Staatsbesuch

Ankunft in Washington

Premier Benjamin Netanjahu (r.) im Gespräch mit seinen Beratern Foto: Flash 90

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu ist am Montagabend mit seiner Ehefrau Sara in Washington D.C. gelandet. Am Dienstag traf er zunächst Außenminister Rex Tillerson, für Mittwoch ist die erste Zusammenkunft mit US-Präsident Donald Trump geplant.

Vor dem Abflug hatte sich der Regierungschef noch hoffnungsfroh gezeigt, dass die US-Israel-Allianz jetzt noch stärker werde. »Präsident Trump und ich stimmen bei der Einschätzung der Gefahren in der Region überein«, meinte Netanjahu. »Doch auch in Bezug auf die Möglichkeiten. Wir werden über beides sprechen und die Beziehungen in vielen, vielen Bereichen verbessern.«

Russland Netanjahus Visite könnte von dem Rücktritt Michael Flynns, Trumps nationalem Sicherheitsberater, überschattet werden. Dieser hatte sein Amt wegen vermeintlicher Kontakte zu Russland niedergelegt. Flynn war die zentrale Person bei der Organisation der Zusammenkunft zwischen Netanjahu und Trump.

Doch auch zu Hause herrscht dicke Luft: Offenbar waren Einzelheiten des Treffens des Sicherheitskabinetts an die Öffentlichkeit gelangt, die der Regierungschef lieber hinter verschlossenen Türen gehalten hätte. Besonders die Formulierung, dass man bei Verhandlungen vorsichtig vorgehen und »auch Trumps Persönlichkeit in Betracht ziehen« müsse.

Netanjahus Stabschef Yoav Horowitz schimpfte später vor Reportern: »Es ist unmöglich, so zu arbeiten.« Die Regierung erwäge, Lügendetektortests durchzuführen, damit interne Diskussionen des wichtigsten Sicherheitsgremiums nicht nach außen dringen.

Meinung

Keine Wahlen in Palästina: Armutszeugnis für den Westen

Mahmud Abbas hat die Wahlen in den Palästinensergebieten erneut um ein Jahr verschoben und bricht damit seine Zusagen. Wann zieht man in Europa endlich Konsequenzen?

von Jacques Abramowicz  16.10.2026

Westjordanland/Gaza

Umfrage: Unterstützung für Hamas in Gaza sinkt weiter

Eine palästinensische Studie zeigt wachsende Distanz zu der Terrororganisation und mehr Unterstützung für eine Zwei-Staaten-Lösung. Eine große Mehrheit lehnt die Entwaffnung vor einem israelischen Rückzug ab

von Sabine Brandes  15.10.2026

Bericht

Netanjahu soll Trump zu Iran-Angriff vor der Wahl gedrängt haben

Der israelische Premier hat angeblich den US-Präsidenten gebeten, den Krieg vor den Wahlen wieder aufzunehmen. In Washington sieht man dabei auch innenpolitisches Kalkül

von Sabine Brandes  15.10.2026

Israel

Vor Schicksalswahl: Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten

Ex-Generalstabschef Eisenkot wirft Benjamin Netanjahu vor, die Kriegsziele im Gazastreifen verfehlt zu haben. Sollte er Regierungschef werden, kündigt er einen klaren Zeitplan an

 15.10.2026

Untersuchung

ADL: Manipulierte Wikipedia-Einträge über Israel immer noch nicht korrigiert

Die Anti-Defamation League wirft den Betreibern der Online-Enzyklopädie vor, zu wenig gegen die Manipulation von Einträgen zu unternehmen, die sich mit Themen wie dem Nahostkonflikt und dem 7. Oktober befassen

 15.10.2026

Wirtschaft

Käsekrise

Was nach einem Lieferengpass im Supermarkt aussieht, steht für ein großes Problem. Weil ausländische Techniker Israel meiden, stehen immer häufiger Maschinen still

von Sabine Brandes  15.10.2026

Diplomatie

Kolumbien verlegt Botschaft nach Jerusalem

Unter dem linken Präsidenten Petro brach Kolumbien die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Nun schlägt die neue Regierung einen anderen Kurs ein

 15.10.2026

Luftfahrt

Wie sicher sind Israel-Flüge?

Nach dem vereitelten Anschlag an Bord einer flydubai-Maschine werden immer mehr gravierende Sicherheitslücken bekannt

von Sabine Brandes  14.10.2026

Meldungen

Studium, Korruption, Aquädukt

Kurznachrichten aus Israel

von Sabine Brandes  14.10.2026