: dpa

Israel

Archäologen entdecken 1500 Jahre alte Kirche

Der Fund besteht aus Überresten eines alten byzantinischen Gotteshauses westlich von Jerusalem

von Stefanie Järkel  23.10.2019 14:06 Uhr

Israelische Archäologen haben die Überreste einer rund 1500 Jahre alten byzantinischen Kirche westlich von Jerusalem entdeckt. Die Kirche habe »spektakuläre Mosaike« mit Blättern, Früchten, Vögeln und geometrischen Elementen gehabt sowie eine Gruft, teilte die Israelische Altertumsbehörde am Mittwoch mit. Außerdem sei eine griechische Widmung der Kirche für einen »glorreichen Märtyrer« gefunden worden.

MÄRTYRER »Die Identität des Märtyrers ist nicht bekannt«, sagte Ausgrabungsdirektor Benjamin Storchan. »Aber die außergewöhnliche Üppigkeit der Strukturen und ihrer Inschriften deutet darauf hin, dass dieser Mensch eine wichtige Figur war.«

Die Wände der Kirche seien mit farbenfrohen Freskenmalereien verziert gewesen, schrieb die Altertumsbehörde. Säulen seien von beeindruckenden Kapitellen gekrönt gewesen, von denen manche möglicherweise sogar importiert gewesen seien.

Die unterirdische Grabkammer hat vermutlich die Überreste des Märtyrers beherbergt.

Bei den Ausgrabungen sei eine Anlage auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern entdeckt worden. Im Zentrum habe sich die Kirche befunden. Der erste Teil des Gotteshauses sei während des sechsten Jahrhunderts gebaut worden, hieß es in der Mitteilung. Die Kirche sei wie eine Basilika angelegt gewesen. So hätten etwa zwei Säulenreihen den Innenraum in drei Bereiche aufgeteilt, ein Mittelschiff flankiert von zwei Seitenschiffen.

MARMOR Außergewöhnlich für Israel sei auch die Entdeckung der »vollständig intakten Gruft«, sagte Ausgrabungsdirektor Storchan. Die unterirdische Grabkammer habe vermutlich die Überreste des Märtyrers beherbergt. Sie sei früher mit Marmorplatten verkleidet gewesen.

Die Ausgrabungen wurden bei Vorbereitungen für ein neues Wohnviertel in Beit Schemesch entdeckt. Das Bau- und Wohnungsministerium investierte laut der Altertumsbehörde rund 1,8 Millionen Euro in die Ausgrabungen.

Jerusalem

Herzog will Neuwahlen vermeiden

Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse appelliert der israelische Präsident an die politischen Lager, sich bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen kompromissbereit zu zeigen

 29.10.2026

Jerusalem

Auszählung der »Sonderstimmen« in Israel hat begonnen

Die Stimmen von Soldaten, medizinischem Personal, Patienten sowie israelischen Diplomaten im Ausland könnten die Sitzverteilung in der Knesset noch verändern

 29.10.2026

Jerusalem

Wahl-Patt in Israel: Netanjahu und Eisenkot suchen Partner

Kein Lager hat eine Mehrheit, die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Während erste Gespräche laufen, erhebt Netanjahus Partei schwere Wahlbetrugsvorwürfe

 29.10.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Hindernisse

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026